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Mittwoch, 30. September 2020

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Corona-Pause: Zahl der Verkehrsunfälle geht deutlich zurück – aber die der Fahrradunfälle steigt

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich des Polizeipräsidiums Konstanz ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 von 10.484 auf 8323 gesunken. Dies entspricht einer Rückgangsquote von 20,6 Prozent. Das teilte das Präsidium am Donnerstagmorgen mit. Die Behörde ist zuständig für Landkreise Konstanz, Tuttlingen, Rottweil und Schwarzwald-Baar. Allerdings stieg die Zahl der Fahrradunfälle deutlich.

Bei diesen Unfällen wurden 1049 Personen leicht (minus 13,6 Prozent) und 252 Personen schwer verletzt (minus 13,4 Prozent). 11 Menschen (minus 31,3 Prozent)
verunglückten tödlich.

„Die Corona-Pandemie zeigt im ersten Halbjahr deutlich ihre Auswirkungen auch auf den Straßen im südlichen Baden-Württemberg“, bilanziert Polizeipräsident Gerold Sigg die Auswertung des Unfallgeschehens in den ersten sechs Monaten in seinem Polizei-präsidium in Konstanz.

Einen Rückgang verzeichnet die Polizei auch bei den Unfällen unter Beteiligung von Motorrädern (von 148 auf 130 – 12,2 Prozent). Im ersten Halbjahr 2020 sind vier Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer ums Leben gekommen. Das ist einer weniger als im Vorjahreszeitraum.

Nicht so deutlich wie im Landesvergleich ist der Rückgang der Unfälle mit Lastkraftwagen auf 378 (minus 8 Prozent) und die Anzahl der Unfälle mit Fußgängern auf 47 (minus 7,8 Prozent). Die Zahl der Verkehrsunfälle auf Autobahnen reduzierte sich auf 380 (minus 42,9 Prozent) und es verunglückten dabei 40 Menschen weniger als im ersten Halbjahr 2019, was einer Quote von minus 37 Prozent entspricht.

Wie im gesamten Bundesland auch, verzeichneten die Verkehrsanalytiker des Führungs- und Einsatzstabes des Polizeipräsidiums bei den Fahrradunfällen steigende Zahlen. Im Vorjahr hatte sich noch ein anderer Trend mit einem Rückgang der Unfallzahlen abgezeichnet. Mittlerweile ist aber die Zahl der Fahrradunfälle insgesamt ist auf 384 angestiegen, was einen Zuwachs von 14,6 Prozent bedeutet.

Die Zahl der Leichtverletzten stieg um 22,6 Prozent auf 298 Personen, die Zahl der Schwerverletzten auf 81, was ein Plus von 24,6 Prozent ergibt.

Die Anzahl der getöteten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer blieb dagegen auf Vorjahresniveau. 2 Menschen mussten als Radler bei Unfällen ihr Leben lassen.

„Die Anstiege sind weit überwiegend auf Unfälle mit Elektrofahrrädern zurückzuführen“, stellt Polizeipräsident Sigg fest. So stieg der Anteil der Pedelec-Unfälle von 19 Prozent im Vorjahr auf 24 Prozent im Jahr 2020. Im Gegensatz zu Großstädten mit vielen Elektrorollern zum Mieten spielen die Unfallzahlen mit solchen E-Scootern, die es erst seit Mitte letzten Jahres gibt, in den vier Landkreisen des Präsidiumsbereichs Konstanz so gut wie keine Rolle. Im ersten Halbjahr sind nur 4 Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen gemeldet worden. Davon drei im Kreis Konstanz und einer im Kreis Rottweil. Die Fahrer wurden jeweils leicht verletzt. In zwei Fällen standen sie unter Alkoholeinfluss.

Ein ganz anderes Thema sind für den Leiter des Polizeipräsidiums Konstanz tödliche Verkehrsunfälle. „Die Ursachen für Unfälle mit tödlichem Ausgang sind auch im ersten Halbjahr 2020 überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit“, so Sigg. 7 Unfälle sind darauf zurückzuführen, gefolgt von Überholunfällen (3 Unfälle) und mangelnder Verkehrstüchtigkeit (3 Unfälle). „Das Thema Geschwindigkeitsüberwachung steht bei der Verkehrspolizei und den Polizeirevieren deswegen nach wie vor ganz oben in der Aufgabenwahrnehmung“, ergänzt Sigg mit Blick auf die Gesamtzahl von knapp 2000 Unfällen in seinem Zuständigkeitsbereich, die auf solches Fehlverhalten zurückzuführen sind. „Damit kann wirksam Raserunfällen entgegengewirkt werden“, ist sich der Polizeichef sicher.

