Gruppe von mutmaßlichen Geldautomatensprengern gefasst – offenbar auch die Täter von Sulz

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Seit mehreren Monaten ermitteln die Staatsanwaltschaft Bamberg, das Bayerische und das Baden-Württembergische Landeskriminalamt gemeinsam gegen eine Gruppe von Geldautomatensprengern, denen nach aktuellen Erkenntnissen mindestens sechs Taten bundesweit zugeordnet werden. Darunter auch die nächtliche Sprengung eines Geldautomaten der Volksbank Rottweil in der Filiale Sulz.

(Kreis Rottweil). Unter anderem wegen des festgestellten Modus Operandi und des eingesetzten Sprengstoffes hätten die Ermittler zu Beginn einer neuen Serie, aus der eine Tat offenbar auch in Sulz begangen wurde, bereits erkannt, dass es sich um eine Tätergruppierung aus den Niederlanden handelt. Bereits zu Jahresanfang meldeten die genannten Ermittlungsbehörden eine entsprechende Festnahme einer anderen Gruppierung. Einer neuerlichen, gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Bamberg und der Landeskriminalämter Bayern und Baden-Württemberg sind wiederum Festnahmen und Durchsuchungen in den Niederlanden erfolgt.

Diese habe am gestrigen Mittwoch, 27. September, stattgefunden. Dabei seien vier Haftbefehle vollzogen und neun Objekte durchsucht worden.

Laut den Ermittlungsbehörden ist eine der ersten Taten dieser Serie von Geldautomatensprengungen, die alle mit Festsprengstoff begangen wurden, am 24. April 2023 um 4.24 Uhr in 01723 Wilsdruff, Freiberger Straße 1a (SN, Ostsächsische Sparkasse Dresden) begangen worden. Erbeutet wurden dabei 185.000 Euro.

Folgende weitere Taten werden derzeit ebenfalls dieser Gruppierung zugerechnet:

  • 25. April 2023, 02:23 Uhr: 90763 Fürth, Schwabacher Straße 265, Sparkasse Fürth, Beutesumme: 199.080 Euro
  • 12. Mai 2023, 03:27 Uhr: 65936 Frankfurt am Main, Alt-Sossenheim 25 / HE, Frankfurter Sparkasse, Beutesumme noch nicht bekannt
  • 17. Mai 2023, 04:54 Uhr: 72172 Sulz am Neckar, Untere Hauptstraße 24 / BW Volksbank Rottweil eG, Beutesumme noch nicht bekannt
  • 18. Mai 2023, 03:08 Uhr: 83940 Leipheim, Von-Richthofen-Straße 8-10 VR-Bank Donau-Mindel eG, Beutesumme: 5.235 Euro
  • 27. Juni 2023, 03:06 Uhr: 96110 Scheßlitz, Anger 4, VR-Bank Bamberg-Forchheim, keine Beutesumme da Versuch

Auch aufgrund der bestehenden Sachzusammenhänge zu dem dort bereits anhängigen Ermittlungsverfahren führt die Staatsanwaltschaft Bamberg die Ermittlungen in all diesen Fällen.

Volksbank in Sulz von Geldautomatensprengern heimgesucht – Beute wohl sechsstellig, Täter flüchtig

Für die polizeiliche Arbeit richtete das Bayerische Landeskriminalamt eine Ermittlungsgruppe im Bereich der Organisierten Kriminalität ein. Beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg werden die Fälle von GAA-Sprengungen zentral bei der Abteilung 4 (Organisierte Kriminalität / Rauschgiftkriminalität) im Bereich der grenzüberschreitenden Kriminalität bearbeitet.

Die Ermittlungen führten bundeslandübergreifend zu Übereinstimmungen im Modus Operandi, weshalb mithilfe der niederländischen Behörden die oben gelisteten Sprengungen einer Tätergruppierung hätten zugerechnet werden können. In enger Zusammenarbeit mit den niederländischen Justiz- und Polizeibehörden gelang es den Ermittlern nach Behördenangaben zudem, mehrere Mitglieder dieser Gruppe zu identifizieren.

Die Vorwürfe lauten insbesondere auf schweren Bandendiebstahl, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, Zerstörung eines Bauwerkes in einem Fall und schwere Sachbeschädigung in mehreren Fällen. Die Tatausführungen zeichnen sich allesamt durch Skrupellosigkeit und außerordentliche Gefährlichkeit aus.

Bei der Festnahme- und Durchsuchungsaktion am 27. September 2023 waren neben Angehörigen niederländischer Behörden auch Ermittlerinnen und Ermittler aus Bayern und Baden-Württemberg im Einsatz. Insgesamt waren mehr als 100 Einsatzkräfte, mehrere Staatsanwälte und Richter beteiligt.

Bei den vier Festgenommenen handelt es sich um Männer im Alter von 25 bis 30 Jahren mit Wohnsitz in den Niederlanden. Es handelt sich um niederländische sowie marokkanische Staatsangehörige. Bei den Durchsuchungen wurden nach Behördenangaben unter anderem Bargeld im fünfstelligen Bereich, Zünder, hochwertige Designerkleidung, sowie Speichermedien und Mobiltelefone sichergestellt.

Die festgenommenen Personen werden einem Haftrichter in den Niederlanden vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat die Auslieferung nach Deutschland beantragt.

“Die Landeskriminalämter Bayern und Baden-Württemberg verfolgen weiterhin mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten die Straftaten der Geldautomatensprenger”, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

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