Am Abend hat das Kul­tus­min­is­teri­um die Staatlichen Schulämter und Schulen darüber informiert, dass die Realschu­la­b­schlussprü­fung im Fach Deutsch vom 18. April auf den 27. April ver­schoben wird. Hin­ter­grund ist eine Panne in bad Urach.

Am 13. April hat eine Schule in Bad Urach einen voll­ständig geöffneten Umschlag mit beschädigtem Siegel fest­gestellt, in dem die Prü­fungsauf­gaben der schriftlichen Realschu­la­b­schlussprü­fung im Fach Deutsch enthal­ten waren. Kul­tus­min­is­terin Dr. Susanne Eisen­mann zeigt sich über die Panne vor Ort verärg­ert und äußert mit Blick auf die betrof­fe­nen Schü­lerin­nen und Schüler großes Bedauern. Das teilte ihr Min­is­teri­um am Abend mit.

Fest ste­ht dem­nach, dass die Schule ent­ge­gen den Sicher­heitsvor­gaben eine lück­en­lose und sichere Ver­wahrung der Prü­fungsauf­gaben an einem dazu geeigneten Ort nicht sichergestellt hat. Darüber hin­aus sei das Siegel voll­ständig und augen­schein­lich durch Fremdein­wirkung geöffnet wor­den. Es beste­he die Möglichkeit, dass sich unbefugte Dritte Zugang zu den Prü­fungsauf­gaben ver­schafft haben.

Kul­tus­min­is­terin Eisen­mann: „Nach sorgfältiger Abwä­gung aller Umstände kön­nen wir nicht sich­er auss­chließen, dass die Prü­fungsauf­gaben schon im Vor­feld der Prü­fung ver­bre­it­et wur­den oder noch ver­bre­it­et wer­den. In Zeit­en des Inter­nets kön­nen wir auch nicht von ein­er nur räum­lich umgren­zten Prob­lem­lage aus­ge­hen. Damit ist eine ord­nungs­gemäße Prü­fung, die auch ein­er rechtlichen Über­prü­fung stand­hält, nicht sichergestellt.“ Auch wenn dies für die Schü­lerin­nen und Schüler mit großen Unan­nehm­lichkeit­en ver­bun­den sei, was sie aus­drück­lich und in hohem Maße bedau­re, habe man sich heute zu diesem Schritt entschlossen.

Am 27. April wer­den die für den Nachter­min vorge­se­henen Prü­fungsauf­gaben ver­wen­det wer­den. Eine Durch­führung der Prü­fung am 18. April mit den Prü­fungsauf­gaben des Nachter­mins war laut Min­is­teri­um nicht möglich, da die Vervielfäl­ti­gung und Aus­liefer­ung der Auf­gaben an sämtliche Schulen in dem kurzen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Zeit­fen­ster nach aus­drück­lich­er Auskun­ft der Druck­erei aus­geschlossen ist.

Sicher­heit beim Umgang mit den Prü­fungsauf­gaben hat für uns einen zen­tralen Stel­len­wert“, unter­stre­icht die Kul­tus­min­is­terin. „Umso ärg­er­lich­er ist es, wenn die Ver­ant­wortlichen vor Ort nicht mit der gebote­nen Sorgfalt und Sen­si­bil­ität agieren. Dieses Fehlver­hal­ten hat jet­zt ganz konkrete Auswirkun­gen auf rund 40.000 Schü­lerin­nen und Schüler.“

Am 20. April find­et der reg­uläre Ter­min für die schriftliche Prü­fung im Fach Math­e­matik und am 24. April der plan­mäßige Prü­fung­ster­min im Fach Englisch beziehungsweise am 25. April im Fach Franzö­sisch statt. Das Fach Deutsch wird damit in diesem Schul­jahr anstatt zu Beginn am Ende der schriftlichen Prü­fun­gen abgeprüft wer­den.