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LAUTERBACH (pm) – Mit ihrem Schwer­punkt­the­ma „Von der sen­sa­tio­nel­len Orts­mit­te zur funk­tio­nel­len Orts­mit­te“ und dabei unter ande­rem mit der Fra­ge „Ein Dorf­la­den für Lau­ter­bach?!“ befass­ten sich die „Unab­hän­gi­gen Bür­ger Lau­ter­bach” (UBL) in ihrer Jah­res­haupt­ver­samm­lung. Dar­über berich­tet die UBL in einer Pres­se­mit­tei­lung:

Gleich zu Beginn der Ver­an­stal­tung mach­te der UBL-Vor­sit­zen­de Ans­gar Feh­ren­ba­cher deut­lich, dass es kei­nen aktu­el­len Anlass gäbe, sich mit dem The­ma „Dorf­la­den“ zu befas­sen. Es gehe viel­mehr ins­ge­samt um die Fra­ge, wie die Lebens­qua­li­tät in Lau­ter­bach erhal­ten wer­den kann. Dazu gehö­re ein gutes kul­tu­rel­les Ange­bot genau­so wie eine funk­tio­nie­ren­de sozi­al-medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung und nicht zuletzt auch die Mög­lich­keit, sich wei­ter­hin im Ort mit Lebens­mit­tel ver­sor­gen zu kön­nen. Ein Modell hier­für sei ein bür­ger­schaft­lich orga­ni­sier­ter Dorf­la­den, wie er seit kur­zem in Esch­bronn prak­ti­ziert wer­de.

Über ers­te Erfah­rung, die in Esch­bronn mit dem erst vor kur­zem eröff­ne­ten Dorf­la­den gemacht wur­den, berich­te­te dann Bür­ger­meis­ter Franz Moser von der Gemein­de Esch­bronn. Her­vor­ge­gan­gen aus einer Ide­en­bör­se, bei der sich die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aus Esch­bronn über die Zukunft ihrer Gemein­de Gedan­ken mach­ten, ent­stand der  Dorf­la­den als bür­ger­schaft­li­ches Gemein­schafts­pro­jekt. Über eine finan­zi­el­le Betei­li­gung mit einer Min­dest­ein­la­ge von 100 Euro konn­ten als Start­ka­pi­tal die Sum­me von 85 000 Euro auf­ge­bracht wer­den. Wich­tig sei, dass über die­se finan­zi­el­le Betei­li­gung hin­aus der Dorf­la­den von den Esch­bron­nern als „ihr Dorf­la­den“ wahr­ge­nom­men wer­de. Selbst­ver­ständ­lich müs­se das Waren­an­ge­bot der dorf­spe­zi­fi­schen Nach­fra­ge ent­spre­chen und klar sei auch, dass es kei­ne 10 unter­schied­li­chen Sor­ten von Joghurt gebe. Dies sei aber auch nicht not­wen­dig, so Bür­ger­meis­ter Moser. Man müs­se sich klar sein, dass im Dorf­la­den „Emo­tio­nen ver­kauft wer­den“, wobei der Ver­kauf von regio­na­len Pro­duk­ten hier­bei durch­aus hilf­reich sei. In Esch­bronn sei der Dorf­la­den ein­ge­bun­den in eine gan­ze Palet­te von Ange­bo­ten für die Ein­woh­ner, wozu z.B. auch rege­mä­ßi­ge Bus­aus­flugs­fahr­ten oder die Nach­bar­schafts­hil­fe gehö­re.

Über den Dorf­la­den hin­aus wur­de auch das The­ma der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung in Lau­ter­bach ange­spro­chen, zu dem Bür­ger­meis­ter Moser auf­grund sei­ner frü­he­ren Tätig­keit bei der Stadt Schram­berg kom­pe­tent Stel­lung neh­men konn­te. So sei der „rund um die Uhr“ stän­dig erreich­ba­re Land­arzt kein Modell der Zukunft mehr. Neue Arbeits­zeit­mo­del­le sei­en Vor­aus­set­zung, um die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung im länd­li­chen Bereich für die Zukunft zu sichern.

UBL-Vor­sit­zen­der Ans­gar Feh­ren­ba­cher freu­te sich über das gro­ße Inter­es­se an der Ver­an­stal­tung und beton­te, dass mit dem gewähl­ten The­ma die UBL erneut ihrem poli­ti­schen Auf­trag gerecht gewor­den sei. „Trans­pa­renz und Bür­ger­be­tei­li­gung, kom­mu­na­le Zusam­men­ar­beit und eine vor­aus­schau­en­de Poli­tik sei­en inzwi­schen zum Mar­ken­zei­chen der UBL gewor­den“ so der Vor­sit­zen­de wei­ter.

