Die Vertreter der drei Erstplatzierten Reinhard Herr (Firma Hubert Herr), Andreas Winter (Firma Schwer) und Christian Schwarz (Firma Hönes) mit dem Vorsitzenden des Vereins VdS, Ingolf Haas (links) und Helmut Banholzer (rechts). In der Mitte die Schwarzwald-Uhr des Jahres 2016. Foto: him

REGION/SCHRAMBERG  (him)  –  „And the win­ner is…“Fast so span­nend wie beim Oscar insze­nier­te das Auto- und Uhren­mu­se­um in Schram­berg die Bekannt­ga­be der „Schwarz­wald­uhr des Jahrs 2016“. Der „Ver­ein die Schwarz­wald­uhr“ (VdS)  hat­te den Wett­be­werb um die schöns­te Kuckucks­uhr schon zum 17. Mal orga­ni­siert, und zum zwei­ten Mal war Schram­berg Gast­ge­ber.

Inter­es­sier­te Zuhö­rer.

In sei­ner Anspra­che berich­te­te Ingolf Haas, der Ver­eins­vor­sit­zen­de, dass der Wett­be­werb „super“ ankom­me.  An den ver­schie­dens­ten Orten habe der Ver­ein schon jeweils etwa ein Dut­zend Kuckucks­uh­ren aus- und zur Wahl gestellt: Im Tech­nik­mu­se­um in Spey­er, in Rot­haus, im Deut­schen Uhren Muse­um in Furt­wan­gen, in den Vogts­bau­ern­hö­fen bei­spiels­wei­se. „Wir konn­ten mit dem Wett­be­werb unser Ziel errei­chen“, so Haas, „und für mehr Auf­merk­sam­keit für die Kuckucks­uhr sor­gen.“

Heimat ist wieder gesellschaftsfähig

Seit etwa zehn Jah­ren beob­ach­te er eine Trend­wen­de beim Publi­kum: „Bis dahin war die Kuckucks­uhr Kitsch, heu­te ist sie Kult.“  Er ver­mu­tet einen Zusam­men­hang mit der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 2006 in Deutsch­land. Seit­her sei der Begriff Hei­mat wie­der gesell­schafts­fä­hig. Die Kuckucks­uhr ste­he für den Schwarz­wald, ja Deutsch­land. „Sie ist welt­weit das bekann­tes­te Pro­dukt aus Deutsch­land.“ Fast jeder ken­ne sie und ver­bin­de Hei­mat­ge­füh­le mit der Kuckucks­uhr, „ob Deut­scher, Ame­ri­ka­ner oder Chi­ne­se“.

Haas ist über­zeugt, dass das auch damit zusam­men hän­ge, dass die Her­stel­ler „mit Herz­blut und viel Hand­ar­beit“ die­se Uhren fer­tig­ten. Er dank­te dem Schram­ber­ger Muse­um und der Stadt für „die rie­si­ge Wer­bung und tol­le Prä­sen­ta­ti­on im Muse­um“.

Der Vor­sit­zen­de des För­der­ver­eins des Schram­ber­ger Auto- und Uhren­mu­se­ums, Hel­mut Ban­hol­zer, hob als „außer­ge­wöhn­lich“ her­vor, dass die Kuckucks-Uhren­her­stel­ler, obwohl Kon­kur­ren­ten, für den Wett­be­werb so eng zusam­men­ar­bei­ten. Die Abstim­mung sei sowohl im Muse­um über Kar­ten als auch über Face­book erfolgt. Bei letz­te­rem sei „noch Luft nach oben“. Ins­ge­samt aber hät­ten von Ende Juli bis Anfang Janu­ar mehr als 3500 Leu­te ihre Stim­me abge­ge­ben, eine „bemer­kens­wer­te Zahl“, wie Ban­hol­zer fand.

Sieger-Uhr kommt aus Schönwald

Schließ­lich gab er die Gewin­ner bekannt: Auf den vier­ten Platz lan­de­te eine moder­ne, mini­ma­lis­ti­sche Uhr von Rom­bach und Haas aus Scho­nach (382 Stim­men).

Ingolf Haas und sei­ne moder­ne Kuckucks­uhr.

Platz drei ging an eine Uhr mit Auto­werk­statt der Fir­ma Hönes aus Titi­see- Neu­stadt (403 Stim­men).

Chris­ti­an Schwarz und sei­ne „Auto­werk­statt-Uhr”

Auf dem zwei­ten Platz mit  480 Stim­men kam die Schwarz­wald­schmie­de von der Fir­ma Hubert Herr aus Tri­berg.

Die Schwarz­wald-Schmie­de und Rein­hard Herr.

Zur „Schwarz­wald-Uhr des Jah­res 2016 wähl­ten 649 Besu­cher die  „Glücks­han­si­li-Hof-Uhr“ der Fir­ma August Schwer aus Schön­wald.  Ent­wor­fen hat­te Andre­as Win­ter „die größ­te in Serie gefer­tig­te Schwarz­wald-Uhr in Cha­let­aus­füh­rung“, wie er stolz berich­te­te. Seit gut 20 Jah­ren wer­de  die­se Uhr schon in eher klei­nen Stück­zah­len gefer­tigt. „Wir wol­len einen idea­len Schwarz­wald­hof zei­gen mit mög­lichst detail­ge­treu­en Dar­stel­lun­gen. Rechts sieht man die Fau­len­zer, den Bau­ern und sei­nen Knecht beim Bier trin­ken, links wird geschafft.“ In der Uhr ste­cke ein auf­wän­di­ges Uhr­werk, ergänzt um eine Musik­spiel­do­se aus der Schweiz.

Die „Schwarz­wald-Uhr des Jah­res” und Andre­as Win­ter. Fotos: him

Schließ­lich ver­los­te der Ver­ein noch eine Kuckucks­uhr unter all denen, die für den Glücks-Han­si­li-Hof gestimmt hat­ten. Ire­ne Moos­mann vom Muse­ums-Team zog als Gewin­ne­rin Edel­traud Schlen­ker aus Bad Dür­rheim. Bei einem klei­nen Umtrunk fach­sim­pel­ten Uhren­her­stel­ler und ‑lieb­ha­ber anschlie­ßend im Schram­ber­ger Muse­um.