REGION ROTTWEIL – Wie seit mehreren Jahren gaben die Mädchenchöre aus Rottweil und Villingen am Palmsonntag wieder ein Benefizkonzert für das Spaichinger Hospiz auf dem Dreifaltigkeitsberg. Offenbar hat es sich herumgesprochen, dass diese Auftritte etwas ganz Besonderes sind, denn die Kirche war so voll, dass es kaum noch Stehplätze gab.

Etwas ganz Besonderes schon zum Auftakt, als die Mädchen, nur begleitet vom Cajon, singend den Kirchenraum betraten: Unicornis capivatur, die Geschichte eines eingefangenen Einhorns, komponiert von Ola Gjeilo. Die selten gehörten Werke des zeitgenössischen norwegischen Komponisten passen wunderbar zu den klaren, hellen Mädchenstimmen, so machte sein „Kyrie“ aus der Sunrise Mass den Abschluss des ersten, geistlichen Konzertteils, in dem Chorleiter Andreas Puttkammer den weiten Bogen von Heinrich Schütz bis in die Moderne spannte.

Der zweite, weltliche Teil drehte sich um Liebe, Träume, Sehnsucht und die Natur. Begann mit dem barocken „Canzon Villanesca“ tänzerisch, ließ die Zuhörer mit Rimsky-Korsakoff auf der kleinen Wolke schweben und von der Liebe zum „gentle Robin“ hören. Und vom Traumzauberbaum im Zauberwald, über dem der schönste Abendstern schwebt, dann „Tundra“, wieder von Ola Gjeilo, das in den hohen Norden entführte und erleben ließ, wie der Schnee auf den zerklüfteten Winterboden fällt.

„Variations“, das rhythmische Stück, das Andreas Puttkammer selbst komponiert hat, machte den Auftakt zu Teil drei, der geprägt war von Popmusik, einfühlsam und außergewöhnlich arrangiert für die Chöre. Mit dabei „Hungriges Herz“ von Mia und die „Symphonie“ von Silbermond. Und zum Abschluss das wunderbare „Plant a tree“, das einen sanften Klangteppich webt, über dem die Solostimmen schweben.

Wie immer durften die Mädchen nicht ohne Zugabe gehen, die gab es dann mit „Freedom“, fröhlich zum Mitschnippen und Mitklatschen. Und von den begeisterten Zuhörern schließlich die stolze Summe von 1700 Euro in die Spendenkässchen fürs Hospiz.