OB-Kandidatin als Motivatorin

Buntspecht & Grüne im Austausch mit Dorothee Eisenlohr

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Dorothee Eisenlohr im Gespräch mit den Gästen.

Bei schweiß­trei­ben­den Tem­pe­ra­tu­ren begrüß­te Bunt­specht Vor­sit­zen­der Peter Schi­mak im
Neben­zim­mer des Gast­haus Schrai­vo­gel zum offe­nen Gespräch der Lis­te Bunt­specht &
Grü­ne mit der OB-Kan­di­da­tin Doro­thee Eisenlohr. Rund 35 Gäs­te waren laut Pres­se­mit­tei­lung der Lis­te Bunt­specht gekom­men und nutz­ten die Gele­gen­heit, um die der­zeit ein­zi­ge Frau unter den Bewer­bern für das Ober­bür­ger­meis­ter­amt ken­nen­zu­ler­nen.

Nach Vor­stel­lung ihrer bis­he­ri­gen beruf­li­chen Tätig­kei­ten, unter ande­rem beim Ver­band
Regi­on Stutt­gart, folg­te die ers­te Fra­ge aus dem Publi­kum. Was ihre Moti­va­ti­on sei, für das Amt der Ober­bür­ger­meis­te­rin von Schram­berg zu kan­di­die­ren. Eisenlohr sprach von viel­fäl­ti­gen Moti­va­tio­nen. Zum einen wol­le sie eine ordent­lich struk­tu­rier­te und moti­vier­te
Ver­wal­tung. „Ver­wal­tun­gen sol­len sich nicht mit sich selbst beschäf­ti­gen“, so Eisenlohr.

Eine zwei­te Moti­va­ti­on sei, dass es zu weni­ge Frau­en im Amt des Ober­bür­ger­meis­ter gebe. Nach zahl­rei­chen Wort­mel­dun­gen zu ver­schie­dens­ten The­men mein­te Eisenlohr schließ­lich: „Dies führt mich zu einer wei­te­ren Moti­va­ti­on – Es gibt viel zu tun.“ Eisenlohr scheint sich auf die Her­aus­for­de­run­gen, die auf die Stadt Schram­berg war­ten, zu freu­en.

Den Dialog suchen

Zum The­ma Jugend­li­che und der Fra­ge nach der gefühl­ten Sicher­heit in der Stadt mein­te
Doro­thee Nagel aus dem Publi­kum, dass der Stadt die Stel­le des Street­wor­kers feh­le. Frank
Ger­lach habe die in Schram­berg frü­her her­vor­ra­gend aus­ge­füllt und habe einen sehr guten Draht zu den Jugend­li­chen gehabt. Doro­thee Eisenlohr woll­te nichts ver­spre­chen, mein­te aber, man brau­che den Dia­log mit den Jugend­li­chen und noch mehr Ange­bo­te.

Über­haupt gehe es ihr um Dia­log, um alle Men­schen in Schram­berg zu errei­chen. Wolf­gang Geiß­ler ergänz­te, man müs­se Bür­ger­pro­ble­me erken­nen, bevor das Kind in den Brun­nen gefal­len ist.

Beim The­ma Bus­ver­kehr sag­te Eisenlohr, dass eine bes­se­re Anbin­dung an das
Schwarz­wald-Baar-Kli­ni­kum ein bereits oft an sie her­an getra­ge­ner Wunsch sei. Aus dem
Publi­kum lob­te Hei­de Pfaff den vom Land geför­der­ten Regio­bus von Schiltach nach Rott­weil. Ergänz­te aber, dass die Attrak­ti­vi­tät des Bus­ver­kehrs noch wei­ter gestei­gert wer­den müs­se und nicht in ers­ter Linie auf Ren­ta­bi­li­tät geschaut wer­den sol­le. Eisenlohr füg­te hin­zu, dass man nied­rig­schwel­li­ge Ange­bo­te brau­che.

Vol­ker Goerz schlug vor, die Bus-Tak­tung an die Indus­trie-Schicht­zei­ten anzu­pas­sen. Eisenlohr ant­wor­te­te, dass man aller­dings alle Umfeld­be­dürf­nis­se betrach­ten müs­se, wie zum Bei­spiel auch Bahn­an­bin­dun­gen. Mar­tin Him­mel­he­ber ergänz­te, dass der Bus­ver­kehr sich maß­geb­lich an den Schul­zei­ten ori­en­tie­re, da Schü­ler etwa 80 Pro­zent der Bus­fahr­gäs­te aus­mach­ten.

