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Dienstag, 10. Dezember 2019
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Wo drückt der Schuh? Flüchtlinge, Gesundheit?

Ste­fan Teu­fel zu Gemein­de­be­such in Schiltach

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SCHILTACH (pm) – Wo drückt Sie der Schuh? frag­te der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te des Wahl­krei­ses, Ste­fan Teu­fel am sel­ben Abend gleich drei Mal bei ver­schie­de­nen Ter­mi­nen in Schiltach; laut CDU-Pres­­se­­mit­­tei­­lung.

Ganz unter­schied­lich, so kann man die zahl­rei­chen Ant­wor­ten kurz und prä­gnant zusam­men­fas­sen. Wobei das Flücht­lings­the­ma auch in der „Flö­ßer­stadt“ immer wie­der im Fokus des Inter­es­ses stand.

So beim Besuch des CDU-Poli­­ti­kers im Rat­haus, wo beim Gespräch mit Bür­ger­meis­ter Tho­mas Haas, Gemein­de­rä­ten und dem CDU-Stadt­­­ver­­­band­s­­vor­­­sit­zen­­den Franz Har­ter der in wei­ten Tei­len vor­han­de­ne Unmut und die zuneh­men­den Sor­gen deut­lich arti­ku­liert wur­den. Von erfüll­ter Quo­te bis zu der For­de­rung, dass es Gren­zen der Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät gebe und der von nicht weni­gen Mit­bür­gern hin­ter­frag­ten Berech­ti­gung man­cher, die Auf­nah­me begehr­ten, gin­gen die arti­ku­lier­ten Mei­nungs­äu­ße­run­gen.

In einer Debat­te, die sehr viel Sen­si­bi­li­tät zwi­schen den „Stim­mungs­po­len“ ver­langt und in der Ste­fan Teu­fel ein­mal mehr sein Fünf-Pun­k­­te-Pro­­gramm vor­trug, das er als unab­ding­bar ansieht, wenn es dar­um geht, den Flücht­lin­gen mit Blei­be­per­spek­ti­ve zu hel­fen, die ande­ren jedoch zeit­nah wie­der in ihre Hei­mat zurück­zu­füh­ren. Im Inter­es­se aller Betei­lig­ten.

Wie sehr die Stim­mung teil­wei­se auf­ge­heizt sei, zei­ge sich dar­an, dass er bei ganz ver­nünf­ti­gen Vor­schlä­gen, die der Beru­hi­gung der Situa­ti­on die­nen und der Über­for­de­rung der Gesell­schaft ent­ge­gen­wir­ke, zei­gen ihm „hef­ti­ge Angrif­fe unter der Gür­tel­li­nie, die nie­man­dem hel­fen. Am aller­we­nigs­ten den­je­ni­gen Flücht­lin­gen, die unse­re Hil­fe so sehr nötig haben“, so Teu­fel laut CDU-Bericht.

Ansons­ten gilt die Stadt am Ein­gang zum Kin­zig­tal nicht zu Unrecht als weit­ge­hend ohne Pro­ble­me: auch bei der ärzt­li­chen Ver­sor­gung, wie ein Besuch in der neu ein­ge­rich­te­ten Arzt­pra­xis von Dr. med. Lars Kae­se­mann im Dienst­leis­tungs­zen­trum zeig­te. Der vor einem Jahr voll­zo­ge­ne Umzug in die neu­en, über­schau­ba­ren und auf kur­ze Wege ein­ge­rich­te­ten Räum­lich­kei­ten habe sich gelohnt, berich­te­te der Arzt dem christ­de­mo­kra­ti­schen Abge­ord­ne­ten, der als gesund­heits­po­li­ti­scher Spre­cher der CDU-Lan­d­­tags­­frak­­ti­on beson­de­ren Wert auf den Dia­log hin­sicht­lich der ärzt­li­chen Ver­sor­gung im länd­li­chen Raum legt.

Ein viru­len­tes The­ma, nicht zuletzt der Tat­sa­che geschul­det, dass heu­te 70 Pro­zent der Medi­zin­stu­den­ten weib­lich sind und die Vor­stel­lun­gen einer zukünf­ti­gen Tätig­keit sich kaum mehr decken mit dem bis­her bekann­ten und geschätz­ten „Land­arzt“. Arzt und Poli­ti­ker waren sich dar­in einig, dass MVZs – Medi­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­zen­tren – ein Modell sein kön­nen für die Sicher­stel­lung von Fach­arzt­pra­xen, dass jedoch Haus­ärz­te sich über­wie­gend mit die­sem Sche­ma schwer tun. „Ohne Haus­arzt aber geht es nicht“, auch die­ser Satz war unum­strit­ten. Wie auch Ste­fan Teu­fel sich zufrie­den und froh damit zeig­te, dass es der CDU-Lan­d­­tags­­frak­­ti­on gelun­gen war, einen Lehr­stuhl für All­ge­mein­me­di­zin in Frei­burg zu instal­lie­ren.

