REGION (pm) -Je bes­ser die Berufs­wahl vor­be­rei­tet ist, je gerin­ger lässt sich das Risi­ko für Fehl­ent­schei­dun­gen und Ent­täu­schun­gen hal­ten. Über ein neu­es Pro­jekt zur Berufs­wahl an Gym­na­si­en berich­tet die IHK:

Mit einem inno­va­ti­ven Pro­jekt, das prak­ti­sche Erfah­run­gen mit einem wis­sen­schaft­li­chen Pro­filing ver­bin­det, bie­tet die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg jetzt in Zusam­men­ar­beit mit vier Gym­na­si­en in der Regi­on eine ganz neue Qua­li­tät in der Berufs­ori­en­tie­rung.

Wel­cher Beruf ist der rich­ti­ge für mich? Oder doch ein Stu­di­um? Die­se Fra­ge bewegt Gym­na­si­as­ten seit Genera­tio­nen. Die IHK gibt ab sofort hoch­mo­der­ne Hil­fe­stel­lung: Das Fürs­ten­berg-Gym­na­si­um in Donau­eschin­gen, das Leib­niz-Gym­na­si­um in Rott­weil, das Gym­na­si­um in Spai­chin­gen und das Gym­na­si­um Schram­berg hei­ßen die Teil­neh­mer in der ers­ten Pha­se des Pro­Be­ruf­Gym getauf­ten Pro­jekts.

Pro­Be­ruf­Gym steht dabei für Berufs­er­pro­bung für Gym­na­si­en. Ein Ziel lau­tet, Gym­na­si­as­ten durch eine pra­xis- und hand­lungs­be­zo­ge­ne Berufs­ori­en­tie­rung, außer­halb der Schu­le, für die beruf­li­che Aus- und Wei­ter­bil­dung zu moti­vie­ren und als Alter­na­ti­ve zum Stu­di­um ken­nen­zu­ler­nen.

Viele Studienabbrecher

Aus­gangs­punkt ist die Tat­sa­che, dass an Hoch­schu­len und Uni­ver­si­tä­ten in zahl­rei­chen Stu­di­en­gän­gen mehr als 30 Pro­zent der Stu­di­en­an­fän­ger in den ers­ten bei­den Semes­tern auf­ge­ben. „Das wird häu­fig als per­sön­li­che Nie­der­la­ge emp­fun­den“, sagt Mar­ti­na Furt­wäng­ler, Fach­be­reichs­lei­te­rin Qua­li­fi­zie­rung und Aus­bil­dung bei der IHK. Ihr Ziel des­halb: Die Berufs­ori­en­tie­rung auf ein neu­es Niveau zu heben. „Das geht nur durch das Ange­bot einer früh­zei­ti­gen, pra­xis­be­zo­ge­nen und sys­te­ma­ti­schen Berufs­ori­en­tie­rung in den Fir­men der Regi­on“, ist sie sich sicher.

Pro­Be­ruf­Gym wird in enger Abstim­mung mit den Gym­na­si­en und dem Minis­te­ri­um für Wirt­schaft, Arbeit und Woh­nungs­bau Baden-Würt­tem­berg, wel­ches das Pro­jekt finan­zi­ell för­dert, umge­setzt. In die­sem Pro­jekt wer­den gewerb­lich-tech­ni­sche, kauf­män­ni­sche, medi­en­tech­ni­sche und IT- Beru­fe erkun­det. Jedoch geben die ein­ge­setz­ten Eig­nungs­tests zur Berufs­ori­en­tie­rung auch Hin­wei­se zur Erkun­dung der Beru­fe im Sozi­al- und Gesund­heits­we­sen.

Jede erfolg­rei­che Berufs­ori­en­tie­rung muss sub­jekt­be­zo­gen an den indi­vi­du­el­len Kom­pe­ten­zen, Inter­es­sen und Poten­zia­len der Jugend­li­chen anknüp­fen, lau­tet die Her­an­ge­hens­wei­se. Die Ergeb­nis­se, die durch das Pro­filing ermit­telt wer­den, sind des­halb mit den Aus­wer­tun­gen und Ergeb­nis­sen der Pro­jekt­ta­ge der Berufs­ori­en­tie­rung ver­knüpft. „Ergänzt wird das Pro­filing durch ein Aus­wer­tungs­ge­spräch im Bei­sein der Eltern. Dabei wer­den bereits kon­kre­te beruf­li­che Optio­nen auf­ge­zeigt“, erläu­tert Pro­jekt­lei­te­rin Mar­ti­na Furt­wäng­ler.

In den Klas­sen­stu­fen 9 der Gym­na­si­en wer­den jeweils ein­wö­chi­ge, pra­xis­ori­en­tier­te Pha­sen in den IHK-Unter­neh­men und bei Bedarf bei Part­nern ange­bo­ten. Aus­ge­hend und auf­bau­end auf das indi­vi­du­el­le Pro­filing sam­meln die Jugend­li­chen eine Woche lang prak­ti­sche Erfah­run­gen in min­des­tens drei Berufs­fel­dern.

Stärken und Schwächen erkennen

Die Schü­ler erpro­ben prak­ti­sche Tätig­kei­ten der ver­schie­de­nen Beru­fe in der Pra­xis und tes­ten ihre Nei­gun­gen, Stär­ken und Eig­nung. „Die­se Erfah­run­gen, ver­bun­den mit Erkennt­nis­sen und dem Abgleich mit dem Pro­filing bie­ten den Her­an­wach­sen­den eine gute Ent­schei­dungs­hil­fe für die wei­te­re Berufs- und Prak­ti­kums­wahl in Unter­neh­men und den Schu­len prak­ti­sche Anhalts­punk­te zur wei­te­ren Gestal­tung der Berufs­ori­en­tie­rung“, so Furt­wäng­ler. In der Stu­fe zehn wird auf­grund der in den Stu­fen neun kon­kre­ti­sier­ten Vor­stel­lung die Bewer­bung auf einen Aus­bil­dungs­platz oder Stu­di­en­platz erar­bei­tet.

Durch die Wirt­schafts­nä­he der IHK und den Pro­jekt­part­nern wird die rea­le Arbeits­welt abge­bil­det und ken­nen gelernt“, hier ver­spricht sich Mar­ti­na Furt­wäng­ler einen Erkennt­nis­ge­winn gewis­ser­ma­ßen in Echt­zeit. Für IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Albiez ist das Pro­jekt des­halb so wert­voll, weil es neben der indi­vi­du­el­len Hil­fe für jeden ein­zel­nen Jugend­li­chen auch volks­wirt­schaft­lich viel Nut­zen bringt: „Mit­tel für die Bil­dung kön­nen wesent­lich effi­zi­en­ter ein­ge­setzt wer­den, je siche­rer sich die Her­an­wach­sen­den bei der Berufs­wahl sind“.