Mehr Eigenständigkeit für die Ortsteile?

Zu den Schram­ber­ger Stadt­tei­len mach­te Eisenlohr einen inter­es­san­ten Vor­schlag. Man kön­ne sich über­le­gen, wie man den Orts­tei­len mehr Frei­räu­me ver­schaf­fen könn­te. Eine Mög­lich­keit wären soge­nann­te Bür­ger­haus­hal­te, wie sie die­se aus Stutt­gart ken­ne. Über ein gewis­ses Bud­get könn­ten die Bür­ger eines Teil­or­tes dann weit­ge­hend selbst ent­schei­den, um klei­ne­re Pro­jek­te umzu­set­zen. Bei den The­men Han­del, Laden-Leer­stand und Innen­stadt möch­te Eisenlohr schau­en, dass man dem „City-Manage­ment“ Stel­len-Res­sour­cen zur Sei­te stellt. Wenn mög­lich auch ohne Neu­ein­stel­lung. „Tou­ris­ten muss mane­ben­falls in die Stadt locken“, so Eisenlohr.

Als Vor­bild für die loka­le Wirt­schafts­för­de­rung erwähn­te Vol­ker Goerz die Exis­tenz­grün­der­initia­ti­ve EGON in Nie­dere­schach. Hier scheint Goerz offe­ne Türen bei Frau
Eisenlohr ein­zu­ren­nen. Als Netz­wer­ke­rin und der­zei­ti­ge Geschäfts­füh­re­rin der Wirt­schafts­för­de­rung Schwarz­wald-Baar-Heu­berg schei­nen sol­che Initia­ti­ven ganz in ihrem
Sin­ne.

Wohnraum und Klimaziele

Im Bezug auf die Wohn­raum­si­tua­ti­on und Attrak­ti­vi­tät der Stadt ergänz­te Eisenlohr: „Vie­le Fach­kräf­te pen­deln ein. Eine Bin­dung an die Stadt ist auch gut für die Unter­neh­men.“ Eisenlohr, die das Wahl-Pro­gramm der Lis­te Bunt­specht & Grü­ne mit­brach­te und offen­sicht­lich gründ­lich stu­diert hat­te, mein­te: „Ich möch­te mich nicht anbie­dern, aber ich kann alles in ihrem Pro­gramm mit­tra­gen.“ Im Bezug auf städ­ti­sche Bau­pro­jek­te mein­te Eisenlohr: „Ich fin­de ja Holz als Bau­stoff inter­es­sant.“ Mit den zukünf­ti­gen Bau­pro­jek­ten (zum Bei­spiel
Schul­cam­pus) kön­ne sich die Stadt auch einen Ruf erar­bei­ten.

Doro­thee Eisenlohr neben Peter Schi­mak und Gäs­ten im Gast­haus Schrai­vo­gel. Fotos: pm

Auf die Fra­ge des städ­ti­schen Umwelt­be­auf­trag­ten Karl Pröbst­le zu den kom­mu­na­len Kli­ma­schutz­zie­len mein­te Eisenlohr: „Wir haben Ein­fluss auf die städ­ti­schen Gebäu­de und deren Ener­gie­bi­lanz. Man darf sich ruhig ehr­gei­zi­ge Zie­le set­zen.“ Eisenlohr brach­te danach selbst die For­de­rung des NABU nach einer „pes­ti­zid­frei­en Kom­mu­ne“ zur Spra­che. Da laut
Umwelt­be­auf­trag­ten Pröbst­le hier kei­ne gro­ßen Umstel­lun­gen von städ­ti­scher Sei­te aus
nötig wären, hät­te man schon einen klei­nen, sicht­ba­ren Erfolg, so Eisenlohr.

Man merk­te, dass Frau Eisenlohr moti­vie­ren möch­te. Auch klei­ne Erfol­ge sicht­bar machen. Auf die Fra­ge von Peter Schi­mak nach Bür­ger­be­tei­li­gung, bei­spiels­wei­se mit­tels digi­ta­ler Medi­en, ver­wies Eisenlohr auf Grund­sätz­li­ches. Es gehe dar­um, die Weis­heit der Vie­len nutz­bar zu machen. Als Metho­de nann­te sie den Begriff „Art of hos­ting“. Die­ser bedeu­tet in etwa, einen siche­ren Rah­men für gute Gesprä­che und effi­zi­en­te Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on zu fin­den. Die­sen siche­ren Rah­men hat­te Frau Eisenlohr an die­sem Abend auf jeden Fall gefun­den.

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