Ein IC-Zug auf der Gäubahn wartet in Oberndorf. Foto: him

Der Vor­sit­zen­de des Inter­es­sen­ver­bands Gäu-Neckar-Boden­see-Bahn, Jus­tiz­mi­nis­ter Gui­do Wolf, hat den die­ser Tage ergan­ge­nen Plan­fest­stel­lungs­be­schluss für den zwei­glei­si­gen Aus­bau des Stre­cken­ab­schnitts Horb-Neckar­hau­sen begrüßt. Er  erklärt dazu laut Pres­se­mit­tei­lung:

„Ich bin froh, dass das Eisen­bahn­bun­des­amt das Bau­vor­ha­ben jetzt geneh­migt hat, auch wenn wir auf die­sen Beschluss sehr lan­ge war­ten muss­ten. Letzt­lich hat sich damit aus­ge­zahlt, dass unser Inter­es­sen­ver­band hier über Jah­re den Druck auf­recht­erhal­ten und auch Ver­kehrs­mi­nis­ter Win­fried Her­mann die­ses Pro­jekt unter­stützt hat. Wir wer­den den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss jetzt im Ein­zel­nen aus­wer­ten. Klar ist aber auch, dass wir jetzt umge­hend eine Finan­zie­rungs­ver­ein­ba­rung zwi­schen dem Bund und der Bahn brau­chen, damit das Pro­jekt rasch umge­setzt wer­den kann“, so Wolf in einer ers­ten Stel­lung­nah­me.

Wolf kri­ti­sier­te, dass Pla­nung und Geneh­mi­gung für den zwei­glei­si­gen Aus­bau des Stre­cken­ab­schnitts nahe­zu zehn Jah­re in Anspruch genom­men haben, obwohl der Inter­es­sen­ver­band Gäu-Neckar-Boden­see-Bahn und das Land Baden-Würt­tem­berg der DB Netz die Pla­nungs­kos­ten vor­fi­nan­ziert hat­ten. Die Pla­nun­gen für den knapp sechs Kilo­me­ter lan­gen Aus­bau­ab­schnitt habe damit drei­mal so lan­ge gedau­ert wie bei ver­gleich­ba­ren ande­ren Pro­jek­ten der DB.

Mit Blick auf den Aus­bau der Gäu­bahn als Gan­zes betont Wolf: „Wir haben jetzt ein wich­ti­ges Etap­pen­ziel erreicht. Den­noch kann ich nicht nach­voll­zie­hen, dass mit den Pla­nun­gen für die übri­gen Aus­bau­maß­nah­men der Gäu­bahn noch nicht ein­mal begon­nen wur­de. Dabei waren die­se doch schon im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2003 ent­hal­ten und sind auch im neu­en Bedarfs­plan mit höchs­ter Prio­ri­tät gelis­tet. Auch hier wer­den wir nach Kräf­ten ver­su­chen, die Pro­zes­se zu beschleu­ni­gen.“

Deutschland hinkt hinterher

Der Aus­bau der Gäu­bahn war vor etli­chen Jah­ren zwi­schen Deutsch­land und der Schweiz ver­ein­bart wor­den, um eine attrak­ti­ve Ver­bin­dung zwi­schen den Metro­po­len Stutt­gart und Zürich sowie eine Zulauf­stre­cke zum inzwi­schen eröff­ne­ten Gott­hard-Basis­tun­nel zu schaf­fen. Der Inter­es­sen­ver­band Gäu-Neckar-Boden­see-Bahn setzt sich seit vie­len Jah­ren für die Wei­ter­ent­wick­lung des Ver­kehrs­an­ge­bots auf der grenz­über­schrei­ten­den ICE-Stre­cke Stutt­gart-Zürich („Gäu­bahn“) ein. 

Inzwi­schen hat auch Land­rat Wolf-Rüdi­ger Michel sich zum Plan­fest­stel­lungs­be­schluss für den zwei­glei­si­gen Stre­cken­aus­bau Horb-Neckar­hau­sen auf der Gäu­bahn erfreut gezeigt: „Der Dop­pel­spur­ab­schnitt Horb – Neckar­hau­sen ist drin­gend erfor­der­lich. Nicht nur für die Ver­bes­se­rung des Ange­bots zwi­schen Stutt­gart und Sin­gen, son­dern auch mit Blick auf die grenz­über­schrei­ten­den Ver­keh­re in die Schweiz und nach Ita­li­en.

Mit den gedul­di­gen Anstren­gun­gen des Inter­es­sen­ver­bands Neckar-Gäu-Boden­see-Bahn, dem sich auch der Land­kreis Rott­weil ange­schlos­sen hat und unter­stützt durch Wirt­schaft und Poli­tik, sei es gelun­gen, dass die Gäu­bahn mit Blick auf eine Schie­nen­in­fra­struk­tur für die Zukunft wei­ter Fahrt auf­neh­men kön­ne, so Michel.