Ab dem 8. Febru­ar ist es wie­der soweit: Für sechs Tage über­neh­men in vie­len Städ­ten und Gemein­den unse­rer Regi­on die Nar­ren das Zep­ter. Wie sich die Poli­zei auf die­se Tage vor­be­rei­tet und wel­che Prä­senz sie dabei zeigt, geht aus einer Mit­tei­lung des Poli­zei­prä­si­di­ums her­vor:

Bis zum „Kehr­aus” am Fas­nets­diens­tag wer­den Umzü­ge und Hal­len­ver­an­stal­tun­gen die när­ri­sche Zeit prä­gen. Her­aus­ra­gen­de Ver­an­stal­tun­gen, die auch die Poli­zei ent­spre­chend for­dern, sind die gro­ßen Nar­ren­sprün­ge in Rott­weil, Vil­lin­gen und Obern­dorf. Neben tau­sen­den akti­ven Teil­neh­mern wer­den allei­ne bei die­sen drei Ver­an­stal­tun­gen um die 50.000 Zuschau­er erwar­tet. Dazu kom­men wei­te­re Publi­kums­ma­gne­te, wie der Umzug in Schwen­nin­gen mit Zuschau­ern im fünf­stel­li­gen Bereich oder die feucht-fröh­li­che „Da-Bach-Na-Fahrt” in Schram­berg.

Zahlreiche Polizisten im Einsatz

Mit sicht­ba­rer Prä­senz und anlass­be­zo­ge­nen Maß­nah­men wird die Poli­zei auch in die­sem Jahr ihr Mög­lichs­tes tun,  um für Sicher­heit und Ord­nung zu sor­gen. Ent­schei­den­de Kri­te­ri­en für die Ein­satz­pla­nun­gen waren die Erfah­run­gen aus den ver­gan­ge­nen Jah­ren und das Ergeb­nis der regio­na­len Lage­be­wer­tung.

So wird es auch in die­sem Jahr ein gan­zes Paket ört­lich ange­pass­ter Aktio­nen geben, um den poli­zei­li­chen Auf­trag zu erfül­len. Bei grö­ße­ren Ver­an­stal­tun­gen und wäh­rend der Nacht wird die Poli­zei  mit zahl­rei­chen Beam­tin­nen und Beam­ten im Dienst sein. Dabei ste­hen loka­le Brenn­punk­te bevor­zugt im Zen­trum des poli­zei­li­chen Han­delns.

Jugendschutz und Alkohol

Ein beson­de­res Augen­merk liegt dabei auf dem Jugend­schutz. Vor allem der teil­wei­se unge­hemm­te Genuss alko­ho­li­scher Geträn­ke von jun­gen Men­schen mit sei­nen wenig ange­neh­men Fol­gen steht im Fokus. 

Das Jugend­schutz­ge­setz ver­bie­tet die Abga­be von alko­ho­li­schen und alko­hol­hal­ti­gen Geträn­ken an Kin­der und Jugend­li­che unter 16 Jah­ren grund­sätz­lich. Wer sich nicht dar­an hält, muß mit emp­find­li­chen Stra­fen rech­nen. Ein Ver­stoß kann unter Umstän­den sogar eine Frei­heits­stra­fe nach sich zie­hen. Allein dar­an ist unschwer zu erken­nen, wie wich­tig dem Gesetz­ge­ber die Ein­hal­tung der jugend­schutz­rech­li­chen Bestim­mun­gen ist.

In die­sem Zusam­men­hang weist die Poli­zei ins­be­son­de­re dar­auf hin, daß die Abga­be von Alko­hol an erkenn­bar betrun­ke­ne Jugend­li­che als beson­ders schwer­wie­gen­der Ver­stoß gegen das Jugend­schutz­recht gewer­tet wird. Mit bereits ein­ge­führ­ten Stan­dards, abge­stimm­ten Kon­zep­ten und geziel­ten Maß­nah­men, im Zusam­men­wir­ken mit ande­ren Behör­den und den Ver­an­stal­tern, doku­men­tie­ren alle Betei­lig­ten, daß es ihnen sehr ernst ist mit die­sem The­ma.

Auch der Ein­zel­han­del und die Tank­stel­len sind man­cher­orts mit einem frei­wil­li­gen Ver­zicht des Spi­ri­tuo­sen­ver­kaufs an unter 25-Jäh­ri­ge mit im Boot. Des Wei­te­ren will die Poli­zei mit Prä­ven­ti­ons-Kam­pa­gnen in den sozia­len Netz­wer­ken bereits im Vor­feld auf die Gesamt­pro­ble­ma­tik auf­merk­sam machen.

