Kultur beim Schwäbischen Albverein

Die Albvereinler vor der St.Veith-Kirche in Stuttgart-Mühlhausen. Foto: pm

ROTTWEIL — Einen Kul­turtag beson­der­er Art erlebten zwanzig Alb­verein­ler mit dem Besuch der Großen Lan­desausstel­lung „Der Meis­ter von Meßkirch – katholis­che Pracht in der Refor­ma­tion­szeit“ in der Staats­ga­lerie Stuttgart. Ergänzt wurde die Exkur­sion durch den Besuch der Kirche St. Vei­th in Mühlhausen, einem der bedeu­tend­sten Klein­ode gotis­ch­er Baukun­st in der Region Stuttgart. Begleit­et wurde die Wan­der­gruppe von Dr. Win­fried Hecht, dem ehe­ma­li­gen Stadtarchivar in Rot­tweil und Gaukul­tur­wart des Heuberg-Baar-Gaus.

Welch eine Über­raschung für alle Teil­nehmer — zu Hause eine weiße Land­schaft und in Stuttgart ein klar­blauer Him­mel. Dr. Hecht, wahrlich ein wan­del­ndes Lexikon und bei den Alb­verein­lern stets willkom­men, führte die Gruppe zunächst zum Mühlhauser Altar. Früher stand dieser in der St. Vei­th Kirche. Es gelang Hecht die Verbindung zwis­chen Böh­men und dem Schwaben­land mit den Brüdern Rein­hart und Eber­hard aus Mühlhausen herzustellen. Bei­de arbeit­eten am Hofe von Karl IV. in Prag und erziel­ten dort auch Einkün­fte für den Bau in Mühlhausen. Den Höhep­unkt bilde­ten anschließend die vom Meis­ter von Meßkirch erhal­te­nen Werke.

Beein­druck­end die prachtvollen Far­ben, die über Jahrhun­derte nichts von ihrer Strahlkraft ver­loren haben. Hecht ver­stand es vortr­e­f­flich, für die Besuch­er die Kon­stel­la­tio­nen zwis­chen den aus­gestell­ten anderen Werken der Refor­ma­tion­szeit mit der Bild­welt des Meis­ters von Meßkirch zu schär­fen und deren Stel­len­wert im Kon­text der Kun­st sein­er Zeit erfahrbar zu machen. Graf Got­tfried Wern­er von Zim­mern blieb Hab­s­burg und dem alten Glauben treu. Der Meßkircher Hochal­tar und die Nebenaltäre zeigen einen Heili­genkos­mos. Als Stifter wün­schte sich Got­tfried Wern­er ein alt­gläu­biges Bild­pro­gramm als Gegen­po­si­tion zu den refor­ma­torischen Vorstel­lun­gen, die die Mit­tler­funk­tion der Heili­gen radikal ablehn­ten.

Nach Staats­ga­lerie und Mühlhauser St. Vei­th Kirche erfreute man sich bei früh­ling­shaften Tem­per­a­turen an der Blüten­pracht der Schneeglöckchen und Krokusse ent­lang der Reb­hänge ober­halb des Neckars. Ein Stück wurde dem Neckar­weg gefol­gt, zumal dessen Grün­der Fritz W. Lang, Ehren­vor­sitzen­der der OG Schwen­nin­gen und heute in Win­ter­bach bei Schorn­dorf wohnend, die Führung des Tages über­nom­men hat­te. Ziel war der Max-Eyth-See, an dessen Ufer man sich in gesel­liger Runde im „Hotel am See“ wieder traf. Dank gilt dem stel­lvertre­tenden Vor­sitzen­den Uwe Schlegel, der die Alb­verein­ler mit dem Zug nach Stuttgart und wieder zurück in die schneebe­deck­te Baar brachte.

Neben dem Wan­dern fühlt sich der Alb­vere­in weit­er­hin kul­turell ver­bun­den mit drei weit­eren Ver­anstal­tun­gen im März: Am Son­ntag, 11. März, eine Opern­vorstel­lung „Ari­o­dante“ von Georg Friedrich Hän­del und am Sam­stag, 17 März, ein Bal­let­tabend „La fille mal gardée“ im Rah­men der Abon­nement­fahrten in das Staat­sthe­ater Stuttgart. Fern­er führt Ger­hard Paul am 26. März eine Wan­derung auf dem Villinger Geschichts- und Heimatp­fad.