Die Mädchenchöre aus Villingen und Rottweil gaben wieder ein Benefizkonzert auf dem Dreifaltigkeitsberg. Foto: Regina Köchling

REGION ROTTWEIL – Ein wun­der­schö­nes Kon­zert gaben die Mäd­chen­chö­re aus Rott­weil und Vil­lin­gen am Sonn­tag­abend auf dem Drei­fal­tig­keits­berg. Und ein erfolg­rei­ches, denn wie jedes Jahr war es ein Bene­fiz­kon­zert für das Hos­piz in Spai­chin­gen, und wie jedes Jahr kam eine beein­dru­cken­de Spen­den­sum­me von zusam­men.

Beein­dru­ckend war auch das Pro­gramm, das Chor­lei­ter Andre­as Putt­kam­mer zusam­men­ge­stellt hat­te. Es reich­te von dem gre­go­ria­ni­schen Cho­ral „Ubi Cari­tas” über das baro­cke „Ver­bleib uns Frie­den gnä­dig­lich” von Andre­as Ham­mer­schmidt bis zu Wer­ken zeit­ge­nös­si­scher Kom­po­nis­ten wie dem Nor­we­ger Ola Gjei­lo („Sea­sons”) oder dem däni­schen Stück „Nir­wa­na” von Micha­el Boje­sen bis hin zu Pop­songs wie „Regen und Meer” der Band Juli.

Einen ganz beson­de­ren Ein­druck hin­ter­ließ das „Ster­ne fal­len”, das Andre­as Putt­kam­mer selbst für die Chö­re ver­tont hat. Der Text ist ein Gedicht des Schwei­zers Rue­di Ber­ger, das jemand in das Kon­do­lenz­buch für die Opfer des Ger­man Wings-Abstur­zes geschrie­ben hat. Ein Text mit gro­ßer Tie­fe, mit viel Sen­si­bi­li­tät in Musik umge­setzt und sehr ein­fühl­sam vor­ge­tra­gen. Aber auch das klang­vol­le, sie­ben­stim­mi­ge Ave Maria von Franz Biebl ging zu Her­zen, eben­so „Nigra Sum” von Pablo Casals. Das ist eine eigen­wil­li­ge Ver­si­on von Salo­mos hohem Lied der Lie­be: „Schwarz bin ich” heißt der Titel über­setzt.

Mit ihren herr­li­chen Stim­men san­gen die Mäd­chen von Lie­be und Schmerz, von Sehn­sucht und Glück und der Suche nach sich selbst. Hans-Peter Mat­tes vom Hos­piz­ver­ein bedank­te sich bei den Sän­ge­rin­nen und ihrem Diri­gen­ten sowie des­sen Frau Ger­lin­de, die wie immer sehr ein­fühl­sam am Kla­vier beglei­te­te. Mit Bezug auf die fal­len­den Ster­ne stell­te er die Fra­ge nach dem, was am Ende des Lebens bleibt. „Ent­schei­dend ist nicht die Anzahl der Jah­re, son­dern wie wir sie gestal­ten, wie wir unse­ren Mit­men­schen begeg­nen.” Der Bei­trag für eine bes­se­re Welt und „die Spu­ren der Lie­be, die wir in den Her­zen unse­rer Mit­men­schen hin­ter­las­sen”, so Mat­tes.

Und dann san­gen die Mäd­chen ihr letz­tes Stück, an des­sen Ende sie hin­ter dem Altar ver­schwan­den, mit ihnen ihre Stim­men, die immer lei­ser wur­den und schließ­lich ganz ver­ebb­ten. Der Applaus war so groß, dass sie dann doch noch eine Zuga­be san­gen und dabei ihr Publi­kum zum mit­schnip­pen und mit­klat­schen beweg­ten. Ein tol­ler Abend für die Zuhö­rer. Und für das Hos­piz.