FREIBURG/DUNNINGEN (him)  –  Dunningens Ex-Bürgermeister Dr. Stephan Kröger arbeitet – so hat es den Anschein – wieder: als Rechtsanwalt in Freiburg. Erst zum 31. Dezember 2016 hatte Dunningen seinen langzeitkranken Bürgermeister entlassen können. Er selbst sagt wenig dazu.

Nun scheint er rasch genesen zu sein: Seit einigen Tagen wird Krögers Name und Adresse wieder auf der offiziellen Anwaltsliste der Rechtsanwaltskammer Freiburg geführt. Auch er selbst hat eine Homepage, auf der er sich als Rechtsanwalt vorstellt. „Ich führe in meiner Kanzlei die klassische anwaltliche Tätigkeit, insbesondere die Vertretung vor Gericht aus“, steht da zu lesen. Und an seiner Freiburger Adresse hat er ein Kanzleischild angebracht.

Auszug aus der Anwaltsliste der Bundesrechtsanwaltskammer. Foto: him

Unter der Rubrik „Stationen und Punkte meins Lebens“ (Tippfehler im Original) berichtet er von seiner Geburt in Freiburg, vom Studium in Freiburg und Hamburg, vom Referendariat an den Landgerichten Konstanz und Freiburg, seinem Studium an der Verwaltungshochschule in Speyer, seiner Mitgliedschaft im Anwaltsverein.

Die Homepage stammt wohl aus der Zeit seiner Dunninger Tätigkeit, denn er schreibt: „Meine Zulassung ist zur Zeit wegen der Übernahme eines politischen Amtes ruhend gestellt.“

Dieses Ruhen hat er aber offenbar aufgehoben, denn auf den Anwaltslisten der Rechtsanwaltskammer Freiburg und der Bundesanwaltskammer taucht er mit Adresse und ohne Beschränkung  auf. Schrambergs Oberbürgermeister  Thomas Herzog – wie Kröger Rechtsanwalt – ist in der Liste der Bundesrechtsanwaltskammer zwar zu finden, aber mit dem Hinweis: „Berufsausübungsverbot gemäß § 47 BRAO“.

Dieser Paragraf  besagt unter anderem, dass Rechtsanwälte, die ein öffentliches Amt bekleiden und im öffentlichen Dienst angestellt sind, ihren Beruf als Rechtsanwalt nicht ausüben dürfen. Bei Kröger fehlt dieser Hinweis. Stand der Freiburger Liste ist übrigens 23.12.2016. Da war Kröger aber noch nicht entlassen. Der Geschäftsführer der Rechtsanwaltskammer Freiburg, Dr. Hans Klees, betont, die Wiederaufnahme in die Liste sei „ein ganz normaler Vorgang“, wenn ein Anwalt aus einem politischen Amt ausscheide. Es besage auch nicht, dass er wirklich als Anwalt arbeite.

Krögers Anwaltsschild in Freiburg. Foto: Sarah Crecelius

Die NRWZ versucht das zu klären. Zwei Telefonnummern sind auf Krögers Homepage angegeben. Auf dem Festnetz erklärt eine Damenstimme: „Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht erreichbar, bitte versuchen Sie es später noch einmal.“ Doch beim Handy gelingt im dritten Anlauf ein Kontakt.

„Kröger“, meldet sich eher leise eine Stimme. Der NRWZ-Redakteur stellt sich als solcher vor und fragt, ob es richtig sei, dass er wieder als Anwalt tätig sei. Antwort Dr. Stephan Kröger: „Ich möchte keine Auskunft geben.“ Die Nachfrage, ob es stimme, dass er wieder auf der Anwaltsliste der Rechtsanwaltskammer Freiburg geführt sei, beantwortet er mit:  „Danke für den Anruf, auf Wiederhören.“ Und legt auf.