Das waren noch Zeiten: Ein schneller ICE-T im Jahr 2009 auf der Gäubahn bei Sulz. Archiv-Foto: him

REGION (pm) – Die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg unter­stützt die For­de­rung des Inter­es­sen­ver­ban­des Gäu­bahn, die zuge­sag­te direk­te Anbin­dung an den Flug­ha­fen zeit­nah mit der Inbe­trieb­nah­me des Tief­bahn­hofs zu rea­li­sie­ren. „Die Gäu­bahn darf nicht zur Durst­stre­cke wer­den. Wir spre­chen von der Ach­se Stutt­gart-Zürich und von einem inter­na­tio­na­len Pro­jekt“, erin­nert IHK-Prä­si­dent Die­ter Teu­fel laut IHK-Pres­se­mit­tei­lung an den deutsch-schwei­ze­ri­schen Staats­ver­trag von Luga­no aus dem Jahr 1996.

„Mit dem Fahr­plan­wech­sel ab 10. Dezem­ber gilt zwar der neue Inte­rims­fahr­plan mit dop­pelt so vie­len IC-Fahr­ten als bis­lang und einem Stun­den­takt zwi­schen Stutt­gart und Zürich“, so Teu­fel. „Das Ziel der im Inter­es­sen­ver­band orga­ni­sier­ten Anlie­ger­kom­mu­nen und der Wirt­schaft, mit dem zwei­glei­si­gen Aus­bau und dem Ein­satz von Nei­ge­tech­nik die Rei­se­zeit spür­bar zu ver­kür­zen, ist zwar kurz­fris­tig noch immer nicht in Sicht. Die Auf­nah­me der Aus­bau­stre­cke in den Vor­dring­li­chen Bedarf des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­pla­nes war aber ein gro­ßer Etap­pen­sieg aller Betei­lig­ten. Für die Umset­zung wer­den die Wirt­schaft, die Kom­mu­nen, Städ­te und Land­krei­se sowie die Abge­ord­ne­ten ent­lang der Stre­cke und das Land wei­ter­hin gemein­sam kämp­fen.“

Ins­be­son­de­re für die anlie­gen­den, inter­na­tio­nal ver­netz­ten und export­ori­en­tier­ten Unter­neh­men und wich­ti­gen Tou­ris­mus­de­sti­na­tio­nen in Baden-Würt­tem­berg sei eine für den Per­so­nen- und Güter­ver­kehr bedarfs­ge­recht aus­ge­bau­te Schie­nen­ver­kehrs­ach­se zwi­schen Stutt­gart und Zürich ein ent­schei­den­der Stand­ort­fak­tor.

Ohne den Aus­bau zu einer inter­na­tio­na­len Fern­ver­kehrs­stre­cke bestün­de die Gefahr, dass Berufs­pend­ler, Geschäfts­rei­sen­de, Tou­ris­ten und ins­be­son­de­re der Güter­ver­kehr den Anschluss auf der Schie­ne an Wirt­schafts­räu­me wie Stutt­gart, Zürich und Mai­land sowie an inter­na­tio­na­le Luft- und See­we­ge ver­lie­ren. Der pro­gnos­ti­zier­te dras­ti­sche Anstieg des Auf­kom­mens im Per­so­nen- und Güter­ver­kehr mache künf­tig ohne­hin eine stär­ke­re Ver­la­ge­rung auf die Schie­ne erfor­der­lich.

Der IHK-Prä­si­dent lobt daher auch die Ent­schlos­sen­heit des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums in Stutt­gart. Im Fal­le einer dau­er­haf­ten Absa­ge der Deut­schen Bahn AG an die Nei­ge­tech­nik kön­ne sich das Minis­te­ri­um vor­stel­len, selbst tätig zu wer­den und gege­be­nen­falls lan­des­ei­ge­ne Nei­ge­tech­nik­fahr­zeu­ge ver­keh­ren zu las­sen. „Grund­sätz­lich gilt im Schie­nen­fern­ver­kehr zwar der Vor­rang der Eigen­wirt­schaft­lich­keit. Aber wenn alle Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind, könn­te die­ser Weg durch­aus eine inter­es­san­te Opti­on sein“, so Teu­fel.