Priorisierung für AstraZeneca in Arztpraxen ab sofort aufgehoben

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Nach dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz vom gestrigen Donnerstag ist die Priorisierung für den Impfstoff von AstraZeneca auch in Baden-Württemberg für die Impfungen in den Arztpraxen ab sofort aufgehoben. In den Hausarztpraxen komme es derzeit aufgrund von Corona-Impfungen und vermehrten Nachfragen zu einem großen Andrang, heißt es in einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums dazu. Patientinnen und Patienten sollten demnach weiterhin Geduld haben. Auch wenn die Priorisierung für AstraZeneca in den Arztpraxen aufgehoben ist, so bleibt die Impfstoffmenge weiterhin begrenzt. In den Impfzentren gilt weiterhin für alle Impfstoffe gegen das Coronavirus die Priorisierung.

„Ich begrüße die Aufhebung der Priorisierung von AstraZeneca, denn viele Arztpraxen berichten von Diskussionen mit ihren Patientinnen und Patienten und von Vorbehalten“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Freitag. „Aus den Impfzentren in Baden-Württemberg gibt es dagegen keine Hinweise, dass es bei AstraZeneca-Terminen zu ungewöhnlich vielen Absagen kommt. Zu Recht, denn der Impfstoff ist hochwirksam und sicher. Ich selbst habe mich damit impfen lassen“.

In den baden-württembergischen Impfzentren gilt vor diesem Hintergrund für alle Impfstoffe weiterhin die Priorisierung, denn der Impfstoff reicht noch nicht für alle, die schon heute eine Impfung möchten. „Mit der Beibehaltung der Priorisierung in den Impfzentren stellen wir sicher, dass im Mai auch weiterhin der Schutz der besonders vulnerablen Personengruppen Vorrang hat. Wir werden uns beim Bund auch weiter für mehr Impfstoff einsetzen. In den Arztpraxen erfolgt die Priorisierung bei AstraZeneca nun durch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte selbst, schließlich kennen sie ihre Patientinnen und Patienten am besten“, so Minister Lucha weiter. 

Impfabstand zwischen Erst- und Zweitimpfung

Wird die Impfung in der Praxis vorgenommen, so kann der impfende Arzt oder die Ärztin nach dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz in Absprache mit der Patientin oder dem Patienten den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung frei festlegen. Nach der Impfstoffzulassung ist dabei ein Zeitraum zwischen vier und zwölf Wochen möglich.

In den Impfzentren gilt weiterhin der festgelegte Impfabstand von 12 Wochen zwischen Erst- und Zweitimpfung. Ob und wie sich im Terminbuchungstool in Zukunft ein variabler Zeitabstand technisch umsetzen lässt, wird aktuell geprüft. Auch bei bereits gebuchten Zweitimpfterminen ist ein Vorverlegen nicht möglich. Die Impfzentren des Landes erhalten vom Bund nur noch sehr begrenzte Mengen von AstraZeneca, konkret so viel, wie für die jeweiligen Zweitimpfungen in einer Woche notwendig sind. Für das Vorverlegen von Terminen in frühere Wochen ist daher nicht ausreichend Impfstoff vorhanden.

Impfzentren stellen neuen Tagesrekord auf

Die Impfzentren und die mobilen Impfteams des Landes haben am Donnerstag (6. Mai 2021) insgesamt 58.222 Impfungen durchgeführt – ein neuer Tagesrekord. In den nächsten Tagen ist außerdem mit der 3,5millionsten Erstimpfung in Baden-Württemberg zu rechnen. Bis einschließlich Donnerstag haben in den Impfzentren und bei den niedergelassenen Praxen schon 3.419.328 Menschen eine Erstimpfung erhalten. Jede Impfdosis, die nach Baden-Württemberg kommt, wird schnell verimpft.

