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Sonntag, 20. September 2020

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SPD fordert zweigleisigen Ausbau der Gäubahn

Sozialdemokraten aus fünf Kreisverbänden sind die drei geplanten Inseln zu wenig

Die SPD in der Region hat sich mit der Gäubahn beschäftigt und fordert den zweigleisigen Ausbau der gesamten Strecke. In einer Pressemitteilung heißt es dazu:

„Einst war die Gäubahn als durchgängig zweigleisig ausgebaute Eisenbahnlinie Teil der internationalen Bahnmagistrale von Berlin über die Schweiz bis nach Italien. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde streckenweise das zweite Gleis als Reparationsleistung an Frankreich abgebaut. Heute läuft die Gäubahn Gefahr, zu einer unbedeutenden Nebenbahn zu werden.“ Das wolle die SPD aus den Landkreisen Freudenstadt, Rottweil, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen und Zollern-Alb nicht hinnehmen.

Kurzfristig wolle auch die SPD den Bau der im derzeit gültigen Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Ausbaumaßnahmen, von denen bisher jedoch nur der zweigleisige Abschnitt zwischen Horb und Neckarhausen tatsächlich geplant ist. „Ziel der SPD-Kreisverbände ist der vollständig zweigleisige Ausbau zwischen Stuttgart und Singen“, macht Mirko Witkowski, Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Rottweil, deutlich.

Dabei verweisen die Sozialdemokraten in ihrer Mitteilung auch auf bestehende internationale Verträge, in denen Deutschland bereits im Jahr 1996 zugesagt habe, unter anderem auch die Gäubahn als leistungsfähige Zulaufstrecke zum neuen Gotthard-Basis-Tunnel auszubauen. Wie wichtig die Gäubahn ist, zeigte sich nach Ansicht der SPD auch, als die Rheintalstrecke mehrere Monate gesperrt werden musste. Hier sei die Gäubahn nicht so leistungsfähig gewesen, wie sie es sein müsste.

Die Sozialdemokraten forderten, dass die Planungen für den durchgehend zweigleisigen Ausbau der Gäubahn auf den vom Bundestag bereits beschlossenen und finanzierten Baumaßnahmen aufbauen und dabei die neuen verkehrs- und klimapolitischen Herausforderungen berücksichtigt werden. Auf  keinen Fall dürfe es jedoch durch die zusätzlichen Planungen zu Verzögerungen bei der Umsetzung der bereits beschlossenen Ausbaumaßnahmen kommen.

Besonders verärgert sind die SPD-Vertreter laut ihrer Mitteilung darüber, dass „außer regelmäßigen großen Versprechungen für die Nutzer der Gäubahn bislang unter dem Strich nichts herausgekommen ist“. Wenn man die Menschen für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel gewinnen wolle, müsse ein attraktives und zuverlässiges Angebot bestehen. Wer die Erfahrung mache, dass Züge ausfallen, deutlich verspätet sind oder gar schon einmal bei Nacht weit ab vom eigentlichen Ziel aus einem Zug aussteigen musste, ohne eine Anschlussmöglichkeit zu haben, sei nur schwer zu bewegen, dauerhaft vom eigenen Auto auf den Zug umzusteigen.

Aus Sicht der SPD mangele es nicht nur bei der DB AG, sondern insbesondere auch bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), am echten politischen Willen, die Gäubahn so auszubauen, dass sie ihre Aufgabe als leistungsfähige Zulaufstrecke zur Neuen Alpen-Transversale NEAT in vollem Umfang wahrnehmen kann. Um den zweigleisigen Ausbau der Gäubahn weiter voran zu treiben, würden die fünf Kreisverbände einen gemeinsamen Antrag an den SPD-Landesparteitag richten, um die Forderung ins Landtagswahlprogramm ihrer Partei aufzunehmen. Weitere SPD-Kreisverbände, die an der Gäubahn liegen, haben bereits ihre Unterstützung signalisiert, heißt es abschließend.

 

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