Atem holen und Kräfte sammeln beim Inseltag

„Brot und Rosen - Freud und Leid in Arbeit und Leben“ war das Thema des Inseltages für Arbeitnehmer. Foto: Maile

REGION ROTTWEIL – Knapp zwan­zig Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer aus der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg sind zum dies­jäh­ri­gen Insel­tag der Katho­li­schen Betriebs­seel­sor­ge Tutt­lin­gen-Rott­weil, des DGB Süd­ba­dens und des KDA Reut­lin­gen auf den Kirch­berg nach Sei­t­in­gen-Ober­flacht gekom­men. Das The­ma lau­te­te „Brot und Rosen – Freud und Leid in Arbeit und Beruf“.

Zum Atem­ho­len, Ent­span­nen und Kräf­te­sam­meln begrüß­ten Betriebs­seel­sor­ger Tho­mas Mai­le, Karl-Ulrich Gscheid­le vom KDA Reut­lin­gen und DGB-Sekre­tär Hans-Peter Men­ger die Teil­neh­mer des Insel­ta­ges. „An die­sem Tag kön­nen wir ein­mal bewusst aus dem All­tags­ge­trie­be her­aus­kom­men und neue Per­spek­ti­ven gewin­nen“, so Tho­mas Mai­le in sei­ner Begrü­ßung.

In der Mit­te des Saa­les emp­fin­gen ein gro­ßer Brot­laib und ein duf­ten­der Rosen­strauß die Teil­neh­mer: Brot als Sym­bol für die Arbeit, die auch belas­tend sein kann – die Rosen hin­ge­gen als Sinn­bild für die Freu­de und für das Schö­ne im Leben und in der Arbeit.

In Klein­grup­pen such­ten die Teil­neh­mer Ant­wor­ten auf die Fra­ge „Wann emp­fin­de ich mei­ne Arbeit und mein Leben als belas­tend, als har­tes täg­li­ches Brot?“ Immer wie­der wur­den dabei Kon­flik­te, feh­len­de Kom­mu­ni­ka­ti­on, man­geln­de Wert­schät­zung, Arbeits­ver­dich­tung, untaug­li­ches Füh­rungs­ver­hal­ten, respekt­lo­ser Umgang und die feh­len­de Balan­ce zwi­schen Arbeit und Leben genannt.

Nach der Mit­tags­pau­se wid­me­ten sich die Teil­neh­mer den „Rosen“ in ihrem Leben und in ihrer Arbeit – allem was schön ist und Freu­de berei­tet. Auf­fal­lend und ermu­ti­gend war, dass es bei die­ser Aus­tauschrun­de viel mehr Ant­wor­ten gab als bei der ers­ten. „Rosen“ sei­en net­te Kol­le­gen und Chefs, auch ein gutes Arbeits­kli­ma. Außer­dem Ver­trau­en, Lie­be, Respekt und die Ver­söh­nung nach einem Streit, eben­so wie eine gute Kom­mu­ni­ka­ti­on, gerech­te Bezah­lung und gegen­sei­ti­ge Hilfs­be­reit­schaft. Tan­zen, Sin­gen, Sport, ein intak­tes Fami­li­en­le­ben, inne­re Zufrie­den­heit, Medi­ta­ti­on und der Glau­be mache eben­falls froh. Und schön sei es auch mal Lob und Aner­ken­nung zu erfah­ren.

Mit dem gemein­sa­men Schluss­lied „Wenn wir zusam­men gehn, geht mit uns ein schö­ner Tag…“, das wäh­rend eines Tex­til­ar­bei­te­rin­nen­streiks vor über hun­dert Jah­ren ent­stan­den ist, ging ein inter­es­san­ter und infor­ma­ti­ver Insel­tag zu Ende. „Ich habe Rosen gefun­den – vie­les, was in mei­ner Arbeit schön ist. Damit gehe ich nächs­ten Mon­tag zur Arbeit“, war das dank­ba­re Resü­mee einer Teil­neh­me­rin des Insel­ta­ges.