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Landkreis Rottweil
Dienstag, 25. Februar 2020

Kultur beim Schwäbischen Albverein

ROTTWEIL – Einen Kulturtag besonderer Art erlebten zwanzig Albvereinler mit dem Besuch der Großen Landesausstellung „Der Meister von Meßkirch – katholische Pracht in der Reformationszeit“ in der Staatsgalerie Stuttgart. Ergänzt wurde die Exkursion durch den Besuch der Kirche St. Veith in Mühlhausen, einem der bedeutendsten Kleinode gotischer Baukunst in der Region Stuttgart. Begleitet wurde die Wandergruppe von Dr. Winfried Hecht, dem ehemaligen Stadtarchivar in Rottweil und Gaukulturwart des Heuberg-Baar-Gaus.

Welch eine Überraschung für alle Teilnehmer – zu Hause eine weiße Landschaft und in Stuttgart ein klarblauer Himmel. Dr. Hecht, wahrlich ein wandelndes Lexikon und bei den Albvereinlern stets willkommen, führte die Gruppe zunächst zum Mühlhauser Altar. Früher stand dieser in der St. Veith Kirche. Es gelang Hecht die Verbindung zwischen Böhmen und dem Schwabenland mit den Brüdern Reinhart und Eberhard aus Mühlhausen herzustellen. Beide arbeiteten am Hofe von Karl IV. in Prag und erzielten dort auch Einkünfte für den Bau in Mühlhausen. Den Höhepunkt bildeten anschließend die vom Meister von Meßkirch erhaltenen Werke.

Beeindruckend die prachtvollen Farben, die über Jahrhunderte nichts von ihrer Strahlkraft verloren haben. Hecht verstand es vortrefflich, für die Besucher die Konstellationen zwischen den ausgestellten anderen Werken der Reformationszeit mit der Bildwelt des Meisters von Meßkirch zu schärfen und deren Stellenwert im Kontext der Kunst seiner Zeit erfahrbar zu machen. Graf Gottfried Werner von Zimmern blieb Habsburg und dem alten Glauben treu. Der Meßkircher Hochaltar und die Nebenaltäre zeigen einen Heiligenkosmos. Als Stifter wünschte sich Gottfried Werner ein altgläubiges Bildprogramm als Gegenposition zu den reformatorischen Vorstellungen, die die Mittlerfunktion der Heiligen radikal ablehnten.

Nach Staatsgalerie und Mühlhauser St. Veith Kirche erfreute man sich bei frühlingshaften Temperaturen an der Blütenpracht der Schneeglöckchen und Krokusse entlang der Rebhänge oberhalb des Neckars. Ein Stück wurde dem Neckarweg gefolgt, zumal dessen Gründer Fritz W. Lang, Ehrenvorsitzender der OG Schwenningen und heute in Winterbach bei Schorndorf wohnend, die Führung des Tages übernommen hatte. Ziel war der Max-Eyth-See, an dessen Ufer man sich in geselliger Runde im „Hotel am See“ wieder traf. Dank gilt dem stellvertretenden Vorsitzenden Uwe Schlegel, der die Albvereinler mit dem Zug nach Stuttgart und wieder zurück in die schneebedeckte Baar brachte.

Neben dem Wandern fühlt sich der Albverein weiterhin kulturell verbunden mit drei weiteren Veranstaltungen im März: Am Sonntag, 11. März, eine Opernvorstellung „Ariodante“ von Georg Friedrich Händel und am Samstag, 17 März, ein Ballettabend „La fille mal gardée“ im Rahmen der Abonnementfahrten in das Staatstheater Stuttgart. Ferner führt Gerhard Paul am 26. März eine Wanderung auf dem Villinger Geschichts- und Heimatpfad.

 

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