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6 Kommentare

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Stefan Weidle
2 Jahre her

Und welchen Sinn hat jetzt dieser Entscheid der hochwohllöblichen Gesundheitsministerkonferenz? Die Hausärzte dürfen jetzt AstraZeneca, von dem es nur noch Restbestände und keinen Nachschub mehr gibt, ohne Priorisierung verimpfen, sollen dann aber doch wieder priorisieren, jedoch nach eigenem Ermessen? Natürlich kenn der Hausarzt die eigenen Patienten am Besten, aber wo ist jetzt der Unterschied beim Priorisieren? Wenn mein Hausarzt dann nur noch wenige Priorisierte hat, super, wenn er noch viele Patienten hat, die Opfer des 116117 Anmeldeterminproblems wurden, schade.
Und wie abgeschmackt kann man eigentlich sein, unter Inkaufnahme einer eventuell schlechteren Wirksamkeit, urlaubstaugliche Impfabstandszeiten anzubieten? Achso, im Norden geht es ja schon Ende Juni mit den Sommerferien los und nicht wenige mit AstraZeneca Erstgemimpfte Priorisierte sind neidisch auf die Biontech Premiumgeimpften, weil die schneller Ihre Freiheiten zurückbekommen – Ja, die Schlote der Kreuzfahrtdampfer rauchen schon, gell. Andere Presseerzeugnisse berichten gar vom “Wer zuerst kommt, malt zuerst” Raushauen des AstraZeneca durch Verimpfende Institutionen, wie ind Freiburg, oder kommenden Dienstag in Nagold. Natürlich ist es höchst pragmatisch, verfügbare Impfdosen nicht verkommen zu lassen, denn jede(r) Geschützte(r) zählt, aber ich komme mir bei solchen Zuständen der Desorganisation vor wie der geifernde Pöbel im Mittelalter, dem der gnädige Herr ein paar Münzen zuwirft, damit dieser sich darum balge. Aber egal, die Impfzentren feiern Rekorde, der “Impfturbo” zündet, wenn nicht im März, April, oder im Mai, dann ganz sicher im Juni, aber spätestens im Juli, oder so und ein Rekord ist ja schon, wenn man 6000 die Woche impfen könnte, letzte Woche aber aus Impfstoffmangel nur 2950 konnte, diese Woche aber zufällig doch mal 3050 geschafft hat. REKORD!

Rottweiler Adler
2 Jahre her
Antwort auf  Stefan Weidle

Warum wurden die Erleichterungen für die Geimpften Personen am Sonntag gemacht? Lag das an Muttertag damit die Omas Ihre Enkel besuchen konnte?

Anonym
2 Jahre her
Antwort auf  Rottweiler Adler

Neidisch? Warum stellen Sie dumme Fragen? Liegt es am mangelnden Selbstwert oder fehlen Ihnen liebende Menschen? Warum immer dieser zynische Ton?

Rottweiler Adler
2 Jahre her
Antwort auf  Anonym

Neidisch? Auf was denn? Ich freue mich schon darauf wenn ich als Ungeompfte demnächst meine Kunden auf der Terasse bediene und zuvor die Nachweise kontrolliere ….. merken Sie etwas?

Anonym
2 Jahre her
Antwort auf  Rottweiler Adler

Ich habe monatelang ungeimpft Patienten versorgt. Patienten, die Corona trotz positivem Befund geleugnet haben. Die mir zynisch lachend die Maske von Gesicht gezerrt haben. Sie brauchen mir hier garnix erzählen. Sie können eh nur motzen und hassen offenbar die ganze Welt. Schwer Therapiebedürftig, dass Sie.

StefanWeidlr
2 Jahre her
Antwort auf  Rottweiler Adler

Fragen sie doch mal die Systemrelevanten, also die, Welche man nur unter Vorbehalt ob Ihres Nutzwertes priorisierte. Die im Februar geimpfte Pflegekraft, Polizistin, Feuerwehrfrau, musste ihre Familie ungeschützt lassen und muss es noch, weil die sich selbst retten müssen, während mancher große Arbeitgeber jetzt via Betriebsarzt neben der Belegschaft auch gleich die Angehörigen mit durchimpft, siehe ZiehlAbegg. Aber vielleicht können Oma und Opa „Ich bestehe auf das gute BionTech“, bald vom wohlverdienten Urlaub aus und mit all den wiedergewonnenen Freiheiten, die ungeimpften Kinder und Enkel, per Teams als Patienten auf der COVID-Station anrufen. Die freuen sich bestimmt, die Großeltern bei guter Gesundheit und befreit zu wissen. Vielleicht sollten sich Kinder und Enkel so lange konsequent von der befreiten Stamm- und Letztwählerschaft fern halten, bis sie selbst auch wieder in den Genuss ihrer Freiheiten gelangt sind, dann können Oma und Opa vielleicht auf ihre alten Tage noch begreifen lernen, wie solidarisch diese schlimme Jugend eigentlich war. Wetten, dass dann die Politik urplötzlich elastisch wird?

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