Engelberd Leib vom Betreuungsverein beim Seniorentreff. Foto: pm

SCHRAMBERG (pm) – Gro­ßes Inter­es­se hat­ten die Gäs­te des Senio­ren Treffs, denn es ging um eine The­ma­tik, die alle angeht und dabei doch immer wie­der Fra­gen auf­wirft: Vor­sor­ge­voll­macht und Pati­en­ten­ver­fü­gung. Dar­über berich­tet Bar­ba­ra Olo­win­sky vom Senio­ren­fo­rum:

Als Sach­ver­stän­di­ger hat­te sich Engel­berd Leib vom Betreu­ungs­ver­ein im Land­kreis Rott­weil bereit erklärt zu infor­mie­ren und geziel­te Fra­gen zu beant­wor­ten. So emp­fahl er vor dem Erstel­len einer sol­chen Voll­macht, sich selbst zu fra­gen: Wo will ich im Alter leben? Wie will ich leben? Wer soll für mich ver­ant­wort­lich sein?

Dabei sei es vor allem wich­tig, die Per­so­nen, die even­tu­ell eine sol­che Voll­macht über­neh­men, zu befra­gen, das bedeu­te also Gesprä­che mit den Kin­dern, Ange­hö­ri­gen oder Ver­trau­ten zu füh­ren und die Absichts­er­klä­run­gen vor­her durch­zu­spre­chen. Nach beid­sei­ti­ger Unter­zeich­nung der Voll­macht, tre­te die­se in Kraft, sobald bei­de Ver­trags­part­ner ein Exem­plar in Hän­den haben.

Gegen­sei­ti­ges Ver­trau­en sei dabei wich­tig, soll­te das jedoch zu einem spä­te­ren nicht mehr gege­ben sein, kön­ne auch eine sol­che Voll­macht zurück­ge­nom­men wer­den. Dabei muss aber das Ori­gi­nal bei den Bevoll­mäch­tig­ten zurück­ge­for­dert und beim Notar wider­ru­fen wer­den. (even­tu­ell zu Guns­ten Ande­rer).

Über die ver­schie­de­nen Punk­te der Voll­macht kann man sich im Inter­net beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz und für Ver­brau­cher­schutz infor­mie­ren und ent­spre­chen­de For­mu­la­re selbst aus­dru­cken. Loh­nend ist auch der Weg zum Betreu­ungs­ver­ein, Geschäfts­stel­le in Schram­berg, Haupt­stra­ße 11. Hier kann auch jemand, der oder die kei­ne direk­ten Ange­hö­ri­gen oder Ver­trau­te hat, die eine sol­che Voll­macht über­neh­men kön­nen, den Ver­ein selbst als Bevoll­mäch­tig­ten ein­set­zen.

Die ein­mal auf­ge­setz­te Voll­macht kön­ne, so Leib, auch beim Notar ein­ge­schlos­sen wer­den und erst dann in Kraft tre­ten mit einem ärzt­li­chen Attest, das bestä­tigt, dass die betrof­fe­ne Per­son nicht mehr ent­schei­dungs­fä­hig ist.

Die­sel­ben Vor­be­rei­tun­gen gel­ten auch für die Pati­en­ten­ver­fü­gung mit der Vor­fra­ge: Was soll mit mir gesche­hen, wenn ich ins Kran­ken­haus muss oder im Kran­ken­haus nicht mehr selbst ent­schei­den kann? Wem ertei­le ich die­se Ver­fü­gungs­voll­macht, der dann mei­nen Wil­len auch ver­tritt? Der behan­deln­de Arzt muss dann zuerst prü­fen, ob der Patient/die Pati­en­tin in irgend­ei­ner Form in der Lage ist, selbst eine Ent­schei­dung zu tref­fen oder bereits eine sol­che Ent­schei­dung schrift­lich getrof­fen hat.

Abschlie­ßend emp­fahl der Refe­rent, eine Kar­te mit Hin­weis auf Voll­macht und Pati­en­ten­ver­fü­gung stets im Geld­beu­tel mit sich zu tra­gen. Das Ori­gi­nal soll­te am bes­ten zu Hau­se und eine Kopie beim Haus­arzt depo­niert sein.

Eini­ge per­sön­li­che Fra­gen der Gäs­te konn­ten noch aus­führ­lich beant­wor­tet wer­den und es kam der Wunsch auf, zu einem spä­te­ren Zeit­punkt, die The­ma­tik in erwei­ter­ter Form im Senio­ren Treff noch ein­mal auf­zu­grei­fen. Zunächst ist aller­dings im August Som­mer­pau­se.”