Abschied vom Bezirksnotariat

Notariatsreform abgeschlossen / Neue freiberufliche Notare vereidigt

Notarinnen und Notare, die im Rahmen der Veranstaltung aus dem Landesdienst entlassen worden sind (von links): Sabrina Truckenbrod, Daniela Nowak, Harry Setzer, Stephan Schulze, Christian Klumpp, Astrid Harand-Strecker, Dr. Christoph Harryers, Monika Mey, Christian Schmid, Alexander Faßnacht, Markus Ettwein, Tobias Mauch sowie Präsident des LG Dr. Foth und Vorsitzender Richter am Landgericht, FG Referent, Rainer Frank. Fotos: pm

Vor zehn Jah­ren etwa beschlos­sen wird die Nota­ri­ats­re­form im Land nun umge­setzt. Wie das im Bereich des Land­ge­richts Rott­weil geschieht und wie man das Ende der Bezirks­no­ta­ria­te gefei­ert hat, dar­über berich­tet das Land­ge­richt Rott­weil in einer Pre­se­mit­tei­lung:

In einer musi­ka­lisch umrahm­ten Fei­er­stun­de zum Ende des würt­tem­ber­gi­schen Bezirks­no­ta­ri­ats in den Land­krei­sen Freu­den­stadt, Rott­weil und Tutt­lin­gen dank­te der Prä­si­dent des Land­ge­richts Rott­weil, Dr. Diet­mar Foth, allen Nota­rin­nen und Nota­ren im Bezirk des Land­ge­richts Rott­weil für ihre enga­gier­te Tätig­keit und wünsch­te ihnen für den wei­te­ren Weg alles Gute.

Im Rah­men der Ver­an­stal­tung erhiel­ten die Bezirks­no­ta­re, die ab Janu­ar 2018 als selb­stän­di­ge Nota­re tätig sein wer­den, ihre neue Bestal­lungs­ur­kun­de und wur­den im Anschluss ver­ei­digt. Die zum 31. Dezem­ber 2017 aus dem Lan­des­dienst aus­schei­den­den sowie die zum Jah­res­en­de in den Ruhe­stand tre­ten­den Nota­rin­nen und Nota­re wur­den von Dr. Foth wür­dig ver­ab­schie­det.

Nota­rin und Nota­re, die im Rah­men der Ver­an­stal­tung in den Ruhe­stand ver­ab­schie­det wor­den sind (von links): Andre­as Sig­loch, Clau­dia Roth­fel­der, Bern­hard Lien­hard, Peter Bosch sowie Prä­si­dent des LG Dr. Diet­mar Foth und Vor­sit­zen­der Rich­ter am Land­ge­richt und FG Refe­rent, Rai­ner Frank.

Zum Ende des Jah­res wer­den im Zuge der Nota­ri­ats­re­form die Bezirks­no­ta­ria­te Alpirs­bach, Bai­ers­bronn, Dorn­han, Dorn­stet­ten, Dun­nin­gen, Freu­den­stadt, Gei­sin­gen, Horb, Mühl­heim, Obern­dorf, Pfalz­gra­fen­wei­ler, Rott­weil, Schram­berg, Spai­chin­gen, Sulz, Tros­sin­gen, Tutt­lin­gen, Wehin­gen und Wurm­lin­gen auf­ge­löst und deren Auf­ga­ben als Betreu­ungs- und Nach­lass­ge­richt sowie Grund­buch­amt von den Amts­ge­rich­ten wahr­ge­nom­men. Prä­si­dent des Land­ge­richts Dr. Diet­mar Foth hob die Bedeu­tung der würt­tem­ber­gi­schen Nota­rin­nen und Nota­ren und ihr im Bun­des­ge­biet ein­zig­ar­ti­ges Auf­ga­ben­feld her­vor.

In sei­ner Begrü­ßungs­an­spra­che unter dem Mot­to „Und jedem Anfang wohnt ein Zau­ber inne“ blick­te Foth zum einen auf die fast zwei­hun­dert­jäh­ri­ge Geschich­te des würt­tem­ber­gi­schen Bezirks­no­ta­ri­ats zurück, des­sen Wur­zeln auf ein Dekret für das König­reich Würt­tem­berg vom 29. August 1819 zurück­ge­hen, und auf die Her­aus­for­de­run­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, in den Nota­ria­ten neben dem lau­fen­den Betrieb die Vor­be­rei­tun­gen für die mit der Nota­ri­ats­re­form ver­bun­de­ne Ein­glie­de­rung der bis­her von den Nota­ria­ten aus­ge­üb­ten Tätig­kei­ten in die Amts­ge­rich­te zu tref­fen und die Ein­glie­de­rung umzu­set­zen.

