Am ver­gan­ge­nen Sams­tag hat auf dem Gelän­de des Zivil­schutz­aus­bil­dungs­zen­trums in Eiken (Schweiz) eine groß­an­ge­leg­te Kata­stro­phen­schutz­übung aller Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen aus dem Land­kreis Rott­weil statt­ge­fun­den. Bereits am Sams­tag­mor­gen um 5 Uhr mach­ten sich rund 250 Ein­satz­kräf­te von Feu­er­wehr, Rotem Kreuz, Tech­ni­schem Hilfs­werk, Ret­tungs­hun­de­staf­fel und der Berg­wacht auf den Weg in die Schweiz. 

Von Manu­el Suhr – Pres­se­spre­cher der Feu­er­wehr im Land­kreis Rott­weil und Kom­man­dant der Feu­er­wehr Obern­dorf.

Fol­gen­des Ein­satz­ge­sche­hen wur­de ange­nom­men: In den frü­hen Mor­gen­stun­den kam es im Rhein­gra­ben zu einem schwe­ren Erd­be­ben in des­sen Fol­ge es zu einer star­ken Ver­wüs­tung des gesam­ten Gebie­tes kam. Neben einem rie­si­gen Trüm­mer­feld kamen zahl­rei­che Brän­de hin­zu. Auf dem gesam­ten Übungs­ge­län­de wur­den meh­re­re Scha­dens­sze­na­ri­en dar­ge­stellt, die es für die Ret­tungs­kräf­te abzu­ar­bei­ten galt.

In einem Übungs­be­reich kam es zum Ein­sturz meh­re­rer Gebäu­de. In der Trüm­mer­land­schaft wur­den zahl­rei­che Per­so­nen von Trüm­mern begra­ben und ver­misst.  Die Ret­tungs­hun­de­staf­fel Rott­weil-Hegau durch­such­te mit meh­re­ren Hun­den einen Teil­ab­schnitt des Gelän­des. Außer­dem waren Hel­fer der Roten Kreu­zes in die Suche ein­ge­bun­den. Das Tech­ni­sche Hilfs­werk und die Feu­er­wehr wur­den zur Ret­tung der ver­letz­ten Per­so­nen ein­ge­setzt. Zudem waren auf dem Gelän­de Kel­ler und Schacht­an­la­gen durch Trüm­mer­tei­le ver­sperrt. Die Ein­satz­kräf­te des Tech­ni­schen Hilfs­wer­kes muss­ten mit schwe­rem tech­ni­schem Gerät die Zugän­ge zu den Kel­ler- und Schacht­an­la­gen frei­le­gen. Anschlie­ßend wur­de die Ret­tung ver­schüt­te­ter Per­so­nen ein­ge­lei­tet und durch­ge­führt. Nach der Befrei­ung der Per­so­nen wur­den sie an das Deut­sche Rote Kreuz über­ge­ben und erst­ver­sorgt.

Flüs­sig­keit brennt

Durch das star­ke Erd­be­ben kam es auch zum Aus­bruch meh­re­re Brän­de. Bei einem Gebäu­de­brand wur­den meh­re­re Per­so­nen ver­misst. Die Feu­er­wehr drang in das Haus ein, um die Räum­lich­kei­ten zu durch­su­chen. Par­al­lel zur Ret­tung wur­de eine Brand­be­kämp­fung ein­ge­lei­tet. Nach­dem die Per­so­nen aus dem Haus geret­tet wer­den konn­ten wur­den sie durch Kräf­te der Feu­er­wehr bis zum Ein­tref­fen des Ret­tungs­diens­tes erst­ver­sorgt.

Auf dem Nach­bar­grund­stück kam es zum Brand einer Flüs­sig­keit, wel­che in einem Druck­be­häl­ter gela­gert wur­de. Mit einem sofort ein­ge­lei­te­ten Schaum­an­griff wur­de das Feu­er ein­ge­dämmt. Ein zwei­ter Druck­be­häl­ter wur­de mit Was­ser gekühlt. Per­so­nen, die sich zuvor bei einer Ver­puf­fung ver­letzt hat­ten, wur­den aus dem Gefah­ren­be­reich gebracht und dem Ret­tungs­dienst des DRK über­ge­ben, der eben­falls an der Übung teil­nahm.

Gebäu­de eva­ku­iert

In einem Gebäu­de, genannt Hotel Adler, kam es eben­falls zum Aus­bruch eines Bran­des. Hier wur­den meh­re­re Per­so­nen ver­misst. Die Feu­er­wehr muss­te das stark ver­rauch­te vier­stö­cki­ge Gebäu­de absu­chen und die gefun­de­nen Per­so­nen zum Teil über trag­ba­re Lei­tern und die Hub­ar­beits­büh­ne der Feu­er­wehr Rott­weil ret­ten. Die Hel­fer des Roten Kreu­zes unter­stütz­ten die Kräf­te der Feu­er­wehr bei der Eva­ku­ie­rung des Gebäu­des.

Im Ein­satz waren auch die Füh­rungs­grup­pen Rott­weil, Sulz und Obern­dorf. Die Feu­er­wehr­kräf­te der Füh­rungs­grup­pen Rott­weil und Sulz wur­den an den Ein­satz­stel­len als Abschnitts­lei­ter ein­ge­setzt, die Füh­rungs­grup­pe Obern­dorf bil­de­te die tech­ni­sche Ein­satz­lei­tung und koor­di­nier­te das Ein­satz­ge­sche­hen aus dem Abroll­be­häl­ter „Ein­satz­lei­tung“, der bereits seit 2012 in Obern­dorf sta­tio­niert ist und vom Land­kreis Rott­weil zur Ver­fü­gung gestellt wird. Die Ein­satz­lei­tung der Feu­er­wehr wur­de von wei­te­ren Füh­rungs­kräf­ten und Fach­be­ra­tern der ande­ren Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen unter­stützt. Die Ein­satz­lei­tung koor­di­nier­te das kom­plet­te Ein­satz­ge­sche­hen. Sie navi­gier­te Ein­satz­kräf­te und Fahr­zeu­ge, traf wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen und nahm die ein­ge­hen­den Not­ru­fe ent­ge­gen. Das Scha­dens­ge­biet wur­de in ver­schie­de­ne Ein­satz­ab­schnit­te ein­ge­teilt, jeder Abschnitt hat­te einen Abschnitts­lei­ter. Die­ser war an der Ein­satz­stel­le der Ansprech­part­ner für den jewei­li­gen Grup­pen­füh­rer der ein­ge­setz­ten Ein­satz­ein­heit und stell­te das Bin­de­glied zur tech­ni­schen Ein­satz­lei­tung dar.

Der Höhe­punkt für die Ein­satz­kräf­te war sicher­lich das mit Holz befeu­er­te Brand­haus. Schweiß­ge­ba­det berich­te­te einer der Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger, wel­che enor­me Belas­tun­gen bei den som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren auf den Kör­per gewirkt habe. „Im Gebäu­de­in­ne­ren kann es zwi­schen 400°C und 750°C heiß wer­den“, so eine Auf­sichts­per­son des Zivil­schutz­aus­bil­dungs­zen­trums. Die Heiß­aus­bil­dung ist ein wich­ti­ger Bestand­teil für die Innen­brand­be­kämp­fung mit aus­ge­bil­de­ten Feuerwehrmännern/Frauen in Gebäu­den.

Kreis­brand­meis­ter Mario Rumpf und der Lei­ter des Kata­stro­phen­schut­zes Ulrich Nie­fer zeig­ten sich mit dem Ver­lauf der Übung  zufrie­den.

Im Nach­gang wer­den nun in Fol­ge­ge­sprä­chen die Übungs­ab­läu­fe der ein­zel­nen Orga­ni­sa­tio­nen nach­be­trach­tet um Rück­schlüs­se für Ver­bes­se­run­gen in Übun­gen und Ein­sät­zen als Ziel­set­zung zu errei­chen. Zusätz­lich ist im Herbst ein Hel­fer­fest, als Dan­ke­schön,  für das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment aller  Übungs­be­tei­lig­ten geplant.