In sei­nem Rechen­schafts­be­richt für das ver­gan­ge­ne Jahr erin­ner­te Feh­ren­ba­cher an denk- und merk­wür­di­gen Auf­tritt eines Lau­ter­ba­cher Bür­gers in der Gemein­de­rats­sit­zung im Febru­ar, bei der noch­mals eine emo­tio­na­le Dis­kus­si­on über die Sinn­haf­tig­keit der Wind­kraft eröff­net wur­de. Der UBL sei es dann gelun­gen, eine Ver­sach­li­chung her­bei­zu­füh­ren und über einen „Fak­ten­check“ die vor­ge­tra­ge­nen Behaup­tun­gen zu wider­le­gen, so dass letzt­lich im Gemein­de­rat mit Mehr­heit der Zulas­sung der Wind­kraft­an­la­gen auf Lau­ter­ba­cher Gebiet zuge­stimmt wur­de.

Auch bei der Ent­schei­dung über das Redak­ti­ons­sta­tut für das Gemein­de­blatt „Bür­ger und Gemein­de – BuG“ wur­de auf Antrag der UBL das Sta­tut so fest­ge­legt, dass auch wei­ter­hin Leser­brie­fe im BuG ver­öf­fent­lich wer­den. Bei der Neu­ge­stal­tung des Fried­ho­fes war es eben­falls der Beharr­lich­keit der UBL zu ver­dan­ken, dass eine Viel­zahl von unter­schied­li­chen Bestat­tungs­for­men, wie z. B. die Baum­be­stat­tun­gen, im obe­ren Teil des Fried­hofs mög­lich sind.

Die „Sen­sa­tio­nel­le Orts­mit­te“ gehen eben­falls  auf die Initia­ti­ve der UBL zurück, so der Vor­sit­zen­de Ans­gar Feh­ren­ba­cher in sei­nem Jah­res­rück­blick wei­ter. Mehr­fach wur­de das Pro­jekt von der UBL-Frak­ti­on in ver­schie­de­nen Gemein­de­rats­sit­zun­gen ange­sto­ßen bis es dann von der Ver­wal­tung auf­ge­grif­fen und im Rah­men einer Bür­ger­be­tei­li­gung der Rat­haus­vor­platz kunst­voll und künst­le­risch gestal­tet. Hier habe sich deut­lich gezeigt, was Bür­ger­be­tei­li­gung bewir­ken kann und wel­che krea­ti­ven Kräf­te in Lau­ter­bach frei wer­den, wenn die Kom­mu­nal­po­li­tik den geeig­ne­ten Rah­men dafür schaf­fe. Man müs­se nur den Mut dazu haben!

Die UBL hat im ver­gan­gen Jahr nicht nur Poli­tik gemacht, so der Vor­sit­zen­de wei­ter. Auch die Kul­tur sei für ein funk­tio­nie­ren­des Gemein­we­sen wich­tig. Des­halb wur­de im Juni mit ver­ein­ten Kräf­ten die Piz­ze­ria La Fon­ta­na von der UBL kurz­fris­tig geöff­net und eine Ver­an­stal­tung orga­ni­siert. Bei ita­lie­ni­schen Köst­lich­kei­ten hat der Kaba­ret­tist Tho­mas C. Breu­er mit sei­nem Pro­gramm „Kaba­rett Sau­vi­gnon“ für gute und niveau­vol­le Unter­hal­tung gesorgt.

Ins­ge­samt kön­ne man auf ein erfolg­rei­ches Jahr zurück­bli­cken. Trans­pa­renz und Bür­ger­be­tei­li­gung unter dem Mot­to „Bür­ger haben Ide­en!“ war von Anfang an die zen­tra­le Bot­schaft der UBL und so soll es auch wei­ter­hin blei­ben, so Feh­ren­ba­cher abschlie­ßend in sei­nem Jah­res­rück­blick.

Bei den anschlie­ßen­den Wah­len wur­de Sieg­fried King erneut als stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der gewählt und Man­fred Haas als Kas­sier bestä­tigt. Als Kas­sen­re­vi­so­rin­nen tätig sind wei­ter­hin Nico­le Bas­ti­an­sen und Brit­ta Schon­del­mai­er. Zu Bei­sit­zern gewählt  wur­den Manue­la Buch­holz, Diet­mar Haas, Son­ja Rajsp, Chris­tof Sto­cker, Frank Schwen­de­mann, Vol­ker Wierz­ba und Sibyl­le Zerr. Neu ins Gre­mi­um als Bei­sit­ze­rin gewählt wur­de Stef­fi Schra­de.

UBL-Ehren­vor­sit­zen­der Hans Hek­ler bean­trag­te die Ent­las­tung der Vor­stand­schaft und lob­te dabei das Enga­ge­ment aller Betei­lig­ten und deren Ein­satz für die Gemein­de Lau­ter­bach.  Die UBL sei inzwi­schen zu einer dau­er­haf­ten und sta­bi­len poli­ti­schen Kraft gewor­den, die aus der Lau­ter­ba­cher Kom­mu­nal­po­li­tik nicht mehr weg­zu­den­ken sei.