Irene Schneider hat sich mit Bienenvölkern selbstständig gemacht. Foto: ihk

Dau­ch­in­gen. Wenn man allein die Anzahl ihrer Mit­ar­bei­te­rin­nen zum Maß­stab nimmt, dann führt Ire­ne Schnei­der aus Dau­ch­in­gen eines der ganz gro­ßen Unter­neh­men in der Regi­on. Vie­le Hun­dert wenigs­tens, viel­leicht ein paar Tau­send wer­den es schon sein. Ganz genau weiß das nie­mand. Aber für die 59-jäh­ri­ge Imke­rin und ihrem Mann sind die flei­ßi­gen Tie­re nicht nur wirt­schaft­li­che Not­wen­dig­keit, son­dern ihre per­sön­li­che Beru­fung. Jetzt machen Ire­ne und Hubert Schnei­der mit einem bemer­kens­wer­ten Geschäfts­mo­dell auf ihre „Bio Manu­fak­tur“ auf­merk­sam. Hier­über infor­miert die IHK in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Dass Bie­nen nicht nur lecke­ren Honig pro­du­zie­ren, son­dern auch unent­behr­lich für das Öko­sys­tem sind, soll­te sich mitt­ler­wei­le her­um­ge­spro­chen haben. Den­noch blickt Ire­ne Schnei­der auf „eini­ge schlech­te Bie­nen­jah­re“ zurück: „Für die Imke­rei war es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht rosig“, erin­nert sie an immer mehr nega­ti­ve Umwelt­ein­flüs­se. Da ihre Fami­lie tra­di­tio­nell Land­wirt­schaft betrieb, kün­dig­ten sie bestehen­de Pacht­ver­trä­ge und pflanz­te zunächst Blü­ten­flä­chen, die sie wie­der­um poten­zi­el­len „Paten“ anbot. Wich­tig war bereits sei­ner­zeit der öko­lo­gi­sche Gedan­ke. Davon kön­nen aber weder Ire­ne noch ihr 62-jäh­ri­ger Mann Hubert Schnei­der reich wer­den.

Neben dem Ver­trieb des selbst pro­du­zier­ten Bio­ho­nigs an aus­ge­wähl­te regio­na­le Geschäf­te muss­te eine neue Idee her: „War­um ver­mie­ten wir nicht Bie­nen?“, dach­te sich Ire­ne Schnei­der. Mit dem Pro­jekt „mybee“, zu Deutsch „mei­ne Bie­ne“, kön­nen fort­an auch Pri­vat­leu­te und Fir­men den Auf­bau und die Pfle­ge neu­er Bie­nen­völ­ker för­dern. Neben dem öko­lo­gi­schen Effekt dür­fen sich die „Bie­nen-Mie­ter“ über den gesam­ten Honi­ger­trag ihres Bie­nen­vol­kes freu­en. Die Stö­cke wer­den übri­gens von den Schnei­ders auf­ge­stellt und pro­fes­sio­nell betreut.

Das Kon­zept der Dau­ch­in­ger Imker wur­de jüngst beim Start-up BW Wett­be­werb mit dem 3. Preis aus­ge­zeich­net. Ganz zur Freu­de von Ire­ne Schnei­der, die die­se Aner­ken­nung als Ansporn ver­steht. Und so nahm sie an der Ver­an­stal­tung „Grün­dung im Online­han­del“ bei der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg teil, die von der IHK- Exis­tenz­grün­dungs­be­ra­te­rin Mar­le­ne Hau­ser mit durch­ge­führt wur­de, um sich mit dem The­ma eines Online­shops zu beschäf­ti­gen. Denn obwohl zum Bei­spiel im Schloss­gar­ten Donau­eschin­gen schon drei gemie­te­te Bie­nen­stö­cke ste­hen, wünscht sich die Imke­rin aus Dau­ch­in­gen noch mehr Reso­nanz. Mit ihren vie­len flie­gen­den Mit­ar­bei­te­rin­nen dürf­te sie unter­des­sen kei­ne Pro­ble­me bekom­men. Vor ihrem Enga­ge­ment rund um die Bie­nen war Ire­ne Schnei­der 20 Jah­re im Per­so­nal­we­sen tätig.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es unter www.biomanufaktur-schneider.de.

Über die­se und wei­te­re The­men infor­miert das aktu­el­le Grün­der­zeit-Maga­zin der IHK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg. Por­traits von Grün­de­rin­nen und Grün­dern aus der Regi­on, wert­vol­le Infor­ma­tio­nen und Inter­views mit Fach­leu­ten bie­ten Impul­se und Hil­fe für Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer der Zukunft. „Unser Maga­zin ist ein inspi­rie­ren­des und prak­ti­sches Hand­buch für alle, die den Weg in die Selbst­stän­dig­keit gehen wol­len“, sagt IHK-Exper­tin Mar­le­ne Hau­ser. Das Maga­zin und wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind abruf­bar unter www.ihk-sbh.de in der Rubrik Ser­vice und Bera­tung.