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Landkreis Rottweil
Montag, 24. Februar 2020

Polizei kündigt Kontrollen an der Fasnet an

Über die närrischen Tage will die Polizei mit deutlich sichtbarer Präsenz und anlassbezogenen Maßnahmen für Sicherheit und Ordnung sorgen. Das kündigt das Polizeipräsidium Tuttlingen an. Die Beamten wollen, wenn nötig, gegen Straftäter und Störer konsequent vorgehen. 

In der Region finden unter anderem in Rottweil, Villingen, Schwenningen, Schramberg und Oberndorf große Fasnetsveranstaltungen statt, bei welchen mehrere tausend Kleidles- und Hästräger sowie Zuschauer erwartet werden. Die entscheidenden Kriterien für die aktuelle Beurteilung der Gefährdungssituation und die Planung der Polizeieinsätze seien die Einsatzerfahrungen der vergangenen Jahre, erklärt die Polizei.

Bei den größeren Veranstaltungen und auch zur Nachtzeit will die Polizei mit erhöhter Präsenz im Dienst sein. Wie auch in den vergangenen Jahren stellen sich die eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten vor allem wieder auf alkoholbedingte Delikte, Schlägereien und Trunkenheitsfahrten ein. „Auch der Missbrauch von Drogen und vor allem Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz werden die Ordnungshüter wohl wieder beschäftigen“, so eine Sprecherin des Präsidiums.

Daher werden neben uniformierten Kräften auch zivile Fahnder unterwegs sein, die wie schon in den vergangenen Jahren ihren Beitrag zur Aufklärung und Prävention leisten sollen.

Weil es sich in den vorherigen Jahren gut bewährt habe, werde die Färberstraße in Villingen vom „Schmotzigen Dunschtig“ bis zum „Kehraus“ in der Nacht zum Aschermittwoch wieder videoüberwacht sein. „Seit Einführung der Überwachung vor nunmehr zwölf Jahren hat sich die Anzahl der Delikte von Jahr zu Jahr reduziert“, so die Polizeisprecherin. Die Videoaufnahmen bieten ihr zufolge der Polizei einen größeren Spielraum, Straftaten und andere Rechtsverstöße – wie etwa tätliche Auseinandersetzungen – frühzeitig zu erkennen und zeitnah einzuschreiten. Parallel könnten so mehrere Brennpunkte gleichzeitig überwacht, Kräfte gezielt eingesetzt und durch effektives und präventives Tätigwerden Straftaten verhindert werden.

Da es in den vergangenen Jahren immer häufiger zu Alkoholexzessen Jugendlicher und junger Erwachsener kam, die das fastnächtliche Straßenbild prägten, werde auch in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf den Jugendschutz gelegt. Am „Schmotzigen Donnerstag“ sowie am Rosenmontag wird in der Stadt Horb am Neckar im Rahmen der kommunalen Kriminalprävention das freiwillige Alkoholverkaufs- und Ausschankverbot von den teilnehmenden Betrieben für Personen unter 25 Jahren vollzogen. Dasselbe gilt für Rottweil am „Schmotzigen Donnerstag“.

Dabei verpflichten sich die an der Aktion teilnehmenden Einzelhändler und Gastronomen freiwillig, auf die Abgabe von Schnaps und ähnlich „harten“ alkoholischen Getränken an unter 25-Jährige zu verzichten. „In der gesamten Region wurden die Veranstalter fastnächtlicher Veranstaltungen sensibilisiert, dem übermäßigen Alkoholgenuss von Kindern und Jugendlichen wirksam zu begegnen. Vor allem sind aber die Eltern gefordert, in geeigneter Weise auf ihre Kinder einzuwirken“, so die Polizeisprecherin.

In Rottweil hat derweil ein Gastronom genug: der Betreiber des „Café Schädle“. Joachim Schädle will sein Café am „Schmotzigen“ tagsüber geschlossen halten, erst abends für sein Stammpublikum und die Schmotzigengruppen öffnen. „Für meine normalen Gäste“, wie er der NRWZ sagte. Er habe es satt, dass volltrunkende Jugendliche sein Café verunreinigten.

Weitere Einzelhändler werden am Donnerstag vor der Fasnet schließen.  

Auch die sogenannten K.O.-Tropfen sind an der Fasnet ein Thema, so die Polizei: Sie gibt folgende Verhaltenstipps:

  • Getränke bei der Bedienung bestellen und selbst entgegennehme
  • Von Unbekannten keine offenen Getränke annehmen
  • Offene Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen
  • Bei Übelkeit Hilfe beim Personal suchen
  • Freundinnen und Freunde achten aufeinander und lassen ihre Getränke nicht aus den Augen
  • Freundinnen und Freunde holen im Ernstfall sofort ärztliche
  • Hilfe für das Opfer und verständigen das Personal

Ein besonderer Hinweis gilt auch den Autofahrerinnen und Autofahrern: „Lassen Sie nach dem Genuss alkoholischer Getränke Ihr Fahrzeug stehen“, warnt die Polizei. Die Gefahr, ohne Führerschein zu Hause anzukommen, sei groß. „Noch größer ist die Gefahr, der Sie sich, Ihre Begleiter und andere Verkehrsteilnehmer mit einer Fahrt unter Alkoholeinfluss aussetzen“, so die Polizeisprecherin.

Die Polizei und die Veranstalter wollen ihr Bestes für eine sichere Fasnet geben. Die Polizei appelliert jedoch an jeden Gast, sowie an alle Närrinen und Narren:

Ihr Beitrag zu einer friedlichen und glückseligen Fasnet 2019 ist von hoher Bedeutung. Seien Sie sensibel und wachsam und informieren Sie die Polizei wenn sie Straftaten oder Verdächtiges beobachten. Diese ist gerne und rund um die Uhr zum Schutz der Bevölkerung da und hilft dort, wo sie gebraucht wird. Und bedenken Sie, unter jeder Uniform steckt auch ein Mensch!

 

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