Aus dem wenig genutzten Streetballplatz im Höfle möchte die Stadt einen Bolzplatz mit kleinen, niedrigen Toren machen. Der Gemeinderat hat jetzt beschlossen, dass das Vorhaben nicht auf die lange Bank geschoben, sondern noch möglichst in diesem Jahr umgesetzt werden soll. Zum Leidwesen einiger Anwohner allerdings, die sich durch Lärm und Müll  geschädigt fühlen.

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag hatte sich in der Einwohnerfragestunde der Sohn eines Höfle-Anliegers zu Wort gemeldet und die Pläne kritisiert (wir haben berichtet). Sein Vater sei anders als in der Tageszeitung dargestellt, keineswegs mit den Plänen einverstanden.

Unter Tagesordnungspunkt 7 stelle der Abteilungsleiter Jugend/Familie/Bürgerschaftliches Engagement, Marcel Dreyer, klar, dass wie in der Vorlage auch beschrieben nicht mit allen Anliegern Konsens herrsche.  Der  eine Anlieger allerdings habe ihm gegenüber erst vor kurzem die Pläne „positiver aufgenommen“.

Dreyer berichtete von der langen Vorgeschichte und vom Problem, Freispielflächen für Kinder und Jugendliche in der Talstadt zu finden, und der geänderten Rechtslage, wonach Kinderlärm nicht mehr als Lärm beurteilt werde. Er sehe die Bedenken der Anwohner, aber: „Kinder haben auch Rechte.“ Dreyer berichtete von einem Workshop mit Kindern, bei dem eine seiner Ansicht nach für alle gute Lösung gefunden worden sei. Der Platz wird verkleinert und die Tore um 90 Grad versetzt angebracht.

Marcel Dreyer stellte im Gemeinderat die Pläne für den Höflespielplatz vor. Fotos: him

Lärmschutz mit Edelstahlnetzen

Für den für Spielplätze zuständigen Karl Pröbstle ist der derzeitige Zustand schlechter als der künftige. Es gebe einen lediglich zwei Meter hohen Maschendrahtzaun um den nahezu quadratischen Platz. Nach der Umgestaltung entstehe ein zehn Meter breiter Abstand zu Nachbargrundstück. Man werde ein vier Meter hohes Edelstahlnetz aufspannen, das anders als die Netze am Kleinspielfeld bei der Graf-von-Bissingen-Schule oder am Bernecksportplatz nicht fest verspannt werde. Da es nachgebe, funktioniere es als „Schallschlucknetz“, und entspreche den Vorgaben des Deutschen Fußballbunds. Anders als Netze aus Kunststoff seien sie Vandalismus-sicher.

Bewegungsmöglichkeiten schaffen

Jürgen Reuter (“Aktive Bürger“) fand „erschreckend“, dass es in der Talstadt nur drei solcher Bolzplätze gebe und forderte bei Sanierungsgebieten zu prüfen, ob nicht weitere solcher Plätze angelegt werden könnten. Dominik Dieterle (CDU) sprach von einem „leuchtenden Beispiel“ für Kinderbeteiligung und sprach sich dafür aus, das 29.000 Euro Projekt möglichst bald umzusetzen.

Sein Fraktionskollege Dr. Jürgen Winter warb für mehr Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Er lobte, dass Dreyer „ein in den Konflikt“ mit der Nachbarschaft gehe. Er dankte aber auch dem Bürger, der mutig seine Meinung vorgetragen habe. Ralf Rückert (Freie Liste) empfahl größere und höhere Tore. Dann müssten höhere Zäune angebracht werden, entgegnete Pröbstle.

Wenn schon, denn schon

Tanja Witkowski (SPD-Buntspecht fand es großartig, dass sich 20 Kinder am Workshop beteiligt hatten. Sie hoffte dass über mögliche Selbstverpflichtungen der Kinder und den neuen Schutzstreifen die Probleme in den Griff zu bekommen seien. Udo Neudeck von der Freien Liste warb dafür, im Haushalt nach Möglichkeiten zu suchen, das Projekt  noch 2020 umzusetzen, es zeige den Kindern: „Wir nehmen euch ernst.“ Fachbereichsleiter Rudolf Mager versprach man werde einen deckungsvorschlag suchen.

Jürgen Moosmann (Freie Liste) warb für größere Tore, sonst sei das Spielen dort „reizlos“. Den Vorschlag, mal mit den Toren anzufangen und den Rest im kommenden Jahr  umzusetzen, fand ein anderer Rat nicht gut: „Wenn schon, denn schon.“ Ein halbfertiger Platz brächte nur Konflikte.

Am Ende waren sich alle einig: Der Höfleplatz wird umgebaut und zwar möglichst noch in diesem Jahr. Über die passende Torgröße soll noch einmal mit den Kindern  gesprochen werden.