Drei Urlaubstage ohne Koffer konnten die Teilnehmer mit der Stadtmission verbringen. Foto: pm

ROTTWEIL (pm) – Über 30 Per­so­nen haben das Ange­bot der Stadt­mis­si­on Rott­weil unter dem Mot­to „Urlaub ohne Kof­fer“ für Men­schen im Alter ab 50 Jah­ren ange­nom­men. Die ältes­te Teil­neh­me­rin wird in eini­gen Mona­ten 92 Jah­re alt.

Die drei Urlaubs­ta­ge im Juni began­nen jeweils um 10 Uhr mit einem gemein­sa­men Früh­stücksim­biss im Gemein­de­haus der Stadt­mis­si­on – und zwar ohne vor­he­ri­ges läs­ti­ges Kof­fer­pa­cken.

Gemein­sa­mes Sin­gen und Refe­ra­te mit Impul­sen aus der Bibel zu den The­men „Allei­ne geht man ein”, „Wie lebe ich gute Bezie­hun­gen” und „Wie kann ich dank­bar blei­ben” stan­den Mit­te­punkt der Vor­mit­tags­pro­gram­me.

Im regen Aus­tausch zu den Refe­ra­ten – so einer der Teil­neh­mer- haben wir uns zusam­men­ge­fun­den. Dabei wur­den zu den Her­aus­for­de­run­gen im älter wer­den wert­vol­le Erkennt­nis­se gewon­nen, d.h.: Ich brau­che den Ande­ren; nur mit Ver­ge­bung kann ich eine dau­er­haf­te Bezie­hung leben; Dank­bar­keit bringt mir Zufrie­den­heit.

Im wei­te­ren Ablauf stand nach dem gemein­sa­men Mit­tag­essen jeweils ein Aus­flugs­an­ge­bot mit abschlie­ßen­dem Kaf­fee­trin­ken auf dem Pro­gramm. Die Tan­nen­hö­he – ursprüng­lich ein Hotel bei Vil­lin­gen – war das ers­te Ziel. „Zum Heil der Mensch­heit, zum Woh­le der Stadt Vil­lin­gen“ war der Leit­spruch des Fürs­ten zu Fürs­ten­berg Max Egon bei der Grunds­teil­le­gung im Jah­re 1899.

In 1950 hat­te die Grün­de­rin des Dia­ko­nis­sen­mut­ter­hau­ses Aid­lin­gen Chris­ta von Vie­bahn beschlos­sen das nach dem Krieg ver­wahr­los­te Anwe­sen zu kau­fen und zu restau­rie­ren. Eine muti­ge Ent­schei­dung. Mit viel Lie­be und Mühe haben die Dia­ko­nis­sin­nen einen wesent­li­chen Teil der Reno­vie­rung eigen­hän­dig erbracht. Die Anla­ge wird heu­te haupt­säch­lich für christ­li­che Frei­zei­ten genutzt.

Am zwei­ten Nach­mit­tag stand eine Stadt­füh­rung in Rott­weil auf dem Pro­gramm. Die Lage Rott­weils war für die Römer bei Erschlie­ßung des Lan­des  zwi­schen Rhein und Donau vor fast 2000 Jah­ren ein wich­ti­ger stra­te­gi­scher Vor­teil. Dar­aus ent­wi­ckel­te sich spä­ter die zivi­le Stadt. Als Stadt im römi­schen Rechts­sinn ist Rott­weil auf einem Holz­tä­fel­chen schrift­lich ver­bürgt. Die geo­gra­phi­sche Topo­gra­fie mach­te Rott­weil über Jahr­hun­der­te zu einer fast unein­nehm­ba­ren Fes­te. Ver­ständ­lich ist daher, dass Tür­me und Brü­cken für Rott­weil seit jeher wich­tig sind.

Das 975 Meter hoch gele­ge­ne Klip­pen­eck war das abschlie­ßen­de Ziel. Fas­zi­nie­ren­de Aus­sichts­punk­te und die ein­zig­ar­ti­ge Pflan­zen­welt waren Höhe­punk­te einer geführ­ten Wan­de­rung. So ende­ten drei Urlaubs­ta­ge ohne Kof­fer. Und es war sicher nicht die letz­te Ver­an­stal­tung die­ser Art.