Blick durch 3D-Brillen: Nicole Hoffmeister-Kraut (links) und Dr. Klaus Irion, Leiter Technologie und Forschung bei Karl Storz, dazwischen Henri Rauner und Dr. Christine Schellhorn. Foto: wede

Chi­na könn­te auch ohne den Rest der Welt exis­tie­ren, braucht uns nicht.“ Die­ser Satz, von Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Minis­te­rin Dr. Nico­le Hoff­meis­ter-Kraut bei der Ver­an­stal­tung des Wirt­schafts­rats der CDU in den Räum­lich­kei­ten des Endo­sko­pie-Spe­zia­lis­ten KARL STORZ in Tutt­lin­gen gespro­chen, ver­blüff­te die ver­sam­mel­te Rie­ge der 60 ver­sam­mel­ten Wirt­schafts­ex­per­ten.

Doch wie die gra­de mal 45 Jah­re Minis­te­rin aus Balingen mit dem ihr vom Ver­an­stal­ter vor­ge­ge­be­ne The­ma „Baden-Würt­tem­berg in Zei­ten von ‚Ame­ri­ca First‘“ die viel­fäl­ti­gen drän­gen­den Her­aus­for­de­run­gen beschrieb, mach­te deut­lich, war­um die neu in den Land­tag gewähl­te Christ­de­mo­kra­tin sogleich in die Lan­des­re­gie­rung beru­fen wur­de.

Uner­schro­cken, ein­leuch­tend in ihrer Ana­ly­se und mit kla­rem Blick auf eine Welt, in der die Sor­gen fast täg­lich mehr zu wer­den schei­nen, beschrieb sie die aktu­el­le Lage von der Situa­ti­on in den USA (die kom­ple­xer ist als dies oft­mals erscheint) über die Schwie­rig­kei­ten durch den Bre­x­it und die fra­gi­le Lage in Ita­li­en und frag­te: „Wo wol­len wir hin?“

Über die Ana­ly­se zu den Schluss­fol­ge­run­gen. Und ers­te­res nicht vom Schreib­tisch aus, son­dern auf Grund ihres wirt­schafts­po­li­ti­schen Wis­sens und der zahl­rei­chen Gesprä­che, die sie seit ihrem Amts­an­tritt bereits geführt hat.

Als sie im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res zum Minis­ter­prä­si­den­ten gesagt habe, sie wol­le in die USA rei­sen, habe ihr der Minis­ter­prä­si­dent davon abge­ra­ten. „Was wol­len Sie in Washing­ton? Da krie­ge ja nicht mal ich Gesprächs­part­ner“, habe er gesagt. Nico­le Hoff­meis­ter-Kraut reis­te nach Ame­ri­ka. Und sprach zum Bei­spiel mit dem US-Han­dels­be­auf­trag­ten Dan Mul­la­ney: über den Frei­han­del, über die Bezie­hun­gen zwi­schen Euro­pa und den USA. Wie das dann so ist: es gab viel Über­ein­stim­mung und gegen­sei­ti­ges Ver­ste­hen. Bei dem von den Ame­ri­ka­nern ange­pran­ger­ten Han­dels­über­schuss habe sie mit guten Argu­men­ten, Zah­len und Fak­ten die­sen Tat­be­stand erläu­tert – und auf die hohe Qua­li­tät deut­scher Pro­duk­te hin­ge­wie­sen wie auf die Rela­ti­vie­rung des von Prä­si­dent Trump kri­ti­sier­ten Ungleich­ge­wichts. „Ich will kei­ne Eska­lie­rung des Ver­hält­nis­ses zu den Ver­ei­nig­ten Staa­ten“, sag­te die CDU-Poli­ti­ke­rin, „sonst sind wir alle die Ver­lie­rer.“

Ein Bei­spiel nur für die von ihr ver­folg­te Stra­te­gie, Bezie­hun­gen auf­recht zu erhal­ten, mit­ein­an­der im Gespräch zu blei­ben. In Abwand­lung des Trump’schen Mot­tos: „The world first.“ So der Titel eines Songs, für des­sen Zuspie­lung sie sich bei einem der anwe­sen­den Teil­neh­mer bedank­te.

Die posi­ti­ve Sicht der Din­ge: bei aller Sor­ge um das euro­pa­feind­li­che Wahl­er­geb­nis in Ita­li­en. „Es war mutig, wie der Prä­si­dent gehan­delt und dafür gesorgt hat, dass die Regie­rung aus Links- und Rechts­po­pu­lis­ten erst ein­mal ver­hin­dert wur­de.“

Und die Schluss­fol­ge­rung aus der Dar­stel­lung einer so dis­rup­ti­ven Lage nahe­zu rings um in der Welt: „Wir als Lan­des­re­gie­rung sind für die Bil­dung zustän­dig. Und da haben wir mit der Ein­füh­rung und Beto­nung von den Fächern, die wir brau­chen, um auch in Zukunft wett­be­werbs­fä­hig zu sein, einen wich­ti­gen Mei­len­stein gesetzt.“ Denn was die Wirt­schaft brau­che, sind Inge­nieu­re.

Die Her­aus­for­de­run­gen sind enorm. „Und um sie bestehen zu kön­nen, müs­sen wir gut sein, brau­chen wir die Jun­gen. Dann kön­nen wir uns der glo­ba­len Welt stel­len.“ Denn es gehe um nicht mehr und weni­ger als um das Wohl der Men­schen.

Mit dem Hin­weis, wie auf­merk­sam das Publi­kum ihrem Vor­trag gefolgt war, bedank­te sich der Spre­cher der Sek­ti­on Rottweil/Tuttlingen des Wirt­schafts­rats, Dr. Mar­tin Leon­hard, bei der Minis­te­rin und der fast schon ver­blüff­ten Bemer­kung, „dass Sie sich genau an das The­ma gehal­ten haben, das wir Ihnen gestellt haben.“

Dass die­ses bei der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on noch ver­tieft wur­de und eben­falls höchst bedeu­ten­de The­men wie die Ener­gie und die Mobi­li­tät der Zukunft ange­spro­chen wur­den, ver­steht sich fast von selbst.

Wenn ein Unter­neh­men wie KARL STORZ, aus den Anfän­gen im Jah­re 1945 vom Fir­men­grün­der  zur Pro­duk­ti­on von HNO-Instru­men­ten aus der Tau­fe geho­ben, heu­te als welt­um­span­nen­des Unter­neh­men füh­rend ist im Bereich der Endo­sko­pie und bei der Inte­gra­ti­on der OP-Berei­che ver­schie­de­ne Sys­te­me zusam­men­führt und Maß­stä­be setzt bei der Ver­net­zung von Ope­ra­ti­ons­ab­läu­fen, dann fand die Ver­an­stal­tung des Wirt­schafts­ra­tes zu dem so span­nen­den The­ma genau im rich­ti­gen Unter­neh­men statt. So konn­te Dr. Leon­hard, nicht nur Sek­ti­ons­spre­cher des Wirt­schafts­rats, son­dern als Lei­ter Tech­no­lo­gie Manage­ment des Unter­neh­mens gewis­ser­ma­ßen der Gast­ge­ber der Ver­an­stal­tung, die Besu­cher ein­schließ­lich der eben­falls sehr beein­druck­ten Minis­te­rin beim Rund­gang durch das Besu­cher­zen­trum in glei­chem Maße zum Stau­nen brin­gen über die Leis­tungs­fä­hig­keit und auch die Inno­va­ti­ons­dich­te einer in über 40 Län­dern ver­tre­te­nen Welt­fir­ma , die heu­te 25 000 Fer­tig­pro­duk­te anbie­tet.