): Harald Rettenmaier, stellvertretender Geschäftsführer der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg, Simon Beuerle, Referat Versorgungsprojekte eHealth der AOK Baden-Württemberg, Oliver Böhme, alternierender Vorsitzender des AOK-Bezirksrats, Roland Eckhardt, alternierender Vorsitzender des AOK-Bezirksrats, und Klaus Herrmann, Geschäftsführer der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg (von links), testen den Hautscanner. Foto: pm

 Zwei The­men bestimm­ten laut AOK-Pres­se­mit­tei­lung die Tages­ord­nung in der Sit­zung des AOK-Bezirks­rats: zum einen die aktu­el­le Ent­wick­lung der Ver­si­cher­ten­zahl, zum ande­ren Tele­Derm. Über die­ses tele­me­di­zi­ni­sche Pro­jekt infor­mier­te sich das Selbst­ver­wal­tungs­gre­mi­um der AOK.

„Ich set­ze jetzt das digi­ta­le Auf­licht­mi­kro­skop auf Ihren Ober­arm“, sagt Simon Beu­er­le zu Oli­ver Böh­me, alter­nie­ren­der Vor­sit­zen­der des AOK-Bezirks­rats von der Ver­si­cher­ten­sei­te. „Damit erstel­le ich jetzt ein hoch­auf­lö­sen­des Bild, das direkt in die Pro­gramm­soft­ware ein­ge­bun­den wird.“ Simon Beu­er­le arbei­tet bei der AOK Baden-Würt­tem­berg im Refe­rat Ver­sor­gungs­pro­jek­te eHe­alth mit und erläu­tert den Bezirks­rats­mit­glie­dern, wel­che Vor­tei­le die tele­me­di­zi­ni­sche Anwen­dung Tele­Derm für die Ver­si­cher­ten hat.

TeleDerm – ein telemedizinisches Projekt

Die Pati­en­ten kön­nen zunächst zum Haus­arzt gehen, wenn sie ihre Haut auf Erkran­kun­gen unter­su­chen las­sen möch­ten, so Simon Beu­er­le. Bei einem unkla­ren Befund kann der Haus­arzt einen Der­ma­to­lo­gen per Tele­kon­zil um eine Ein­schät­zung bit­ten. „Die Idee ist sehr über­zeu­gend“, meint Oli­ver Böh­me. „Wir stat­ten dadurch den Haus­arzt mit den neus­ten Mög­lich­kei­ten aus, damit er sei­ne Funk­ti­on als ers­te Anlauf­stel­le im Gesund­heits­we­sen effi­zi­ent wahr­neh­men kann.“ Außer­dem kön­ne so gera­de in länd­li­chen Regio­nen ein zeit­na­her Zugang zur haut­ärzt­li­chen Ver­sor­gung sicher­ge­stellt wer­den.

AOK-Exper­te Simon Beu­er­le erklärt, wie es wei­ter­geht: „Das Bild kann nun mit wei­te­ren Dia­gno­se­da­ten von der Pra­xis ver­schlüs­selt zum ange­schlos­se­nen Haut­arzt geschickt wer­den. Inner­halb von 48 Stun­den ent­schei­det der Der­ma­to­lo­ge, ob er Ent­war­nung gibt oder eine fach­ärzt­li­che Unter­su­chung not­wen­dig ist.“ Der Haus­arzt emp­fiehlt dann dem Pati­en­ten, wie es wei­ter­geht.

Wie Klaus Herr­mann, Geschäfts­füh­rer der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg, erklärt, betei­li­gen sich rund 50 Haus­arzt­pra­xen in den Land­krei­sen Calw, Böb­lin­gen, Zol­lern-Alb und Rott­weil im Rah­men der Haus­arzt­zen­trier­ten Ver­sor­gung der AOK an dem Vor­ha­ben. Das Tele­me­di­zin-Pilot­pro­jekt, das die AOK gemein­sam mit dem Uni­kli­ni­kum Tübin­gen durch­führt, wer­de im kom­men­den Jahr wis­sen­schaft­lich eva­lu­iert.

Roland Eck­hardt, alter­nie­ren­der Bezirks­rats­vor­sit­zen­der auf Arbeit­ge­ber­sei­te, gab in der Bezirks­rats­sit­zung außer­dem die aktu­el­le Ver­si­cher­ten­ent­wick­lung bekannt: „Es sind erst­mals über 260.000 Men­schen in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg bei der AOK ver­si­chert. Die­ser neue Höchst­stand ergibt sich aus unse­rer Stra­te­gie, kon­se­quent auf Ser­vice­qua­li­tät und inno­va­ti­ve Leis­tun­gen zu set­zen.“

Beitragssatz sinkt

Ab dem 1. Janu­ar 2019 gilt zudem ein neu­er, nied­ri­ge­rer Bei­trags­satz für die AOK-Ver­si­cher­ten, die rund 53 Pro­zent der Bevöl­ke­rung in der Regi­on aus­ma­chen. Eck­hardt: „Wir sen­ken den Bei­trags­satz um 0,1 Pro­zent­punk­te auf dann 15,5 Pro­zent. Dadurch ent­las­ten wir die Bei­trags­zah­ler allein in der Regi­on im nächs­ten Jahr um über 5 Mil­lio­nen Euro.“

Außer­dem ver­bes­se­re die AOK die Ver­sor­gung ihrer Ver­si­cher­ten mit zusätz­li­chen Leis­tun­gen. Bei­spiels­wei­se schafft die AOK Baden-Würt­tem­berg für ihre Ver­si­cher­ten mit Pfle­ge­grad 1 einen Anspruch auf Grund­pfle­ge und haus­wirt­schaft­li­che Ver­sor­gung für zwölf Wochen – eine Leis­tung, die kei­ne ande­re gesetz­li­che Kran­ken­kas­se in Deutsch­land bie­tet.