Zunächst mal: Rott­weil weiß, wie eine Ker­ze aus­sieht. Unten rot, oben Feu­er, wür­den wir sagen. Und wir möch­ten auch in aller Deut­lich­keit dar­auf ver­wei­sen, dass die Laser­show, die aus dem Auf­zug­test­turm eine Advents­ker­ze machen soll­te, von thyssenkrupp stamm­te. Dass sie in Rott­weil statt­ge­fun­den hat. Inso­fern trifft die Fra­ge „Weiß Rott­weil, wie eine Ker­ze aus­sieht?” eigent­lich nicht ganz.

Da das nun geklärt ist, kön­nen wir uns ja wei­ter inhalt­lich mit den Reak­tio­nen auf die thyssenkrupp-Test­turm-Laser­show befas­sen, die am Sonn­tag eine rie­si­ge, gar der Welt größ­te Weih­nachts­ker­ze erschaf­fen soll­te. Erwar­tet haben die Men­schen daher viel­leicht so etwas:

Foto: ThyssenKrupp, Montage: NRWZ
Foto: thyssenkrupp, Mon­ta­ge: NRWZ

Zu sehen bekom­men haben sie aber das hier – und das auch nicht so beein­dru­ckend, weil eine Kame­ra da mehr kann als das mensch­li­che Auge: 

test tower Frohe Weihnachten (c) thyssenkrupp web
Foto: thyssenkrupp

Das war toll, ein­zig­ar­tig und was ganz beson­de­res – aber irgend­wie ent­ge­gen der Ankün­di­gung eben kei­ne rich­ti­ge Ker­ze. Daher die Häme im Netz, auf Face­book: „Gleicht eher einer schlech­ten Laser­show aber von einer Ker­ze ist weit und breit nichts zu sehen! Ver­bes­se­runs­be­dürf­tig!” Oder: „Also wie auf dem Bild sieht es nicht aus. Man konn­te die Ker­ze gar nicht rich­tig erken­nen. Sehr ent­täu­schend.” Und auch: „Für so wenig Show ziem­lich viel Auf­wand. … Aber ist ja Geschmack­sa­che. Fro­he Weih­nach­ten.” Oder aber: „Ziem­lich ent­täuscht, ähnelt nicht wirk­lich einer Ker­ze, hät­te es mir schö­ner vor­ge­stellt.” Und: „Was für ein Witz … von wei­ter weg hat man gar nix gese­hen.” Auch so kann man das aus­drü­cken: „Was für ein rein Fall so was nennt man Weih­nachts Ker­ze. Oh man.” Oder auch schlicht so: „Ziem­lich ent­täu­schend.” Die­se Kri­tik kam inner­halb nur weni­ger Minu­ten auf der Face­book­sei­te der NRWZ zusam­men. Eine Lese­rin schimpft dort, das Gan­ze sei eine Ver­ar­sche. Und eine schreibt: „Dann lie­ber nichts beleuch­ten und vor allem nicht so eine gro­ße Rekla­me machen Wun­der was sie für einen tol­len Laser Show sie machen!!!also von Note 1–6 gebe ich eine 7!!!!”

Bockel­hart die Kri­tik auch anders­wo im Netz. „Da hat ja Bad­cap (eine) bes­se­re Laser Show”, pos­tet jemand bei den Kol­le­gen vom Zol­lern-Alb-Kurier. „Hät­te auch mehr erwar­tet”, steht dort, wor­auf jemand ant­wor­tet: „So geht’s uns allen auch.”

Zuge­ge­ben: Der Hype war groß. Die welt­größ­te Weih­nachts­ker­ze ver­spra­chen die Test­turm­bau­er. Ein klei­nes, gro­ßes High­light, außer­dem. Auf­wän­dig soll­te die Licht­in­stal­la­ti­on den Turm in Sze­ne set­zen. Die loka­len Medi­en fei­er­ten das Ereig­nis vor. Die Men­schen ström­ten in die Stadt – und nicht weni­ge frag­ten sich: Und wann beginnt die Laser­show?

Und dann das Ver­kehrs­cha­os. In der Innen­stadt ging schon vor 18 Uhr fast nichts mehr. Auf dem Ber­ner Feld stau­ten sich die Wagen zurück bis zur B27. Wer dann dort nicht Rich­tung Test­turm abzu­bie­gen ver­such­te, stell­te sich in der Au in einen rund einen Kilo­me­ter lan­gen Stau bis zum Haupt­kreuz hin­auf. Ohne auch nur was von dem Test­turm-Spek­ta­kel zu haben, das von die­ser Stre­cke aus nicht sicht­bar war.

Immer­hin: Es gab durch­aus auch posi­ti­ve Stim­men. Von Hin­ter­pre­di­ger aus soll man die Illu­mi­na­ti­on gut gese­hen haben, lau­te­te ein Tipp, der mehr­fach gege­ben wor­den ist – einer der Laser stand ja auch in der Dursch­stra­ße dort. Das Wohn­ge­biet hat damit so viel Men­schen gese­hen, wie schon lan­ge nicht mehr. Auch vom Neckar­tal aus hat­te man einen guten Blick.

Und vom Fuß des Testt­turms aus war die Show eben­falls sehr beein­dru­ckend. Wäre nicht der dich­te Ver­kehr gewe­sen mit vie­len Autos aus VS, TUT und BL. Eine NRWZ-Lese­rin beschreibt es so: „Bah, da ist Stau in alle Rich­tun­gen und raus kommt man erst recht nicht, hab jetzt über 30 Min gebraucht um raus zu kom­men…” Ein ande­rer bestä­tigt das: „Habe gera­de 30 min gebraucht vom turm in die stadt.”

Doch trös­ten wir uns: Rott­weil hat jetzt Image. Ein ganz neu­es. Aus dem Zol­lern-Alb-Kreis mer­ken sie an: „Siehst, die Rott­wei­ler machen was aus Ihrer Stadt! Und er wird immer Grö­ßer.” Oder hier, der Lieb­lings­spruch der NRWZ-Redak­ti­on an die­sem Sonn­tag­abend: „Rott­weil hat jetzt sei­nen Turm und Alb­stadt lei­der (noch) nicht mal einen Bau­markt.”

NACHTRAG: Auf die­sen Bei­trag hin gibt es gleich wie­der aus­glei­chen­de, posi­ti­ve Stim­men: „Ich per­söhn­lich fand es eine tol­le Show. Wer pro­biert bis zum Turm vor zu fah­ren, ist dann sel­ber Schuld wenn er nicht mehr raus kommt. Wir haben außer­halb bei dem Auto­haus auf der Wie­se geparkt. Kamen schnell hin und auch schnell wie­der weg.” Oder auch: „Zwi­schen bes­ser wis­sen und bes­ser machen liegt ein wei­tes Tal. Dafür daß der Turm so stark abge­lehnt wur­de soll­te sich man­cher freu­en das die Fir­ma was macht. Da war garan­tiert mehr Licht am Turm wie in der Innen­stadt. In 200m Höhe Licht zu machen ist sicher nicht so ein­fach wie eine Lich­ter­ket­te im Gar­ten zu hän­gen.” 

Auf den Punkt gebracht: „Ihr alten Mecke­rer. Mit nichts zufrie­den. War nicht der Ren­ner aber i.O.”

Hier, als klei­nes Bon­bon und zum Wie­derr­un­ter­kom­men, das Making of: