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Mittwoch, 19. Februar 2020

IHK: „Gäubahn darf nicht zur Durststrecke werden“

Regionale Wirtschaft unterstützt Beschlussfassung der IG Gäubahn: IHK wünscht spürbare Verbesserungen auf der Achse Stuttgart-Zürich

REGION (pm) – Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg unterstützt die Forderung des Interessenverbandes Gäubahn, die zugesagte direkte Anbindung an den Flughafen zeitnah mit der Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs zu realisieren. „Die Gäubahn darf nicht zur Durststrecke werden. Wir sprechen von der Achse Stuttgart-Zürich und von einem internationalen Projekt“, erinnert IHK-Präsident Dieter Teufel laut IHK-Pressemitteilung an den deutsch-schweizerischen Staatsvertrag von Lugano aus dem Jahr 1996.

„Mit dem Fahrplanwechsel ab 10. Dezember gilt zwar der neue Interimsfahrplan mit doppelt so vielen IC-Fahrten als bislang und einem Stundentakt zwischen Stuttgart und Zürich“, so Teufel. „Das Ziel der im Interessenverband organisierten Anliegerkommunen und der Wirtschaft, mit dem zweigleisigen Ausbau und dem Einsatz von Neigetechnik die Reisezeit spürbar zu verkürzen, ist zwar kurzfristig noch immer nicht in Sicht. Die Aufnahme der Ausbaustrecke in den Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes war aber ein großer Etappensieg aller Beteiligten. Für die Umsetzung werden die Wirtschaft, die Kommunen, Städte und Landkreise sowie die Abgeordneten entlang der Strecke und das Land weiterhin gemeinsam kämpfen.“

Insbesondere für die anliegenden, international vernetzten und exportorientierten Unternehmen und wichtigen Tourismusdestinationen in Baden-Württemberg sei eine für den Personen- und Güterverkehr bedarfsgerecht ausgebaute Schienenverkehrsachse zwischen Stuttgart und Zürich ein entscheidender Standortfaktor.

Ohne den Ausbau zu einer internationalen Fernverkehrsstrecke bestünde die Gefahr, dass Berufspendler, Geschäftsreisende, Touristen und insbesondere der Güterverkehr den Anschluss auf der Schiene an Wirtschaftsräume wie Stuttgart, Zürich und Mailand sowie an internationale Luft- und Seewege verlieren. Der prognostizierte drastische Anstieg des Aufkommens im Personen- und Güterverkehr mache künftig ohnehin eine stärkere Verlagerung auf die Schiene erforderlich.

Der IHK-Präsident lobt daher auch die Entschlossenheit des Verkehrsministeriums in Stuttgart. Im Falle einer dauerhaften Absage der Deutschen Bahn AG an die Neigetechnik könne sich das Ministerium vorstellen, selbst tätig zu werden und gegebenenfalls landeseigene Neigetechnikfahrzeuge verkehren zu lassen. „Grundsätzlich gilt im Schienenfernverkehr zwar der Vorrang der Eigenwirtschaftlichkeit. Aber wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, könnte dieser Weg durchaus eine interessante Option sein“, so Teufel.

 

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