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Fünfmal 25 Jahre – HECO ehrt Jubilare

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Hauser feiert Wiedereröffnung der Tankstelle: „Tanke-schön-Aktion“ auf dem Berner Feld

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Montag, 10. August 2020
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    Rechte Szene in VS macht mobil

    Die bisher sieben  Pegida-Kundgebungen in Villingen-Schwenningen haben zu einem Erstarken der rechten Szene geführt. Auf der anderen Seite wächst der Widerstand der linken Antifa. Die aufgeheizte Atmosphäre hat erste Opfer gefordert.

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    Wurde offenbar Opfer linker Gewalt: Jürgen Schützinger. Archiv-Foto: NQ Online - Die Neckarquelle
    Wurde offenbar Opfer linker Gewalt: Jürgen Schützinger. Archiv-Foto: NQ Online – Die Neckarquelle

    Villingen-Schwenningen. Jürgen Schützinger (62), langjähriger NPD-Landesvorsitzender und seit drei Jahrzehnten Stadt- und Kreisrat in Villingen-Schwenningen, ist – vor Zeugen – von drei Vermummten angegriffen und geschlagen worden, als er asylfeindliche Flugblätter verteilte. Er hat Anzeige gegen Unbekannt wegen Körperverletzung und „schweren Raubes“ (wegen des Diebstahls der Rest-Flugblätter) erstattet.

    Einen weiteren Angriff gab es auf das Haus einer rechten Aktivistin im Zollernalbkreis. Die Täter beschädigten Türen und Fenster und beschmierten das Garagentor mit Antifa-Zeichen. Schaden: 2500 Euro. Bei der Suche nach den Verursachern tappt die Polizei hier wie da im Dunkeln. Ebenso im Fall des Übergriffs auf einen Pegida-Sympathisanten mit Israel-Flagge vor der letzten Villinger Kundgebung.

    "Asylantenflut: Kein Wohnraum für Deutsche." Facebook.-Seite des III. Wegs.
    „Asylantenflut: Kein Wohnraum für Deutsche.“ Facebook.-Seite des III. Wegs.

    Gegen „diese antideutschen Gewalttaten“ haben Mitglieder der als rechtsextrem bekannten „Freien Kräfte“, die neuerdings auch unter dem Namen „Der dritte Weg“ auftreten, bereits zweimal ihre „volkstreuen Kameraden“ kurzfristig zu Demonstrationen in der Villinger Innenstadt aufgerufen. Daran nahmen jeweils 20 bis 30 Mitglieder teil.

    Erst vor wenigen Tagen hat sich auf der Burgruine Waldau bei Königsfeld, wo einst die Nazis einen Gottesdienst feierten, eine neue Bewegung gegründet: das „Freikorps Villingen-Bodensee“. Der Name verrät die Gesinnung: Als Freikorps versteht man paramilitärische Einheiten, der vornehmlich Ausgestoßene angehören, unter anderem auch Straffällige. Die Gründungsfeier begingen die Anhänger, wie sie auf Facebook per Foto demonstrieren, mit einer schwarz-weiß-roten Reichsflagge.

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    So lesen sich die Angriffe auf Schützinger und die rechte Aktivistin aus Sicht des „III. Wegs“:

    „Freie Kräfte aus der Region veranstalteten am 24. Mai 2015 am Latschariplatz im Herzen von Villingen eine Kundgebung. Vorausgegangen waren der Versammlung Angriffe auf die Familie der nationalen Aktivistin Edda Schmidt, sowie eine Gewalttat von drei Vermummten gegen einen 61-jährigen Deutschen, als dieser asylkritische Flugblätter verteilte. Auch Aktivisten der Partei „Der III. Weg“ nahmen an der kurzfristig angemeldeten Veranstaltung teil.“ Quelle: www.der-dritte-weg.info

    Ihren ersten Auftritt hatten sie jüngst bei der Pegida-Demonstration in Stuttgart, die maßgeblich .von der SBH-Gida, dem Ableger aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg,  organisiert wurde.

    Sieht sich als Fußpilz, der immer wieder kommt: Sabina Grellmann. Hier wird ihr gerade ein Heiratsantrag gemacht. Archiv-Foto: him
    Sieht sich als Fußpilz, der immer wieder kommt: Sabina Grellmann. Hier wird ihr gerade ein Heiratsantrag gemacht. SBH-Gida-Stargast Lutz Bachmann fotografierte die Szene (links im Bild)  Archiv-Foto: him

    Zentrale Figur der SBH-Gida, die sich islamkritisch nennt, die aber mehr und mehr zum Sammelbecken rechter Bewegungen wird, ist Sabrina Grellmann. Mit Journalisten spricht die 28-Jährige Blondine aus Schwenningen, die als Sachbearbeiterin in der Logistikbranche tätig ist, üblicher Weise nicht. Nur einer Lokalzeitung hat sie seltene Einblicke gewährt. Sie sei kein Parteimitglied der NPD, sagte sie, räumte aber ein, dass „eine geringe Anzahl“ von Menschen aus ihrem Umfeld der NPD angehören.

    Die tummelten sich unübersehbar bei den bisherigen Pegida-Kundgebungen auf dem Villinger Münsterplatz. Zum Beispiel ein junger Mann mit dem Tattoo eines Wehrmacht-Soldaten-am Hals. Oder „Ordner“, die eindeutig der rechten Szene zuzuordnen waren. Oder Mitglieder der „Pforzheimer Berserker“, die aus einschlägigen Kreisen bekannt sind.

    Nichts spricht dafür, dass sich die Atmosphäre beruhigt  in Villingen-Schwenningen. Jürgen Schützinger tritt bei der Landtagswahl als NPD-Kandidat an. Die SBH-Gida hat für den 7. Juni ihre achte Kundgebung mit, so wörtlich, „einem beschaulichen Spaziergang durch die historische Villinger Innenstadt“ angekündigt. Und die Antifa, die mehrfach ihre Gewaltbereitschaft angedeutet hat, lässt keinen Zweifel daran, dass sie „Menschen, die zusammen mit Faschisten und der NPD marschieren auch in Zukunft nicht die Straße überlassen“ wird.

    Sabrina Grellmann kann das nicht beeindrucken. Was sie mehrfach ankündigte, klang wie eine Drohung und sollte es wohl auch sein: „Wir sind wie Fußpilz – wir kommen immer wieder.“

     

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