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Landkreis Rottweil
Dienstag, 25. Februar 2020

Nicole Hoffmeister-Kraut: Wir brauchen Partner in der Welt

CDU-Wirtschaftsrat im Gespräch mit der Wirtschaftsministerin

„China könnte auch ohne den Rest der Welt existieren, braucht uns nicht.“ Dieser Satz, von Wirtschaftsministerin Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Veranstaltung des Wirtschaftsrats der CDU in den Räumlichkeiten des Endoskopie-Spezialisten KARL STORZ in Tuttlingen gesprochen, verblüffte die versammelte Riege der 60 versammelten Wirtschaftsexperten.

Doch wie die grade mal 45 Jahre Ministerin aus Balingen mit dem ihr vom Veranstalter vorgegebene Thema „Baden-Württemberg in Zeiten von ‚America First‘“ die vielfältigen drängenden Herausforderungen beschrieb, machte deutlich, warum die neu in den Landtag gewählte Christdemokratin sogleich in die Landesregierung berufen wurde.

Unerschrocken, einleuchtend in ihrer Analyse und mit klarem Blick auf eine Welt, in der die Sorgen fast täglich mehr zu werden scheinen, beschrieb sie die aktuelle Lage von der Situation in den USA (die komplexer ist als dies oftmals erscheint) über die Schwierigkeiten durch den Brexit und die fragile Lage in Italien und fragte: „Wo wollen wir hin?“

Über die Analyse zu den Schlussfolgerungen. Und ersteres nicht vom Schreibtisch aus, sondern auf Grund ihres wirtschaftspolitischen Wissens und der zahlreichen Gespräche, die sie seit ihrem Amtsantritt bereits geführt hat.

Als sie im Herbst vergangenen Jahres zum Ministerpräsidenten gesagt habe, sie wolle in die USA reisen, habe ihr der Ministerpräsident davon abgeraten. „Was wollen Sie in Washington? Da kriege ja nicht mal ich Gesprächspartner“, habe er gesagt. Nicole Hoffmeister-Kraut reiste nach Amerika. Und sprach zum Beispiel mit dem US-Handelsbeauftragten Dan Mullaney: über den Freihandel, über die Beziehungen zwischen Europa und den USA. Wie das dann so ist: es gab viel Übereinstimmung und gegenseitiges Verstehen. Bei dem von den Amerikanern angeprangerten Handelsüberschuss habe sie mit guten Argumenten, Zahlen und Fakten diesen Tatbestand erläutert – und auf die hohe Qualität deutscher Produkte hingewiesen wie auf die Relativierung des von Präsident Trump kritisierten Ungleichgewichts. „Ich will keine Eskalierung des Verhältnisses zu den Vereinigten Staaten“, sagte die CDU-Politikerin, „sonst sind wir alle die Verlierer.“

Ein Beispiel nur für die von ihr verfolgte Strategie, Beziehungen aufrecht zu erhalten, miteinander im Gespräch zu bleiben. In Abwandlung des Trump’schen Mottos: „The world first.“ So der Titel eines Songs, für dessen Zuspielung sie sich bei einem der anwesenden Teilnehmer bedankte.

Die positive Sicht der Dinge: bei aller Sorge um das europafeindliche Wahlergebnis in Italien. „Es war mutig, wie der Präsident gehandelt und dafür gesorgt hat, dass die Regierung aus Links- und Rechtspopulisten erst einmal verhindert wurde.“

Und die Schlussfolgerung aus der Darstellung einer so disruptiven Lage nahezu rings um in der Welt: „Wir als Landesregierung sind für die Bildung zuständig. Und da haben wir mit der Einführung und Betonung von den Fächern, die wir brauchen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, einen wichtigen Meilenstein gesetzt.“ Denn was die Wirtschaft brauche, sind Ingenieure.

Die Herausforderungen sind enorm. „Und um sie bestehen zu können, müssen wir gut sein, brauchen wir die Jungen. Dann können wir uns der globalen Welt stellen.“ Denn es gehe um nicht mehr und weniger als um das Wohl der Menschen.

Mit dem Hinweis, wie aufmerksam das Publikum ihrem Vortrag gefolgt war, bedankte sich der Sprecher der Sektion Rottweil/Tuttlingen des Wirtschaftsrats, Dr. Martin Leonhard, bei der Ministerin und der fast schon verblüfften Bemerkung, „dass Sie sich genau an das Thema gehalten haben, das wir Ihnen gestellt haben.“

Dass dieses bei der anschließenden Diskussion noch vertieft wurde und ebenfalls höchst bedeutende Themen wie die Energie und die Mobilität der Zukunft angesprochen wurden, versteht sich fast von selbst.

Wenn ein Unternehmen wie KARL STORZ, aus den Anfängen im Jahre 1945 vom Firmengründer  zur Produktion von HNO-Instrumenten aus der Taufe gehoben, heute als weltumspannendes Unternehmen führend ist im Bereich der Endoskopie und bei der Integration der OP-Bereiche verschiedene Systeme zusammenführt und Maßstäbe setzt bei der Vernetzung von Operationsabläufen, dann fand die Veranstaltung des Wirtschaftsrates zu dem so spannenden Thema genau im richtigen Unternehmen statt. So konnte Dr. Leonhard, nicht nur Sektionssprecher des Wirtschaftsrats, sondern als Leiter Technologie Management des Unternehmens gewissermaßen der Gastgeber der Veranstaltung, die Besucher einschließlich der ebenfalls sehr beeindruckten Ministerin beim Rundgang durch das Besucherzentrum in gleichem Maße zum Staunen bringen über die Leistungsfähigkeit und auch die Innovationsdichte einer in über 40 Ländern vertretenen Weltfirma , die heute 25 000 Fertigprodukte anbietet.

 

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