Schaden nach Blitzeis: laut Polizei weit über 100.000 Euro allein in der Region

Landrat Dr. Michel dankt den Mitarbeitern der Straßenmeistereien im Landkreis Rottweil

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Am frühen Morgen des Mittwochs einsetzender Regen und damit verbundene Straßenglätte hat den ganzen Vormittag über zu einer Vielzahl von Verkehrsunfällen in den zum Polizeipräsidium Konstanz gehörenden Landkreisen Konstanz, Rottweil, Tuttlingen und dem Schwarzwald-Baar-Kreis geführt. Das berichtet die Polizei. Sie mahnt weiter zu einer vorsichtigen Fahrweise. Das Landratsamt zieht eine positive Bilanz. Der Winterdienst sei gut vorbereitet gewesen.

(Region Rottweil). Schwerpunkt der Unfälle lag laut Polizeibericht mitunter im Bereich Schramberg und den umliegenden Gemeinden. Die zuständigen Polizeireviere und die Verkehrspolizei nahmen im Zeitraum von 04.30 Uhr bis zur Mittagszeit mehr als 70 Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit der vorherrschenden Straßenglätte auf, bei welchen vorwiegend Blechschaden entstand.

Positives Fazit des Landrats

Das befürchtete Verkehrschaos im Landkreis Rottweil sei ausgeblieben – trotz extremer Wetterlage und Blitzeis-Ankündigung der Warndienste. So lautet das Fazit des Landratsamts. Zu verdanken sei dies vor allem dem Umstand, dass die Straßenmeistereien im Landkreis gut vorbereitet gewesen seien und deren Mitarbeiter schon um zwei Uhr heute Nacht mit dem Streu- und Räumdienst gestartet sind.

Landrat Dr. Wold-Rüdiger Michel dankte den Mitarbeitenden der Straßenmeistereien. „Sie tragen im Winter eine große Verantwortung für unsere Infrastruktur, und bei solchen Extremwetterlagen sind Sie zusätzlich gefordert“, so Michel. Der Einsatz habe es ermöglicht, dass die Straßen befahrbar geblieben seien. „Dafür gilt Ihnen mein herzlicher Dank.“

Insgesamt, so die Bilanz der Straßenmeistereien in Rottweil und Schramberg, habe man die Lage „gut im Griff gehabt“, sagt der Leiter der Straßenmeisterei Schramberg, Sigmund Villing. Dass der gefrierende Regen zuvor angekündigt worden war, hat eine Vorgehensweise ermöglicht, die bei überraschendem Blitzeis nicht möglich ist: Bereits gestern am späten Abend waren die Teams der Straßenmeistereien unterwegs, um mit der sogenannten „Feuchtsalztechnik“ die Straßen zu präparieren. Dabei wird Trockensalz mit Sole vermischt – oder, wo die Fahrzeugtechnik es erlaubt, nur Sole ausgebracht. Diese Mischung haftet auch auf trockenen Straßen und sorgt dafür, dass der erste Regen, der auf die Fahrbahn trifft, nicht sofort gefriert. 

In enger Abstimmung mit der Polizei und den Wetterdiensten hätten die Schichtleiter dann in den frühen Morgenstunden sowohl die Straßenwärter als auch die Unternehmen, die beim Räumdienst im Landkreis Rottweil unterstützen, wieder auf die Straße geschickt, heißt es in einer Mitteilung aus dem Landratsamt. Sie waren demnach ab 2 Uhr unterwegs, und das „Vorsalzen am Abend hat Wirkung gezeigt“, wie Ewald Ulmschneider, Leiter der Straßenmeisterei in Rottweil, ergänzt.

Herausfordernd war die Situation dennoch: Der Fahrbahntemperatur hatte bis in die späten Morgenstunden eine Temperatur von unter vier Grad Minus. Deshalb wurden alle Straßen mehrfach abgefahren und gesalzen. Gegen 11 Uhr war der Einsatz beendet, der Dauerregen und steigende Temperaturen sorgten ab diesem Zeitpunkt für Entspannung.

Vielzahl an Unfällen

Die Polizei meldet unterdessen eine Vielzahl an Unfällen. Betroffen waren der Landkreis Konstanz mit 18 Unfällen, der Landkreis Rottweil mit 17 Glatteisunfällen, der Landkreis Tuttlingen mit 20 und der Schwarzwald-Baar-Kreis mit 16 Verkehrsunfällen, die von der Polizei aufgenommenen wurden.

Insgesamt zogen sich bei allen Unfällen fünf Personen leichte Verletzungen zu. Auch Räumfahrzeuge waren zum Teil an den Unfällen beteiligt und sind teils gegen geparkte Autos gerutscht.

Der entstandene Sachschaden an den beteiligten Fahrzeugen und Verkehrseinrichtungen dürfte sich nach erster Einschätzung auf weit über 100.000 Euro belaufen, berichtet die Polizei weiter.

Zudem ereigneten sich infolge der vorherrschenden Straßenglätte in allen Landkreisen eine Vielzahl von kleineren Unfällen, die zwischen den Beteiligten selbst geregelt wurden und zu denen keine Polizei gerufen wurde.

Auf den Hauptstrecken habe sich die Situation mittlerweile etwas entspannt. Auf den Nebenstrecken besteht allerdings teilweise immer noch Glättegefahr, weshalb die Polizei weiterhin zur vorsichtigen Fahrweise mahnt.

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1 Kommentar

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Stefan Weidle
1 Monat her

Möge dies lobend Wort, zu den nächsten Tarifverhandlungen, noch lange nicht vergessen sein. Dort wird sich zeigen, ob es sich nur um der warmen Hände feuchter Druck, oder den im Säckel wertschätzend helle Klang der baren Münze, handelt.

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