Freiluftparty: der Schmotzige 2015 in Rottweil. Archiv-Foto: Ralf Graner
Freiluftparty: der Schmotzige 2015 in Rottweil. Archiv-Foto: Ralf Graner

Über die när­ri­schen Tage will die Poli­zei mit deut­lich sicht­ba­rer Prä­senz und anlass­be­zo­ge­nen Maß­nah­men für Sicher­heit und Ord­nung sor­gen. Das kün­digt das Poli­zei­prä­si­di­um Tutt­lin­gen an. Die Beam­ten wol­len, wenn nötig, gegen Straf­tä­ter und Stö­rer kon­se­quent vor­ge­hen. 

In der Regi­on fin­den unter ande­rem in Rott­weil, Vil­lin­gen, Schwen­nin­gen, Schram­berg und Obern­dorf gro­ße Fas­nets­ver­an­stal­tun­gen statt, bei wel­chen meh­re­re tau­send Kleid­les- und Häs­trä­ger sowie Zuschau­er erwar­tet wer­den. Die ent­schei­den­den Kri­te­ri­en für die aktu­el­le Beur­tei­lung der Gefähr­dungs­si­tua­ti­on und die Pla­nung der Poli­zei­ein­sät­ze sei­en die Ein­satz­er­fah­run­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re, erklärt die Poli­zei.

Bei den grö­ße­ren Ver­an­stal­tun­gen und auch zur Nacht­zeit will die Poli­zei mit erhöh­ter Prä­senz im Dienst sein. Wie auch in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stel­len sich die ein­ge­setz­ten Poli­zei­be­am­tin­nen und -beam­ten vor allem wie­der auf alko­hol­be­ding­te Delik­te, Schlä­ge­rei­en und Trun­ken­heits­fahr­ten ein. „Auch der Miss­brauch von Dro­gen und vor allem Ver­stö­ße gegen das Jugend­schutz­ge­setz wer­den die Ord­nungs­hü­ter wohl wie­der beschäf­ti­gen”, so eine Spre­che­rin des Prä­si­di­ums.

Daher wer­den neben uni­for­mier­ten Kräf­ten auch zivi­le Fahn­der unter­wegs sein, die wie schon in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ihren Bei­trag zur Auf­klä­rung und Prä­ven­ti­on leis­ten sol­len.

Weil es sich in den vor­he­ri­gen Jah­ren gut bewährt habe, wer­de die Fär­ber­stra­ße in Vil­lin­gen vom „Schmot­zi­gen Dunsch­tig” bis zum „Kehr­aus” in der Nacht zum Ascher­mitt­woch wie­der video­über­wacht sein. „Seit Ein­füh­rung der Über­wa­chung vor nun­mehr zwölf Jah­ren hat sich die Anzahl der Delik­te von Jahr zu Jahr redu­ziert”, so die Poli­zei­spre­che­rin. Die Video­auf­nah­men bie­ten ihr zufol­ge der Poli­zei einen grö­ße­ren Spiel­raum, Straf­ta­ten und ande­re Rechts­ver­stö­ße – wie etwa tät­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen – früh­zei­tig zu erken­nen und zeit­nah ein­zu­schrei­ten. Par­al­lel könn­ten so meh­re­re Brenn­punk­te gleich­zei­tig über­wacht, Kräf­te gezielt ein­ge­setzt und durch effek­ti­ves und prä­ven­ti­ves Tätig­wer­den Straf­ta­ten ver­hin­dert wer­den.

Da es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren immer häu­fi­ger zu Alko­hol­ex­zes­sen Jugend­li­cher und jun­ger Erwach­se­ner kam, die das fast­nächt­li­che Stra­ßen­bild präg­ten, wer­de auch in die­sem Jahr ein beson­de­res Augen­merk auf den Jugend­schutz gelegt. Am „Schmot­zi­gen Don­ners­tag” sowie am Rosen­mon­tag wird in der Stadt Horb am Neckar im Rah­men der kom­mu­na­len Kri­mi­nal­prä­ven­ti­on das frei­wil­li­ge Alko­hol­ver­kaufs- und Aus­schank­ver­bot von den teil­neh­men­den Betrie­ben für Per­so­nen unter 25 Jah­ren voll­zo­gen. Das­sel­be gilt für Rott­weil am „Schmot­zi­gen Don­ners­tag”.