Blieb der drit­te – und deut­lich längs­te – Teil des Gemein­de­be­su­ches von Ste­fan Teu­fel: der öffent­li­chen Ver­an­stal­tung im Gast­hof „Pflug“ in Vor­der­le­hen­ge­richt. Mit einer nicht all zu klei­nen Über­ra­schung nach dem Ein­gangs­state­ment von Ste­fan Teu­fel: Dies­mal stand nicht die Flücht­lings­si­tua­ti­on an ers­ter Stel­le, son­dern die Bil­dungs­po­li­tik mit allen Facet­ten, die die Umwäl­zun­gen durch die grün-rote Lan­des­re­gie­rung mit sich gebracht hat. „Was wir wol­len ist, dass end­lich wie­der Ruhe ein­kehrt in die Schul­po­li­tik und dass das bis­he­ri­ge Durch­ein­an­der auf­hört“, for­der­te dabei Bri­git­te Sum, die als CDU-Vor­­­sit­zen­­de von Schen­ken­zell Mit­vor­sit­zen­de die­ses Dis­kus­si­ons­abends war.

Ein Ansin­nen, mit dem sie nicht allei­ne steht und das von Ste­fan Teu­fel dahin­ge­hend beant­wor­tet wur­de, dass die CDU nach einem mög­li­chen Wahl­sieg am 13. März nächs­ten Jah­res kein „roll back“ ver­an­stal­ten und die grün-roten Ver­än­de­run­gen alle­samt zurück­dre­hen wer­de, son­dern „wir wer­den auf der Grund­la­ge unse­res Wer­te­sys­tems das Bil­dungs­sys­tem so dif­fe­ren­ziert und pass­ge­nau für den jewei­li­gen Schü­ler wei­ter­ent­wi­ckeln.“ So wie dies dem Bild des Men­schen in sei­ner Unter­schied­lich­keit und mit sei­nen ver­schie­de­nen Bega­bun­gen gerecht wer­de.

Was auch für die Flücht­lin­ge und Asyl­be­wer­ber und deren Per­spek­ti­ven erge­be: „Sie benö­ti­gen beson­de­re, auf sie abge­stimm­te För­de­rung und Hil­fe.“ So gin­gen die bei­den The­men­be­rei­che Bil­dung und Flücht­lin­ge inein­an­der über: Jedem Men­schen gerecht wer­den, unab­hän­gig davon, woher er kommt. „Auf der Grund­la­ge unse­res Men­schen­bil­des wol­len wir nach der Land­tags­wahl zusam­men mit den Men­schen Poli­tik für unser Land gestal­ten“, zeig­te Ste­fan Teu­fel sei­ne Leit­li­nie auf.

Dies gel­te auch für die Fami­li­en­po­li­tik: in sei­ner Ver­ant­wor­tung als Sozi­al­po­li­ti­ker hat er für die CDU-Lan­d­­tags­­frak­­ti­on mit sei­nen Kol­le­gen aus Rhein­­land-Pfalz und Hes­sen ein fami­li­en­po­li­ti­sches Pro­gramm ent­wi­ckelt, das jen­seits aller Gen­­der-Ideo­­lo­gie die För­de­rung der Fami­li­en in den Mit­tel­punkt stellt und ihnen etwas zutraut: „Wir wol­len sie nicht bevor­mun­den, son­dern set­zen dar­auf, dass sie in Frei­heit ihrer Ver­ant­wor­tung gerecht wer­den.“ Der Staat set­ze dafür ledig­lich die Rah­men­be­din­gun­gen. Wie er sich auch in der nächs­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode mit aller Lei­den­schaft und Kraft für „etwa gleich­wer­ti­ge Lebens­be­din­gun­gen im länd­li­chen Raum mit denen in den Bal­lungs­zen­tren“ ein­set­zen wer­de: „Dies ist und bleibt Mar­ken­kern chris­t­­lich-demo­kra­­ti­­scher Poli­tik für Baden-Wür­t­­te­m­berg“, beton­te Ste­fan Teu­fel.

 

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