REGION (pm) – Nach der Ankündigung, dass der Bund für den Ausbau der Gäubahn insgesamt 550 Millionen Euro bereitstellt, fordern die Gäubahnanlieger jetzt den raschen Abschluss von konkreten Finanzierungsvereinbarungen zwischen dem Bund und der Deutschen Bahn.

„Oberste Priorität hat dabei für uns der zweigleisige Ausbau des Streckenabschnitts Horb-Neckarhausen, für den die Planungsarbeiten bereits abgeschlossen sind“ so der Vorsitzende des Interessenverbands Gäubahn, Justizminister Guido Wolf (CDU) in einer Presseemitteilung des Interessenverbandes.

Aber auch der weitere Ausbau müsse, wie vom Bundestag bei der kürzlich erfolgten Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans beschlossenen, unverzüglich angegangen werden, betonte der Verbandsvorsitzende Wolf bei einem Treffen von Gäubahnanliegern im Tuttlinger Rathaus. Deshalb werde man die Bundestagsabgeordneten um Unterstützung bitten und auch auf Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zugehen.

Oberbürgermeister Michael Beck, stellvertretender Vorsitzender des Interessenverbands Gäubahn, machte deutlich, dass auch die an der Strecke liegenden Städte etwas zur Aufwertung der Gäubahn tun können. So habe die Stadt Tuttlingen einen Teil des Bahnhofes erworben, um gemeinsam mit einem privaten Investor das Bahnhofsareal insgesamt attraktiver zu gestalten. Man müsse Bund und Bahn in die Pflicht nehmen, aber auch selbst mit kommunalem Engagement ein gutes Beispiel geben.

Bei dem Treffen der Gäubahnanlieger wurde auch über Vorschläge diskutiert, den Bahnhof Singen durch ein neues Gleis (sogenannte Singener Kurve) zu umfahren und einen neuen Fernverkehrshalt im Bereich des ehemaligen Landesgartenschaugeländes zu bauen. Der Singener Oberbürgermeister Bernd Häusler informierte darüber, dass diese Überlegungen in Singen aus mehreren Gründen entschieden abgelehnt werden.

So verwies er unter anderem darauf, dass man derzeit dabei sei, das gesamte Bahnhofsumfeld neu zu gestalten, um den Singener Bahnhof als Drehscheibe für den öffentlichen Nahverkehr aufzuwerten. Ein Haltepunkt nur für IC-Züge am Rande der Stadt mache deshalb keinen Sinn, heißt es abschließend.