Gut angekommen: Der „Bürgerdialog“ der grünen Landtagsfraktion im Kapuziner. Foto: pm

ROTTWEIL – In ihrem letz­ten Tref­fen berei­te­ten die Orts­grü­nen inten­siv die Ver­samm­lung am 12. März vor, in der sie ihre Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten für die Gemein­de­rats­wahl wäh­len. Es soll eine ange­neh­me Ver­an­stal­tung wer­den, bei der lang­wei­li­ge For­ma­li­en auf Spar­flam­me lau­fen. Doch es bliebt auch Zeit für die­se Fra­ge: “Wie geht bür­ger­na­he Poli­tik?“

Anlass dazu bot der Rück­blick auf den „Bür­ger­dia­log“ der grü­nen Land­tags­frak­ti­on im Son­nen­saal des Kapu­zi­ner. Die Sze­ne­rie erschien gespens­tisch: Da lud eine Par­tei zum Dia­log ein und bot einen ent­spre­chen­den Rah­men an. Doch drau­ßen ver­sam­mel­ten sich Anhän­ger der AfD. Sie ver­wei­ger­ten den Dia­log rie­fen statt­des­sen laut­stark: „Her­mann muss weg!“ Gemeint war Ver­kehrs­mi­nis­ter Win­fried Her­mann, der sich der­weil im Son­nen­saal freund­lich und aus­dau­ernd allen Fra­gen stell­te.

Unterm Strich beur­teil­ten die Orts­grü­nen das Ver­an­stal­tungs­for­mat sehr posi­tiv: Vom Fern­se­hen bekann­te Lan­des­po­li­ti­ker sind nicht mehr unnah­bar. Sie mischen sich direkt unter Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Gesprä­che am Rand erga­ben, wie sehr die­se umge­kehrt die­sen unmit­tel­ba­ren Kon­takt schät­zen. Der ist enger als von den Red­ner­büh­nen her­ab. Das erdet und man nimmt Mei­nun­gen ande­rer per­sön­li­cher wahr. Frank Sucker mut­maß­te, dass Poli­ti­ker gefähr­det sind „abzu­he­ben“, wenn sie nicht nur idea­lis­tisch für die Poli­tik, son­dern auch von ihr leben. Da kön­nen sol­che Foren heil­sam sein.

Rott­weils Grü­ne schal­te­ten sich aber auch aktiv in die Gesprä­che ein. So wand­te sich etwa Inge­borg Gek­le Mai­er mit ihrem Her­zens­wunsch an der Ver­kehrs­mi­nis­ter, zwi­schen Rott­weil und Balingen doch auch einen moder­nen Regio­bus ein­zu­füh­ren. Die­se sei eben­so erfolg­ver­spre­chend wie der zwi­schen Rott­weil und Schiltach. Her­mann griff die­se Anre­gung sehr posi­tiv auf.

Grü­nen­spre­cher Jörg Hügel fass­te aber auch Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge zusam­men, so bedau­er­ten man­che, dass es für den Kli­ma­schutz kei­nen eige­nen Dis­kus­si­ons­tisch gab. Auch sei­en die Tische zu nahe bei­ein­an­der gestan­den, was die Ver­stän­di­gung erschwer­te. Ein wei­te­rer Tipp: Die Abge­ord­ne­ten soll­ten sich trau­en, auch Ein­zel­ge­spräch höf­lich zu been­den, wenn die­se sich zu lan­ge hin­zie­hen. Auch ande­re wol­len ihre Anlie­gen los­wer­den. Die­se Tipps lei­tet Jörg Hügel als Rück­mel­dung an die Land­tags­frak­ti­on wei­ter.

Die Schluss­fol­ge­run­gen für den grü­nen Orts­ver­band? In der hei­ßen Pha­se des Kom­mu­nal­wahl­kampfs sind unmit­tel­ba­re Gesprä­che mit Bür­ge­rin­nen und Bür­gern das A und O. Nicht zum Pre­di­gen, son­dern fürs auf­merk­sa­me Zuhö­ren. Auch die digi­ta­len Platt­for­men wie Home­page und Face­book wol­len gepflegt sein und mit Vide­os und Inter­views anspre­chen­der wer­den. Ein grü­ner Insta­gram-Account erschien untaug­lich, inner­halb der kur­zen Zeit die wün­schens­wer­te Reich­wei­te zu ent­fal­ten.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter: Home­page: http://www.gruene-rottweil-zimmern.de
Face­book: https://www.facebook.com/Grüne-Rottweil-Zimmern-541737352569141/?ref=hl