Rott­weil. Auch CDU-Wäh­ler in und um Rott­weil rät­seln inzwi­schen, war­um sich alle mög­li­chen Geg­ner und Befür­wor­ter in die Dis­kus­sio­nen um die Gefäng­nis-Ansied­lung im Gebiet Esch bei der Neckar­burg ein­mi­schen – nur der ein­zi­ge Land­tags­ab­ge­ord­ne­te des Land­krei­ses nicht: Ste­fan Teu­fel (CDU), Nef­fe von Alt-Minis­ter­prä­si­dent Erwin Teu­fel.

Rita Hal­ler-Haid, die SPD-Betreu­ungs­ab­ge­ord­ne­te, setz­te sich in einem Brief an Jus­tiz­mi­nis­ter Rai­ner Sti­ckel­ber­ger, ihren Par­tei­freund, für den Stand­ort Rott­weil ein. Auch die Abge­ord­ne­ten Gün­ther-Mar­tin Pau­li (CDU) und Hans-Mar­tin Hal­ler (SPD) aus dem Zol­lern­alb­kreis wer­ben für Meß­stet­ten, den Kan­di­da­ten in ihrem Wahl­kreis.

Von Ste­fan Teu­fel hat man seit Wochen nichts gehört. „Der ist unter­ge­taucht“, hört man in Gesprä­chen. Das fin­det der 43-Jäh­ri­ge unge­recht.

Ich bin nie unter­ge­taucht“, betont Teu­fel. Er habe Fahr­ten ins Gefäng­nis nach Offen­burg orga­ni­siert und dann im Febru­ar die­ses Jah­res einen Antrag an die grün-rote Lan­des­re­gie­rung gestellt, wis­sen­schaft­lich unter­su­chen zu las­sen, wie hoch die genau­en Mehr­kos­ten wegen des Kalk­vor­kom­mens für eine Bebau­ung des Stall­bergs wären. Das sei abge­lehnt wor­den. Im März habe er in der Lan­des­schau sei­nen Stand­punkt aus­führ­lich dar­ge­stellt. Und im Mai habe der CDU-Kreis­ver­band Rott­weil „die Spiel­ball-Poli­tik“ der Lan­des­re­gie­rung kri­ti­siert. Stets habe er sich für den Bau des Gefäng­nis­ses in Rott­weil ein­ge­setzt, sagt Teu­fel. Zum Bei­spiel auch trotz „Groß­de­mons­tra­tio­nen“ kurz vor der Land­tags­wahl für den Stand­ort Bitz­wäld­le. Das habe ihn dann zum Bei­spiel im tra­di­tio­nell kon­ser­va­ti­ven Fecken­hau­sen Stim­men gekos­tet, wo die Grü­nen auf 60 Pro­zent gekom­men sei­en.
Ist das der Grund, war­um er sich aus den Dis­kus­sio­nen um das Esch her­aus­hält? „Nein“, sagt Teu­fel auf Nach­fra­gen immer wie­der, „jetzt ist erst mal Grün-Rot am Zug, die müs­sen lie­fern, wenn mei­ne Vor­schlä­ge abge­lehnt wer­den.“ Und Teu­fel fügt hin­zu: „Mein Favo­rit ist und bleibt der Stall­berg.“

Die Ein­wän­de, das hät­ten nach CDU/FDP jetzt auch Grü­ne und SPD kate­go­risch aus­ge­schlos­sen und die Ent­schei­dung ste­he kurz bevor, lässt der CDU-Abge­ord­ne­te nicht gel­ten. Jetzt sei Grün-Rot am Zug, wie­der­holt er. Und in Meß­stet­ten ent­stün­den ja auch Mehr­kos­ten. Zum Gebiet Esch lässt sich Ste­fan Teu­fel kein Wort ent­lo­cken.

Zuletzt hat­te Teu­fel im März in Rott­weil öffent­lich argu­men­tiert, dass die Stand­ort-Matrix, nach der das Land ent­schei­den woll­te, „urplötz­lich“ kei­ne Rol­le mehr spie­le. Akzep­tanz hät­te der Stall­berg, doch die Regie­rung wol­le ihn ein­fach nicht.