Staatsanwaltschaft erhebt Anklage im Hechinger Mordfall

Spurensuche am Tatort. Foto: SDMG/Maurer

Gegen zwei Män­ner, die den 22-jäh­ri­gen Umut K. an der Hechin­ger Staig erschos­sen haben sol­len, wird jetzt Ankla­ge erho­ben. Aus einem fah­ren­den Wagen her­aus war der jun­ge Mann sei­ner­zeit getö­tet wor­den.

Von Harry Kromer, Zoller-Alb-Kurier

Gut fünf Mona­te, nach­dem der 22-jäh­ri­ge Bisin­ger Umut K. am 1. Dezem­ber aus einem fah­ren­den Auto her­aus erschos­sen wur­de, hat die Staats­an­walt­schaft Hechin­gen Ankla­ge gegen drei Män­ner erho­ben. Dies teil­te Pres­se­spre­cher Mar­kus Engel ges­tern mit.

Den zwei Män­nern, die in dem roten Fiat geses­sen sein sol­len, einem 21-Jäh­ri­gen und einem 20-Jäh­ri­gen aus dem obe­ren Kil­ler­tal, wirft die Staats­an­walt­schaft „mit­tä­ter­schaft­li­chen ver­such­ten Mord in Tat­ein­heit mit fahr­läs­si­ger Tötung“ sowie uner­laub­ten Han­del mit Betäu­bungs­mit­teln „in nicht gerin­ger Men­ge“ vor. Die Ankla­ge lau­tet des­halb nicht auf voll­ende­ten Mord, weil die Ermitt­ler bis heu­te „nicht mit aus­rei­chen­der Sicher­heit“ fest­stel­len konn­ten, ob der Schuss tat­säch­lich dem töd­lich getrof­fe­nen Umut K. galt.

Wahr­schein­lich ist, dass die Ver­wechs­lungs­the­se zutrifft. Laut Vol­ker Schwarz, Pres­se­spre­cher des Hechin­ger Land­ge­richts, geht die Ankla­ge­schrift davon aus, dass der Schuss Umuts 25-jäh­ri­gem Bekann­ten galt, der mit ihm am Tat­ort war und der kurz davor in der Spie­lo­thek in der Obe­ren Mühl­stra­ße mit den bei­den mut­maß­li­chen Tätern in Streit gera­ten war.

Abso­lut sicher, dass der fal­sche Mann getrof­fen wur­de, sind die Ermitt­ler offen­bar nicht, zumal nach der­zei­ti­gem Ermitt­lungs­stand sowohl Umut K. als auch sein Bekann­ter „Kon­takt mit Betäu­bungs­mit­teln hat­ten“.

Laut Rich­ter Schwarz sehen die Ermitt­ler ein Dro­gen­ge­schäft Mari­hua­na im Wert von 5000 Euro im Hin­ter­grund der Blut­tat. Die Ankla­ge geht davon aus, dass die bei­den Män­ner im Fiat „Geld ein­trei­ben“ woll­ten. Zu wis­sen glau­ben die Ermitt­ler inzwi­schen auch, dass der 21-Jäh­ri­ge den Schuss abge­ge­ben hat. Gefun­den wur­de die Tat­waf­fe nicht, es gibt auch kein Geständ­nis.

Dem drit­ten Ange­schul­dig­ten, einem 36-jäh­ri­gen Hechin­ger, wird uner­laub­ter Han­del mit Betäu­bungs­mit­teln zur Last gelegt. Ob und wann es zu einer Haupt­ver­hand­lung kommt, liegt nun in der Ent­schei­dung des Land­ge­richts. Gerichts­spre­cher Schwarz geht davon aus, dass der Pro­zess im Früh­som­mer eröff­net wird. Ver­han­delt wür­de, weil einer der Ange­klag­ten unter 21 ist, vor der Gro­ßen Jugend­kam­mer.

Strafmaß

Drei bis 15 Jah­re Haft beträgt das Straf­maß bei ver­such­tem Mord im Erwach­se­nen­straf­recht. Bei Jugend­straf­recht beträgt die Höchst­stra­fe in aller Regel zehn Jah­re