In den einzelnen Landkreisen zeigt die Halbjahresbilanz 2020 ein ähnliches Bild wie im gesamten Präsidiumsbereich.

3043 Unfälle registrierte die Polizei im Landkreis Konstanz. Das waren 771 weniger als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres (minus 20,2 Prozent). Dabei verunglückten 576 Personen. 96 weniger als noch 2019. Unfallursache war mit einem Anteil von 40,5 Prozent überwiegend nicht angepasste Geschwindigkeit. Der Anteil der Fahrradfahrer, die an den Unfällen beteiligt waren, ist nahezu gleich wie im Vorjahr. 2019 waren es 252, im Jahr 2020 sind 247 Unfälle mit Radlern gezählt worden.

Im Landkreis Tuttlingen gingen die Unfallzahlen um 26 Prozent auf 1499 Unfälle zurück. Das sind 528 Kollisionen weniger als im Vorjahrszeitraum. Hierbei sind 140 Personen verletzt worden. Zur gleichen Zeit im Vorjahr waren es noch 150. Todesopfer gab es keine. Im ersten Halbjahr 2019 dagegen waren es zwei. Mit einem Anteil von 30 Prozent war auch im Landkreis Tuttlingen unangepasste Geschwindigkeit Unfallursache Nummer 1 vor Fehlern bei der Vorfahrtsbeachtung (21,8 Prozent). Bei den wenigen Unfällen mit Fahrradfahrern gab es allerdings 10 Schwerverletzte im Landkreis Tuttlingen. Im Vorjahr waren es noch 3.

Die Unfallbilanz im Landkreis Rottweil sieht ähnlich aus, wie die im gesamten Zuständigkeitsbereich des Konstanzer Präsidiums. 276 Unfälle weniger als im Vorjahreszeitraum weist die Statistik aus (minus 15,9 Prozent). Bei 1457 registrierten Unfällen wurden 179 Menschen verletzt (Vorjahr: 198). Knapp die Hälfte der Unfälle (48 Prozent) waren auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. Ein Fünftel aller Unfälle passierte beim Überholen.

Besonders hervorzuheben ist die erfreuliche Tatsache, dass im ersten Halbjahr 2020, wie auch im Vorjahr, auf der Autobahn im Landkreis Rottweil, und auch in den benachbarten Landkreisen Tuttlingen und dem Schwarzwald-Baar-Kreis kein einziges Todesopfer bei Verkehrsunfällen zu beklagen war. Auf den anderen Straßen im Landkreis mussten allerdings 4 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben lassen. Im Vorjahreszeitraum waren es 6.

2385 Verkehrsunfälle registrierte die Polizei in den ersten sechs Monaten des Jahres im Schwarzwald-Baar-Kreis. 528 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (Minus 18,1 Prozent). Bei 254 Unfällen waren Personenschäden zu beklagen. Leider auch mit Todesopfern. Im Gegensatz zum Vorjahr, wurden 5 (2019: 3) Menschen Opfer von Verkehrsunfällen. „Das sind 5 zu viel“, stellt der Konstanzer Polizeipräsident Gerold Sigg ernüchtert fest. Bei der Unfallursache „nicht angepasste Geschwindigkeit“ weist der Schwarzwald-Baar-Kreis die höchste Quote aller vier Landkreise im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz aus. Mehr als die Hälfte aller Unfälle waren auf diese Ursache zurückzuführen (56 Prozent).

„Raserei ist nicht hinnehmbar, weswegen in den nächsten Monaten wieder verstärkt Überwachungsmaßnahmen erfolgen werden“, erklärt Sigg. Unter anderem wird auch der Enforcement-Trailer, ein mobiles, digitales Geschwindigkeitsmessgerät, das in einen Pkw-Anhänger verbaut ist, bei verschiedenen Sonderkontrollen zum Einsatz kommen.

 

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