DEISSLINGEN (mm) Der Abwas­ser­zweck­ver­band Obe­rer Neckar nimmt viel Geld in die Hand, um das Neckar­was­ser sau­be­rer zu machen. Das haben die Mit­glie­der am Don­ners­tag ein­stim­mig beschlos­sen. Allein das neue Reten­ti­ons­be­cken wird 1,8 Mil­lio­nen Euro kos­ten, damit kön­nen dann zehn- bis zwan­zig­mal so vie­le Schad­stof­fe aus dem Abwas­ser gefil­tert wer­den, und das mit Pflan­zen. Außer­dem fal­len 2015 noch Rest­kos­ten für die Beton­sa­nie­rung der Klär­be­cken in Höhe von 470.000 Euro an.

Ver­bands­vor­sit­zen­der Rolf Fußhoel­ler beton­te, die Abwas­ser­men­gen der Mit­glie­der Tros­sin­gen, Deiß­lin­gen, Dau­ch­in­gen und Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen hät­ten sich merk­lich ver­rin­gert, was viel mit den Inves­ti­tio­nen vor Ort, in der Dop­pel­stadt bei­spiels­wei­se mit der Neckar­of­fen­le­gung zu tun habe. „Dadurch spa­ren wir bis zu fünf­stel­li­ge Beträ­ge pro Jahr“, so mach­ten sich die Inves­ti­tio­nen also bemerk­bar.

Aber auch die Maß­nah­men der ver­gan­ge­nen Jah­re sei­en Inves­ti­tio­nen in die Zukunft, in bes­se­re Was­ser­auf­be­rei­tung und nied­ri­gen Ener­gie­ver­brauch. So kom­me im nächs­ten Jahr ein wei­te­res Faul­schlamm-betrie­be­nes Block­heiz­kraft­werk, die bis­he­ri­ge Tech­nik sei ver­bes­sert wor­den.
Leicht erhöht hät­ten sich die Per­so­nal­kos­ten durch die neu­en Tarif­ver­trä­ge, dafür wür­den die Ener­gie­kos­ten trotz stei­gen­der Strom­prei­se sta­bil blei­ben. „Wir kön­nen zuver­sicht­lich in die Zukunft bli­cken!“ so der Vor­sit­zen­de. Die höhe­re Ver­schul­dung durch die Bau­maß­nah­men sei­en im Rah­men, auch wenn man Ende 2015 knapp 15 Mil­lio­nen Schul­den ange­häuft haben wer­de, „das hat­ten wir schon mal“, man wer­de die Ver­schul­dung im Griff hal­ten, das sei­en Zah­len, die man gut ver­kraf­ten kön­ne. Und ab 2016 wür­den die Schul­den dann wie­der sin­ken. Deiß­lin­gens Bür­ger­meis­ter Ralf Ulb­rich dank­te Fußhoel­ler und sei­nem Team, sie hät­ten die Klär­an­la­ge im lau­fen­den Betrieb „für Jahr­zehn­te fit gemacht, das ist mehr als rei­bungs­los abge­lau­fen!“

Aus­räu­men konn­te Wer­ner Lei­bold vom Was­ser­wirt­schafts­amt Rott­weil die Befürch­tung vie­ler, der Neckar kön­ne wegen des Gift­sto­ßes Anfang Mai, bei den sämt­li­ches Leben im Neckar bei Deiß­lin­gen ver­nich­tet wur­de, nach­hal­tig geschä­digt sein. Man habe das Sedi­ment bei den Keck­quel­len und in Deiß­lin­gen unter­sucht und nichts mehr von dem töd­li­chen Orga­no­sul­fid mehr nach­wei­sen kön­nen.

Die Ergeb­nis­se sind für uns sehr befrie­di­gend!“ Im Ver­gleich mit frü­he­ren Unter­su­chun­gen habe man außer­dem fest­ge­stellt, dass das Neckar­was­ser seit den 1990er-Jah­ren eine deut­li­che Gene­sung erfah­ren habe. „Der Neckar ist auf sehr gutem Weg, wie­der einen sehr guten Zustand zu errei­chen“, so Lei­bold.

Rolf Fußhoel­ler beton­te, sämt­li­che metall­ver­ar­bei­ten­de Betrie­be, die mit Orga­no­sul­fid han­tier­ten, hät­ten frei­wil­lig umge­stellt, alle hät­ten schrift­lich bestä­tigt, jetzt einen unge­fähr­li­chen Ersatz­stoff zu ver­wen­den. Hier ging Fußhoel­lers Dank an die Pres­se, die durch aus­führ­li­che Bericht­erstat­tung „ein gewis­ses Umden­ken aus­ge­löst“ habe. Der neue Reten­ti­ons­bo­den­fil­ter, des­sen Bau im Früh­jahr begon­nen wer­den soll, tra­ge in so einem Fall noch zusätz­lich zur Sicher­heit des Neckar­was­sers bei.