Alpirsbach: Glück im neuen Zuhause

Unterstützergruppe schließt Haussanierung ab

ALPIRSBACH  (him) – Erfolgreich abgeschlossen haben in Alpirsbach handwerklich geschickte Leute ihre Solidaritätsaktion für eine italienische Familie. Der zehnjährige Sohn Giordano der Cagianos war im Frühjahr bei einem tragischen Verkehrsunfall in Peterzell ums Leben gekommen.

Der Tod des Buben ging den Menschen in der Region besonders ans Herz. Der Junge hatte nämlich wenige Tage vor seinem Tod davon gesprochen, er wolle eines Tages Organspender sein – und ist es dann auf so tragische Weise so bald geworden.

Vor gut  zwei Jahren war die Familie nach Alpirsbach gekommen und hatte sich kürzlich ein älteres Haus gekauft, um es zu sanieren. Nach dem tragischen Verkehrsunfall des Sohnes  war das Projekt ins Stocken geraten, wie Frank Oehler erfahren hatte.

Er wollte helfen, hat sich als  Werkpolier Hochbau die Baustelle angeschaut und später Freunde und Bekannte zusammen getrommelt, um das Haus gemeinsam mit der Familie zu renovieren. Ein Aufruf im Alpirsbacher Amtsblatt und ein Bericht in der NRWZ brachten zusätzliche Unterstützung. Jetzt haben die Helfer ihre Bauarbeiten abgeschlossen. Die Familie sei  inzwischen in ihr neues Heim eingezogen, und so langsam kehre wieder „etwas Normalität in ihren Alltag ein“, freut sich Oehler. Der Familienvater gehe wieder zur Arbeit.

„Wir haben  das Haus innen kernsaniert“, erzählt Oehler, „Strom und Heizung, alles komplett neu.“  Eine neue Küche ist entstanden, das Badezimmer, Wohn- und Schlafzimmer haben die Helfer gerichtet. Alles unentgeltlich, versichert Oehler. Selbst die Kabel hätten die Elektriker gespendet. Die Familie und der 77-jährige Opa des verunglückten Buben haben ebenfalls mitgearbeitet. Knapp drei Monate hätten alle fast täglich auf der Baustelle geschafft. Das Zimmer von Giordano mit Fußbällen und Fahrrad sei erst einmal so geblieben.

„Wir sind inzwischen gute Freunde geworden“, so Oehler. Er komme immer wieder dort auf einen kleinen Besuch vorbei.

Zwei Kirschbäume im Garten

Vor wenigen Tagen war er wieder bei der Familie und hatte zwei kleine Kirschbäumchen dabei. Giordano hatte sich nämlich gewünscht, dass im Garten des Hauses mal ein Kirschbaum wächst. Er habe für die beiden Kinder Giordano und seine Schwester, die achtjährige Isabella, einen Baum besorgt und gepflanzt. Denn bei all der Trauer um ihren Bruder solle Isabella nicht vergessen werden, findet Oehler.

Der Kirschbaum mit Familie. Foto: Oehler

Die Familie bedanke sich bei allen Helfern und Unterstützern ganz herzlich und demnächst sei ein großes Abschiedsessen für alle Beteiligten geplant.

 

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