Sie setzen sich für ein „hürdenfreies Schramberg“ ein: Silvia Gmelin (GIEB) , Juliane Kugler, Matthias Kohlhase, Barbara Olowinsky (alle Seniorenforum) und Oberbürgermeister Thomas Herzog. Foto: him

Senio­ren­form, JUKS³ und die Akti­ons­ge­mein­schaft GIEB aus dem Kreis Rott­weil (sie­he Info) machen gemein­sa­me Sache, um Schram­berg „hür­den­frei“ wer­den zu las­sen. Bei einem Pres­se­ge­spräch im Rat­haus hat Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog her­vor­ge­ho­ben, dass Schram­berg sich schon seit vie­len Jah­ren um Bar­rie­re­frei­heit küm­me­re. Gera­de bei den Belan­gen von Blin­den und Seh­be­hin­der­ten sei die Stadt „in engem Kon­takt mit der Stif­tung St. Fran­zis­kus in Hei­li­gen­bronn“. Es gehe aber nicht nur um kom­mu­na­le Gebäu­de, son­dern dar­um, „im öffent­li­chen Raum, in Geschäf­ten und Gast­stät­ten Hür­den abzu­bau­en“.

Nun haben GIEB, JUKS³ und das Senio­ren­fo­rum eine gemein­sa­me Akti­on geplant, die am 8. Mai star­ten soll: Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus zwei Klas­sen der Erhard-Jung­hans-Schu­le und des Gym­na­si­ums wer­den mit stan­dar­di­sier­ten Fra­ge­bö­gen durch die Stadt zie­hen und die Bar­rie­re­frei­heit prü­fen. Die Pro­jekt­ko­or­di­na­to­rin von GIEB, Sil­via Gme­lin, beton­te, wie wich­tig die Bar­rie­re­frei­heit für die gesell­schaft­li­che Teil­ha­be aller Men­schen sei. Wer nicht wis­se, ob er im Kino eine Behin­der­ten­toi­let­te fin­de, wer­de als Roll­stuhl­fah­rer gar nicht erst ins Kino gehen.

Nach­dem meh­re­re Kom­mu­nen begon­nen hat­ten, im Inter­net über Bar­rie­ren und Bar­rie­re­frei­heit zu infor­mie­ren, sei der Gedan­ke einer ein­heit­li­chen Platt­form für den Kreis ent­stan­den. Mat­thi­as Kohl­ha­se vom Senio­ren­fo­rum (SeFo) berich­te­te, dass sei­ne Grup­pe schon seit Jah­ren sich mit der Bar­rie­re­frei­heit beschäf­ti­ge. Als man vom GIEB-Pro­jekt erfuhr, war schnell klar: „Wir müs­sen das Rad nicht neu erfin­den.“ Das SeFo schloss sich „Hür­den­los“ an und arbei­tet seit zwei Jah­ren gemein­sam.

Die Schü­ler sei­en nach ihrer Schu­lung „Feu­er und Flam­me“, so Bar­ba­ra Olo­win­sky vom SeFo. Das Pro­jekt sen­si­bi­li­sie­re die Jugend­li­chen auch für das The­ma Behin­de­run­gen. Weil bei den Über­prü­fun­gen auch Men­schen mit Behin­de­run­gen dabei sei­en, ergänz­te Gme­lin, kämen auch direk­te Kon­tak­te zustan­de.

Die Über­prü­fung soll zunächst in der Tal­stadt star­ten, dann aber schritt­wei­se auf das gan­ze Stadt­ge­biet aus­ge­dehnt wer­den. Dafür wür­den auch Kir­chen­ge­mein­den und Ver­ei­ne ange­spro­chen. „In Ten­nen­bronn“, wuss­te Julia­ne Kug­ler vom SeFo zu berich­ten, „ist das Ehe­paar Götz schon sehr eif­rig dabei.“

Wenn die Daten erho­ben sei­en, ste­he als nächs­ter Schritt das Gespräch mit den Haus­ei­gen­tü­mern und Geschäfts­leu­ten an. Oft­mals brau­che es nur ein Hin­weis­schild, dass es ums Eck einen behin­der­ten­ge­rech­ten Zugang gebe, mein­te Gme­lin. Der Pro­zess wer­de nicht in ein, zwei Jah­ren abge­schlos­sen sein, ist sie überzeugt:„Das ist ein Dau­er­the­ma. Wir wol­len mit klei­nen Schrit­ten anfan­gen.“

Info: GIEB steht für Gestal­ten, Infor­mie­ren, Erle­ben, Betei­li­gen. Die Akti­ons­ge­mein­schaft bil­den ver­schie­de­ne Orga­ni­sa­tio­nen, die  sich um Men­schen mit Behin­de­run­gen küm­mern und die Inklu­si­on im Kreis vor­an­trei­ben wol­len. Es sind der Land­kreis selbst, die Lebens­hil­fe, die Stif­tung St. Fran­zis­kus, die Öku­me­ni­sche Kin­der und Jugend­för­de­rung, das Vin­zenz-von-Paul Hos­pi­tal und die Bru­der­haus Dia­ko­nie.