„Einander zum Segen werden“ und „Die Weihnachtsgaben Gottes sind Trost, Beziehung, Orientierung, Versöhnung und Barmherzigkeit“ – die Weihnachtsbotschaften der Kirchen

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Bischof Dr. Gebhard Fürst stellt das verantwortungsvolle Handeln während der Pandemie in den Mittelpunkt seiner Weihnachtspredigt. Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July spricht in seiner Weihnachtspredigt über die Bedeutung der Gotteskindschaft, die Jesus Christus, der Erlöser und Heiland der Welt, den Menschen schenken will. Hier die Weihnachtsbotschaften der katholischen und evangelischen Kirche.

Wenn wir an Weihnachten durch unser Handeln zum Segen und zum Heil für andere Menschen werden, dann sei die Weihnachtsbotschaft mitten in der Coronazeit lebendig, sagt Bischof Dr. Gebhard Fürst anlässlich des Pontifikalhochamts zu Weihnachten am 25. Dezember im Dom St. Martin in Rottenburg. Das durch die Pandemie vom Konsumlärm befreite Weihnachtsfest 2021 gebe uns zugleich die Chance zur Besinnung darauf, was Weihnachten wirklich ist: Das größte und schönste Geheimnis des Christentums.

Gott der Allmächtige sei ein ohnmächtiges Kind geworden, angewiesen auf menschliche Liebe. Seine weihnachtliche Botschaft, sagt Bischof Fürst, laute daher ganz im Sinne des Jesus von Nazareth: „Fürchtet euch nicht, verhaltet euch verantwortungsvoll, denn ihr seid nicht allein auf der Welt. Habt Vertrauen, dass ihr von Gott nicht verlassen seid, dass ihr Zukunft habt.“

Und der Bischof hält fest: Als Jesus der Krippe im Stall dann entwachsen sei, als er, wie wir sagen, „groß geworden war“, sei er immer bei den Menschen gewesen und habe sich aus der ihn umgebenden Not nicht herausgehalten. Menschen, die sich von Jesus inspirieren ließen, handelten daher so wie er. In der Corona-Pandemie bedeute dies, aufmerksam zu sein, woran es dem Gegenüber mangelt, um dann im Bewusstsein dessen, dass Nähe in dieser Zeit auch krank machen kann, in verantwortungsvoller und vorsichtiger Weise tröstende und heilende Begegnungen zu ermöglichen.

In seiner Weihnachtspredigt über 1. Johannesbrief 3,1-2 erinnert Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July an das, was Gott den Menschen an Weihnachten durch das Jesuskind in der Krippe zugesagt hat: „Seht her, in diesem Kind bin ich bei euch und gehe mit euch in der Welt und in der Zeit. Ich sehe euer Leiden, eure Konflikte, eure Schuldverstrickung. Erlösung wird kommen, sie hat in diesem Weihnachtskind angefangen. In meiner Liebe zu euch wird deutlich: Ihr seid meine Kinder. Ihr dürft euch so nennen. Ihr seid nicht der Orientierungslosigkeit und der Beziehungslosigkeit und der Hoffnungslosigkeit ausgesetzt: Nein!“

Weihnachten begründe ein neues Verhältnis zwischen Gott und den Menschen. Gott selbst kümmere sich um sie, so der württembergische Landesbischof. „Gott fängt an Weihnachten neu mit uns an, den Geimpften und Ungeimpften, den Fragenden und Suchenden, den Skeptikern und Zweiflern, denen, die sagen, mein Alltag und meine Probleme haben doch mit Weihnachten nichts zu tun. Genau das Gegenteil ist der Fall.“

Weiter betont July angesichts der aktuellen Pandemie-Situation und großer gesellschaftlicher Herausforderungen, dass niemand ausgegrenzt werden dürfe, weil Gott uns Menschen als seine Kinder annimmt. Die Gotteskindschaft bedeute Orientierung, Beziehung und Hoffnung. „Wir werden uns nicht selbst überlassen, unserem Schicksal, unserer Schuld, unseren Verfehlungen, unseren Nichtigkeiten und Fehlplanungen.“ Auch wenn der Begriff Gotteskindschaft etwas altertümlich klinge, sei der Zuruf „Ihr sollt Gottes Kinder heißen! – ein zentrales Wort über unser Leben und Sterben“.

Bei allen Veränderungen und mitten in der Krise sei es wichtig, das Christfest als Vergewisserung der eigenen Gotteskindschaft zu feiern: „Gott hat sich auf den Weg gemacht, in Christus legt er sich schutzlos in unsre Mitte, damit wir seine Versöhnung, seine Gerechtigkeit und seinen Trost erfahren. Er macht uns in diesem Kind zu seinen Gotteskindern.“

Das verleihe den Menschen ihre unvergleichliche Würde, so würden Beziehungen bei aller Unterschiedlichkeit von Respekt und Würde gekennzeichnet. Von Weihnachten her könne man auch an Politikerinnen und Politiker gerichtet erklären, weshalb der Glaube zwar persönlich, aber keine Privatsache sei.

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