Tuttlingens OB Michael Beck begrüßt den neuen Polizeipräsidenten Gerhard Regele. Foto: Stadt Tuttlingen

REGION/TUTTLINGEN (him) –  Bei der Amts­ein­füh­rung des neu­en Poli­zei­prä­si­den­ten Ger­hard Rege­le am Mon­tag haben meh­re­re Red­ner auch den Stand­ort des Prä­si­di­ums the­ma­ti­siert. Kein Wun­der, dass Tutt­lin­gens Ober­bür­ger­meis­ter Micha­el Beck sei­ne Hoff­nung äußer­te, „dass das Poli­zei­prä­si­di­um in Tutt­lin­gen bleibt“.

OB Beck hat­te laut Pres­se­mit­tei­lung der Stadt in einem Gruß­wort den neu­en Poli­zei­prä­si­den­ten in der Stadt will­kom­men gehei­ßen. Staats­se­kre­tär Mar­tin Jäger vom Innen­mi­nis­te­ri­um hat­te zu Beginn die Gäs­te im neu­en Tutt­lin­ger Feu­er­wehr­haus begrüßt, weil im Poli­zei­prä­si­di­um der Platz nicht gereicht hät­te. Er setz­te den bis­he­ri­gen Lei­ter des Füh­rungs­sta­bes des Poli­zei­prä­si­di­ums Mann­heim offi­zi­ell in sein neu­es Amt ein.

Die Her­aus­for­de­rung ist groß: 790.000 Men­schen leben in den fünf Land­krei­sen Freu­den­stadt, Rott­weil, Schwarz­wald-Baar, Tutt­lin­gen und Zol­lernalb, für die das Poli­zei­prä­si­di­um Tutt­lin­gen zustän­dig ist. „Von der Flä­che her ist es das zweit­größ­te Baden-Würt­tem­bergs“, heißt es in der Pres­se­mit­tei­lung wei­ter.

Mit einer Nord-Süd­aus­deh­nung von etwa 100 Kilo­me­tern sind die Wege  für die Poli­zis­ten sehr weit. Die Lage Tutt­lin­gens weit im Osten des Gebie­tes wird eben­falls seit der Poli­zei­re­form unter der letz­ten grün-roten Lan­des­re­gie­rung bemän­gelt.

Umworbene Polizei

Erst jüngst haben sich Kom­mu­nal­po­li­ti­ker in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen und in Rott­weil für eine Ver­le­gung zumin­dest von Tei­len des Prä­si­di­ums aus­ge­spro­chen.

In Tutt­lin­gen beton­te Tutt­lin­gens OB Beck denn auch: „Sel­ten wur­de die Poli­zei so umwor­ben wie heu­te.“ Er hof­fe aber, dass die letzt­li­che Ent­schei­dung zum Stand­ort sich an objek­ti­ven Fak­ten ori­en­tie­re: „Ich hof­fe, man wird sich rich­tig ent­schei­den – so wie man sich auch vor drei Jah­ren rich­tig ent­schie­den hat.“

Der  Chef der Staats­an­walt­schaft Rott­weil, Dr. Joa­chim Ditt­rich mein­te, die jet­zi­ge Lösung habe sich bewährt: „Es gibt kei­nen Anlass, dies zu ändern – wir brau­chen auch Kon­ti­nui­tät.“  Der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Per­so­nal­rats  Wer­ner Scholz fand: „Die Beschäf­tig­ten müs­sen zur Ruhe kom­men. Wenn man nach drei Jah­ren nun wie­der alles ändert, führt dies zu unnö­ti­gen Belas­tun­gen.“

Der neue Poli­zei-Chef Rege­le ver­wies auf die von der grün-schwar­zen Lan­des­re­gie­rung ange­kün­dig­te  Über­prü­fung der Poli­zei­re­form, die Ende März abge­schlos­sen wer­den soll. „Dann wis­sen wir, wor­über wir reden.“

Kein Interimspräsident

Rege­le war bis zu sei­nem Amts­an­tritt am 1. Dezem­ber in Tutt­lin­gen Vor­sit­zen­der des Arbeits­krei­ses Poli­zei der baden-würt­tem­ber­gi­schen CDU. Auf der Home­page des AK Poli­zei wird er noch als sol­cher geführt, sein Amts­ver­zicht  zugleich ange­kün­digt.

Sei­ne Hei­mat­zei­tung, die „Schwet­zin­ger Zei­tung“ aus Nord­ba­den, hat im Dezem­ber ein Inter­view mit Rege­le zu sei­nem Wech­sel nach Tutt­lin­gen mit die­ser Über­schrift ver­se­hen: „Statt Pen­si­on sucht er neue Her­aus­for­de­rung“. Eigent­lich könn­ten Poli­zei­be­am­te doch schon mit 60 in Ruhe­stand gehen. Eine ent­spre­chen­de Fra­ge beant­wor­te­te der 59-Jäh­ri­ge  aus Ofters­heim so: Man kön­ne, müs­se aber nicht mit 60,5 Jah­ren in Pen­si­on gehen. „Ich habe schon vor, das Amt noch eine Wei­le aus­zu­üben. Tutt­lin­gen braucht ja kei­nen Inte­rims­prä­si­den­ten.“