Zum Jubiläum eine satirische Komödie: „Top Dogs“

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SCHRAMBERG (ka/him) ‑Zum Jubi­lä­um schenkt sich die Thea­ter­werk­statt ein unge­wöhn­li­ches Pro­jekt. Die Schram­ber­ger Thea­ter­grup­pe spielt  die sati­ri­sche Komö­die „Top Dogs“ des Schwei­zer Autors Urs Wid­mer.

Die Pre­mie­re des preis­ge­krön­ten Stü­ckes wird am  Mitt­woch, 28. Janu­ar um 20 Uhr im Eli­sa­be­tha-Glöck­ler-Saal der Stif­tung St. Fran­zis­kus Hei­li­gen­bronn sein. Wei­te­re Vor­stel­lun­gen sind am 30. und 31. Janu­ar sowie am 1. Febru­ar.

Der im vori­gen Jahr ver­stor­be­ne Schrift­stel­ler Urs Wid­mer hat sich in sei­nem Stück mit der Fra­ge beschäf­tigt: „Gehen ent­las­se­ne Top-Mana­ger zum Arbeits­amt?“ Natür­lich nicht. In Out­pla­ce­ment-Agen­tu­ren wer­den sie, häu­fig von der Fir­ma bezahlt, deren Geschi­cke sie bis dato lei­te­ten, auf­ge­fan­gen und wie­der auf­ge­baut. Man bleibt unter sich und kann in einem gewis­sen Rah­men den Sta­tus wah­ren.

Doch der Ver­lust von Pres­ti­ge, Image und Macht ist enorm; ger­ne ver­heim­li­chen die ehe­mals hohen Tie­re ihre Arbeits­lo­sig­keit vor Bekann­ten, sogar vor der Fami­lie und manch­mal auch vor sich selbst. Erst in der Agen­tur ler­nen sie die Wahr­heit akzep­tie­ren. Da unter­schei­den sich die „Top Dogs” sich über­haupt nicht von den soge­nann­ten „Under­dogs”.  Dabei beruht die Ent­las­sung der Mana­ger – auch das eine Par­al­le­le – in der Regel nicht auf einer schlech­ten Arbeits­leis­tung, son­dern schlicht auf Umstruk­tu­rie­rungs-maß­nah­men. Stimmt die Bilanz des Unter­neh­mens nicht mehr, ver­ab­schie­det man sich heu­te zuneh­mend auch von den Inha­bern hoch­do­tier­ter Posi­tio­nen.

Wid­mer schrieb das Stück 1996, nach­dem er mit ent­las­se­nen Top­ma­na­gern gespro­chen hat­te. Deren Pro­ble­me mit der Ent­las­sung  nutz­te er als Grund­la­ge der Cha­rak­ter­kon­flik­te. Die Recher­chen, das Schrei­ben des Stücks und die Pro­ben fan­den zur glei­chen Zeit statt: „Alles in allem eine hei­ße Zeit. In drei Mona­ten waren wir fer­tig“ erzähl­te Wid­mer der Lite­ra­tur­zeit­schrift Tor­so, wie bei Wiki­pe­dia nach­zu­le­sen ist. Ein sehr aktu­el­les Stück, das in unse­re Zeit passt. Und ein har­tes Stück Arbeit für Regie und Ensem­ble.

Unter der Regie von Harald From­mer wir­ken mit: Gabrie­le From­mer, Lara Kiol­bassa, Bea­te Mey­er-Pick, Klaus And­reae, Lars Born­schein, Roland Eisele, Mar­tin Him­mel­he­ber und Ger­hard Ruoff.

Kar­ten zum Preis von 12 Euro (Schüler/Studierende sechs Euro) gibt es im Vor­ver­kauf  ab sofort bei der Buch­hand­lung Klauss­ner in Schram­berg, Tel. 07422/3585.

 

 

 

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