Der Bockshof ist für die Grünen laut Fraktionssprecher Hubert Nowack kein Tabu. Foto: pm

ROWEIL (pm) – Zu Test­turm und JVA, die die künf­ti­ge Stadt­ent­wick­lung prä­gen, hat­ten Rott­weils Grü­ne bekannt­lich unter­schied­li­che Mei­nun­gen. Anders jetzt in der Fra­ge der spek­ta­ku­lä­ren Hän­ge­brü­cke: Hier waren sie in der jüngs­ten Sit­zung von Orts­vor­stand und Gemein­de­rä­ten ein Herz und eine See­le. Frank Sucker, der als Freund von Moder­ni­sie­run­gen so man­ches Mal aneck­te, schien das kaum fas­sen zu kön­nen.

Inge­borg Gek­le-Mai­er berich­te­te, wie sie die Hän­ge­brü­cke im öster­rei­chi­schen Reut­te erlebt hat­te: als fili­gra­nen Blick­fang, der sich unauf­dring­lich in die Umge­bung ein­fügt. Ihr Fazit: „Eine tol­le Chan­ce für Rott­weil.“ Ins­be­son­de­re für den Nah­tou­ris­mus. Ande­re fan­den Gefal­len an der Idee, auf die­se Wei­se das pracht­vol­le mit­tel­al­ter­li­che Stadt­bild ele­gant mit zeit­ge­nös­si­scher Archi­tek­tur zu ver­bin­den. Egal, in wel­che Rich­tung man spa­ziert, die Augen wei­ten sich. Nicht nur für archi­tek­to­ni­sche High­lights. Man erlebt aus Vogel­per­spek­ti­ve auch inten­siv Natur und Land­schaft – ein Stück Hei­mat. Und dass Besu­cher sich dabei auch noch kör­per­lich bewe­gen, tut zugleich der Gesund­heit gut, mei­nen die Grü­nen in ihrem Bericht.

Die Dis­kus­si­on ging auch schon in Details. So wünsch­te sich Grü­nen-Spre­cher Jörg Hügel, dass die Stadt an den Ein­nah­men der Brü­cke betei­ligt ist, auch wenn sie nicht als Inves­tor auf­tritt. Immer­hin bie­tet sie durchs Bereit­stel­len tou­ris­ti­scher Infra­struk­tur städ­ti­sche Leis­tun­gen an. Ange­tippt wur­de fer­ner, Kom­bi-Tickets anzu­bie­ten, die Besu­cher in etwa Rott­wei­ler Muse­en locken.

Kri­tisch galt den Grü­nen der Haupt­ein­stieg zur Hän­ge­brü­cke. Liegt die­ser beim Test­turm, wür­den viel­leicht weni­ger Tou­ris­ten in die Innen­stadt pil­gern. Der Stadt­be­le­bung dien­li­cher wäre dann ein innen­städ­ti­scher Haupt­zu­gang. Ande­rer­seits han­delt man sich dann ver­kehr­li­che Pro­ble­me ein. Der poli­ti­schen Kon­kur­renz fal­len dann reflex­ar­tig nur wei­te­re Park­plät­ze ein. Doch Gabrie­le Schnei­der erin­ner­te an die grü­ne Visi­on einer Seil­bahn vom Bahn­hof zur Innen­stadt, die die Las­ten des Indi­vi­du­al­ver­kehrs ver­rin­gert. Auf jeden Fall ver­die­ne die Ver­kehrs­an­bin­dung zwi­schen Bahn und Hän­ge­brü­cke viel krea­ti­ven Hirn­schmalz. Auch die Sui­zid­ge­fah­ren gilt es beim Pla­nen der Brü­cke zu beden­ken.

Hei­kel ist in der Öffent­lich­keit der Bocks­hof als Brü­cken­ein­stieg. Die­ser wäre für das Domi­ni­ka­ner-Muse­um frag­los ein Gewinn. Auch lie­ße sich die Innen­stadt unter­halb des Fried­richs­plat­zes bele­ben. Doch ohne die­sen Ein­stieg aus­zu­schlie­ßen, wünsch­te Frank Sucker sich eine respekt­vol­le Gestal­tung: „Städ­te brau­chen auch Oasen der Ruhe. Dazu mahnt dort der Jahr­hun­der­te alte Fried­hof.“ Auf Nach­fra­ge for­mu­lier­te Frak­ti­ons­spre­cher Hubert Nowack klar sei­ne Mei­nung: „Der Bocks­hof ist kein Tabu.“ Rott­weils Grü­ne begrü­ßen die nun anste­hen­de Bür­ger­be­tei­li­gung und ver­fol­gen sie hell­wach, beto­nen sie abschlie­ßend in ihrer Pres­se­mit­tei­lung.