Dabei ver­pflich­ten sich die an der Akti­on teil­neh­men­den Ein­zel­händ­ler und Gas­tro­no­men frei­wil­lig, auf die Abga­be von Schnaps und ähn­lich „har­ten” alko­ho­li­schen Geträn­ken an unter 25-Jäh­ri­ge zu ver­zich­ten. „In der gesam­ten Regi­on wur­den die Ver­an­stal­ter fast­nächt­li­cher Ver­an­stal­tun­gen sen­si­bi­li­siert, dem über­mä­ßi­gen Alko­hol­ge­nuss von Kin­dern und Jugend­li­chen wirk­sam zu begeg­nen. Vor allem sind aber die Eltern gefor­dert, in geeig­ne­ter Wei­se auf ihre Kin­der ein­zu­wir­ken”, so die Poli­zei­spre­che­rin.

In Rott­weil hat der­weil ein Gas­tro­nom genug: der Betrei­ber des „Café Schäd­le”. Joa­chim Schäd­le will sein Café am „Schmot­zi­gen” tags­über geschlos­sen hal­ten, erst abends für sein Stamm­pu­bli­kum und die Schmot­zi­gen­grup­pen öff­nen. „Für mei­ne nor­ma­len Gäs­te”, wie er der NRWZ sag­te. Er habe es satt, dass voll­trun­ken­de Jugend­li­che sein Café ver­un­rei­nig­ten.

Wei­te­re Ein­zel­händ­ler wer­den am Don­ners­tag vor der Fas­net schlie­ßen.  

Auch die soge­nann­ten K.O.-Tropfen sind an der Fas­net ein The­ma, so die Poli­zei: Sie gibt fol­gen­de Ver­hal­tens­tipps:

  • Geträn­ke bei der Bedie­nung bestel­len und selbst ent­ge­gen­neh­me
  • Von Unbe­kann­ten kei­ne offe­nen Geträn­ke anneh­men
  • Offe­ne Geträn­ke nicht unbe­auf­sich­tigt las­sen
  • Bei Übel­keit Hil­fe beim Per­so­nal suchen
  • Freun­din­nen und Freun­de ach­ten auf­ein­an­der und las­sen ihre Geträn­ke nicht aus den Augen
  • Freun­din­nen und Freun­de holen im Ernst­fall sofort ärzt­li­che
  • Hil­fe für das Opfer und ver­stän­di­gen das Per­so­nal

Ein beson­de­rer Hin­weis gilt auch den Auto­fah­re­rin­nen und Auto­fah­rern: „Las­sen Sie nach dem Genuss alko­ho­li­scher Geträn­ke Ihr Fahr­zeug ste­hen”, warnt die Poli­zei. Die Gefahr, ohne Füh­rer­schein zu Hau­se anzu­kom­men, sei groß. „Noch grö­ßer ist die Gefahr, der Sie sich, Ihre Beglei­ter und ande­re Ver­kehrs­teil­neh­mer mit einer Fahrt unter Alko­hol­ein­fluss aus­set­zen”, so die Poli­zei­spre­che­rin.

Die Poli­zei und die Ver­an­stal­ter wol­len ihr Bes­tes für eine siche­re Fas­net geben. Die Poli­zei appel­liert jedoch an jeden Gast, sowie an alle När­ri­nen und Nar­ren:

Ihr Bei­trag zu einer fried­li­chen und glück­se­li­gen Fas­net 2019 ist von hoher Bedeu­tung. Sei­en Sie sen­si­bel und wach­sam und infor­mie­ren Sie die Poli­zei wenn sie Straf­ta­ten oder Ver­däch­ti­ges beob­ach­ten. Die­se ist ger­ne und rund um die Uhr zum Schutz der Bevöl­ke­rung da und hilft dort, wo sie gebraucht wird. Und beden­ken Sie, unter jeder Uni­form steckt auch ein Mensch!