Trunkenheitsfahrten und Schlägereien

Ande­re alko­hol­be­ding­te Delik­te, wie zum Bei­spiel Trun­ken­heits­fahr­ten und Schlä­ge­rei­en, wer­den die Poli­zei genau­so wie­der beschäf­ti­gen wie der Miss­brauch von Dro­gen. Über­mä­ßi­ger Alko­hol­ge­nuss und Dro­gen­kon­sum set­zen erfah­rungs­ge­mäß Aggres­sio­nen frei, die sich häu­fig gegen die Beam­tin­nen und Beam­ten rich­ten – Wider­stands­hand­lun­gen und Belei­di­gun­gen bis hin zu tät­li­chen Angrif­fen sind dann lei­der oft die bedau­erns­wer­te Fol­ge.

Mit geschul­tem Auge wird die Poli­zei auch einen Blick auf die vie­len Fas­nets­wa­gen mit ihren phan­ta­sie­vol­len Auf­bau­ten wer­fen. Für die­se meist aus Zug­fahr­zeug und Anhän­ger bestehen­den Gespan­ne gel­ten beson­de­re Rege­lun­gen, die nur ein Ziel haben: Die Sicher­heit für Teil­neh­mer und Zuschau­er zu garan­tie­ren.

Bei­spiel­haft erwähnt sei­en an die­ser Stel­le die vor­ge­schrie­be­ne Schutz­ver­klei­dung der Fahr­zeu­ge, die siche­re Gestal­tung von Lade­flä­chen und Auf­bau­ten für mit­fah­ren­de Per­so­nen und natür­lich die Ver­kehrstüch­tig­keit der Fah­rer. Um Unfäl­len vor­zu­beu­gen kann es unter Umstän­den erfor­der­lich sein, Begleit­per­so­nal ein­zu­set­zen. Nicht zuletzt ist es wich­tig zu wis­sen, dass  Per­so­nen­be­för­de­rung auf Umzugs­wa­gen aus­schließ­lich wäh­rend des Umzugs erlaubt ist.

Die Vil­lin­ger Fär­ber­stra­ße wird nach den sehr posi­ti­ven Erfah­run­gen der letz­ten Jah­re über die Fas­nets­ta­ge erneut video­über­wacht sein. Stadt und Poli­zei wol­len mit Hil­fe des „digi­ta­len Auges” Straf­ta­ten und ande­re Rechts­ver­stö­ße schnell erken­nen, um zeit­nah ein­schrei­ten zu kön­nen. Der prä­ven­ti­ve Cha­rak­ter einer sol­chen Video­über­wa­chung ist eben­falls nicht zu unter­schät­zen.

Polizei als Schiedsrichter

Sie bie­tet bei­spiels­wei­se die Chan­ce, bei sich anbah­nen­den tät­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen  früh­zei­tig und  schlich­tend ein­grei­fen zu kön­nen.

Alle När­rin­nen und Nar­ren, sämt­li­che Besu­cher und Gäs­te der Ver­an­stal­tun­gen sind auf­ge­ru­fen, ihren Bei­trag zu einer fried­li­chen und „glück­se­li­gen” Fas­net zu leis­ten. Dazu gehö­ren auch eine gewis­se Sen­si­bi­li­tät und Wach­sam­keit. Die Poli­zei ist der Ansprech­part­ner für die Mit­tei­lung aller ver­däch­ti­gen Beob­ach­tun­gen und erkann­ter Straf­ta­ten. Es gilt das Mot­to: Lie­ber ein­mal zu viel, als ein­mal zu spät…!

Und bit­te nicht ver­ges­sen: Poli­zis­tin­nen und Poli­zis­ten sind „Men­schen in Uni­form” und sie möch­ten als sol­che behan­delt wer­den. Sie sind zum Schutz der Fest­be­su­cher da, hel­fen wo es gewünscht wird und grei­fen dort zu, wo es not­wen­dig ist. Die Poli­zei ist der Schieds­rich­ter auf dem „när­ri­schen Spiel­feld”. Nur  wer gegen  Regeln ver­stößt, bekommt die Kar­te  – im Extrem­fall auch mal die rote.

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