Der Stromausfall am Samstagabend geht auf einen Kabelfehler zurück, so Stadtwerkechef Peter Kälble auf Nachfrage der NRWZ. Wie berichtet, kam es im Bereich Eckenhof/Steighäusle/Löchle nach 18.52 Uhr zu einem Stromausfall. Es habe lediglich 52 Minuten gedauert, bis die Stromversorgung wieder stand, betont Kälble.

Ursache war vermutlich ein Stein im Untergrund, der an einem 20 kV-Kabel in der Dr.-Helmut-Junghans-Straße einen Kurzschluss ausgelöst hat. Kleine Erdbewegungen könnten über die Jahre so etwas verursachen, erläutert Kälble.

Am Sonntag war das Kabel schon repariert

„Durch den schnellen Einsatz des Bereitschaftsdienstes hatten bereits nach 52 Minuten alle Kunden wieder Strom.“ Die schadhafte Kabelstelle haben die Monteure noch am Sonntag repariert, um die gewohnte Versorgungssicherheit wieder herzustellen.

Bei einem Kabelschaden können die Netzbetreiber durch eine Stromumleitung eine ausgefallene Leitung ersetzen. Das heiße im Fachjargon „N-1 Sicherheit“: Wenn eine Leitung ausfällt, kann kurzfristig die Stromversorgung wieder hergestellt werden. Deswegen war die Reparatur der schadhaften Stelle wichtig.

Beim Störfalltelefon hat’s nicht geklappt

Während die Schadensbehebung also offenbar vorbildlich lief, gab es dennoch Unmut bei einigen Kunden, weil die Störungsnummer der Stadtwerke am Samstagabend nicht erreichbar war. Dazu erklärt Stadtwerkechef Peter Kälble: „Zunächst möchte ich mich dafür entschuldigen, wenn der Eindruck entstanden ist, unsere Störungsnummer sei nicht besetzt gewesen. Offensichtlich hat die Telefonanlage auch bei mehreren gleichzeitig stattfindenden Anrufen kein ‚belegt‘-Zeichen gegeben.“

Auch der NRWZ war es so ergangen, erst ein Anruf bei der EnBW Störungshotline 0800 3629477 brachte die Information, dass im Bereich Schramberg tatsächlich eine Störung vorlag. Auf der Internetseite https://www.netze-bw.de/stoerungsmeldung war dann die genauere Lage der Störung zu finden.

Kälble versichert, selbstverständlich sei der Störungsdienst in Bereitschaft gewesen, nur die Telefonanlage habe eben nicht korrekt funktioniert. Die Stadtwerke seien bereits mit NetzeBW in Kontakt und suchten eine Lösung für das Problem. Die könnte zum Beispiel so aussehen, dass nach dem ersten Anruf ein Ansagetext für die folgenden Anrufer kommt mit dem Hinweis, dass die Störung bekannt und der Bereitschaftsdienst im Einsatz ist.“

Schramberg ist sicher – auch beim Stromnetz

Die Versorgungssicherheit wird im Stromnetzbetrieb übrigens über den so genannten SAIDI-Wert ermittelt (System Average Interruption Duration Index), der die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung je angeschlossenen Letztverbraucher innerhalb eines Kalenderjahres widerspiegelt.

Zum Vergleich mit dem Bundesschnitt: die Werte in Schramberg in den Jahren 2018 und 2019 betrugen 6,6 Minuten und 5,9 Minuten, das heißt,  die Ausfallzeiten lagen im Schramberger Stromnetz deutlich unter den bundesdeutschen Werten (siehe Grafik). In Baden-Württemberg betrug der Wert im Jahr 2018 17 Minuten.

Grafik: Bundesnetzagentur