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Montag, 28. September 2020

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Regierungspräsidium lässt mehr als sieben Millionen Jodtabletten verteilen

Das Technische Hilfswerk übernahm die Logistik

Etwa 7,1 Millionen Jodtabletten hat das Regierungspräsidium Freiburg (RP) gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) am vergangenenWochenende im Regierungsbezirk verteilt. Dabei  hat das THW alle Landkreise und die Stadt Freiburg  beliefert, so das RP in einer Prssemitteilung. Die Jodtabletten sollen Menschen vor den Folgen eines Atomunfalles schützen.

Die Ausgabe von Jodtabletten sei ein wesentlicher Baustein der Sicherheits- und Gesundheitsvorsorge für die Bevölkerung. Um auch im unwahrscheinlichen Falle eines kerntechnischen Unfalls sofort reagieren zu können, seien nun die Jodtablettenbestände des Landes Baden-Württemberg erneuert worden.

„Mit der Bereitstellung der Jodtabletten wird ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Bevölkerung geleistet. Die Verteilung der Tabletten war gleichzeitig eine gute Gelegenheit, logistische Abstimmungen zwischen Regierungspräsidium und THW zu verfeinern und die Zusammenarbeit weiter zu stärken. Ich bedanke mich bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des THW sowie den Stadt- und Landkreisen im Regierungsbezirk für die geleistete Arbeit“, sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer.

Durch das Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung habe sich der Bund zur Neubeschaffung von Jodtabletten zur Erneuerung der vorhandenen Bestände verpflichtet. Diese stelle der Bund den Ländern für den Katastrophenschutz zur Verfügung. Für die Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs seien mehr als 34 Millionen Tabletten vorgesehen, die anhand der Bevölkerungszahlen an die Stadt- und Landkreise verteilt würden. Auch ein Mehrbedarf für Personen, die sich nur vorübergehend in den Kommunen aufhalten, wie Pendler oder Touristen, sei berücksichtigt, so das RP.

Symbolfoto: pm

Info: Jodtabletten kommen im Fall eines kerntechnischen Unfalles mit einer Freisetzung radioaktiver Stoffe zum Einsatz. Die Einnahme von entsprechenden hochdosierten Jodtabletten sättigt die Schilddrüse mit nicht-radioaktivem Jod, es wird eine sogenannte Jodblockade erzeugt. Durch die Einnahme kann so im Ereignisfall eine Einlagerung von radioaktivem Jod in der Schilddrüse verhindert werden.

Dabei ist die zeitlich korrekte Einnahme von entscheidender Bedeutung für den Wirkungsgrad. Eine verfrühte oder verspätete Einnahme vermindert die Schutzwirkung der Jodblockade. Aus diesem Grund wird im Ereignisfall der richtige Zeitpunkt zur Einnahme der Jodtabletten von der Katastrophenschutzbehörde bekannt gegeben. Durch die Sicherheitsmechanismen der heutigen Reaktoren verbleiben selbst bei einem schweren Unfall in einer kerntechnischen Anlage bis zu einer möglichen Freisetzung radioaktiver Stoffe mehrere Stunden.

Dieser Zeitraum wird im Ernstfall genutzt, um die Bevölkerung in Abhängigkeit des Bedrohungsgrades mit Jodtabletten zu versorgen. Der Einnahmezeitpunkt wird durch Mitteilung in den verschiedenen Medien wie Fernsehen, Radio und Warn-Apps (zum Beispiel NINA-WarnApp) bekannt gegeben. Weitere Informationen zur Einnahme etc. finden sich auf der Internetseite www.jodblockade.de.

Welche Rolle hat das Regierungspräsidium?

Das Regierungspräsidium Freiburg (RP) hat als Höhere Katastrophenschutzbehörde die Aufgabe, die Bekämpfung von Katastrophen vorzubereiten und durchzuführen, bei der Beseitigung von Katastrophenschäden mitzuwirken und die dafür notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen.

Das RP ist dabei insbesondere zuständig für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen und damit für die Notfallplanung auf deutscher Seite für die schweizerischen Kernkraftwerke Beznau und Leibstadt sowie auch noch während des Verbleibs der Brennelemente für das abgeschaltete Kernkraftwerk Fessenheim.

Vorrangiges Ziel der Planungen ist es, unmittelbare Folgen der Auswirkungen eines kerntechnischen Unfalls auf die Bevölkerung zu verhindern oder zu begrenzen und eine mögliche gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung nach einem kerntechnischen Unfall zu minimieren.

 

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1 Kommentar

  1. Ich hoffe die Tabletten schützen auch bei denkbaren, aber natürlich völlig unwahrscheinlichen Nuklearunfällen in bayerischen und Baden-württembergischen Kernkraftwerken. Jetzt noch für die nächste Pandemie, zumindest für das Pflegepersonal, genügend Schutzkleidung eingelagert und auch ich stimme in den Lobgesang mit ein.

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