Zum ande­ren wand­te er den Blick nach vorn auf die künf­ti­ge Tätig­keit der bis­lang in den Nota­ria­ten Beschäf­tig­ten als künf­tig frei­be­ruf­lich täti­ge Nota­rin­nen und Nota­re oder als Betreu­ungs- und Nach­lass­rich­ter sowie Grund­buch­be­am­te bei den Amts­ge­rich­ten. Notar Ste­phan Schul­ze erin­ner­te in sei­nem Gruß­wort als Ver­tre­ter des Notar­ver­eins mit dem Zitat „Von der Wie­ge bis zur Bah­re braucht man die Bezirks­no­ta­re“ an das breit­ge­fä­cher­te Auf­ga­ben­ge­biet, dass die würt­tem­ber­gi­schen Bezirks­no­ta­ria­te als ört­li­cher Ansprech­part­ner der Bevöl­ke­rung abge­deckt hat­ten, das für alle Berei­che, in denen ein „nor­ma­ler“ Schwa­be im Ver­lau­fe sei­nes Lebens mit der Jus­tiz zu tun hat, zustän­dig war.

Teil der Umstruk­tu­rie­rung des Nota­ri­ats­we­sens in Baden-Würt­tem­berg durch die Nota­ri­ats­re­form ist die Pri­va­ti­sie­rung der Beur­kun­dungs­auf­ga­ben, die künf­tig – wie in allen ande­ren Bun­des­län­dern – aus­schließ­lich von frei­be­ruf­li­chen Nota­ren aus­ge­übt wer­den. Auf die­se Stel­len als frei­be­ruf­li­cher Notar konn­ten sich die bis­her in den Bezirks­no­ta­ria­ten täti­gen Nota­rin­nen und Nota­re bewer­ben.

Bestal­lung von Nota­rin­nen und Nota­re im Rah­men der Ver­an­stal­tung (von links): Denis Mül­ler, Ste­phan Schul­ze, Danie­la Nowak, Chris­ti­an Schmid, Moni­ka Mey, Chris­ti­an Klumpp, Astrid Harant-Stre­ckert, Dr. Chris­toph Har­ry­ers, Mar­kus Ett­wein, Tobi­as Mauch, Har­ry Set­zer sowie Prä­si­dent des LG Dr. Diet­mar Foth und Vor­sit­zen­der Rich­ter am Land­ge­richt, FG Refe­rent, Rai­ner Frank.

Zu frei­be­ruf­lich im Land­ge­richts­be­zirk Rott­weil täti­gen Nota­ren wur­den bestellt – in Klam­mern der künf­ti­ge Amts­sitz: Mar­kus Ett­wein (Horb), Jörg Franz­ke (Freu­den­stadt), Astrid Harant-Stre­cker (Tutt­lin­gen), Dr. Chris­to­pher Har­ry­ers (Freu­den­stadt), Chris­ti­an Klumpp (Schram­berg), Tobi­as Mauch (Rott­weil), Moni­ka Mey (Spai­chin­gen), Den­nis Mül­ler (Tutt­lin­gen), Danie­la Nowak (Sulz), Marc Oswald (Obern­dorf), Chris­ti­an Schmid (Tros­sin­gen), Ste­phan Schul­ze (Rott­weil) und Har­ry Set­zer (Tutt­lin­gen).

Zum Abschluss der Ver­an­stal­tung hieß Direk­to­rin des Amts­ge­richts Petra Wag­ner, stell­ver­tre­tend für alle Direk­to­rin­nen und Direk­to­ren der Amts­ge­rich­te, bei denen die ver­blei­ben­den Nota­re zukünf­tig ihren Dienst tun wer­den, sowie die künf­tig bei den Gerich­ten täti­gen ehe­ma­li­gen Nota­ri­ats­mit­ar­bei­ter herz­lich will­kom­men.