Rottweiler Kripo leitet Ermittlungen: Schlag gegen internationalen Waffenhändlerring

Die Polizei Vorarlberg überträgt die Pressekonferenz live auf Facebook. Foto: Screenshot

Eine inten­si­ve Koope­ra­ti­on von Poli­zei­be­hör­den aus vier Staa­ten – Frank­reich, Schweiz, Öster­reich und Deutsch­land – hat im Novem­ber 2017 zu einem erfolg­rei­chen Schlag gegen den ille­ga­len Waf­fen­han­del geführt. Das erklä­ren die Staats­an­walt­schaf­ten Stutt­gart und Hechin­gen und die Kri­mi­nal­po­li­zei­di­rek­ti­on Rott­weil des Poli­zei­prä­si­di­ums Tutt­lin­gen gemein­sam.

Die Poli­zei Vor­arl­berg hat eine Pres­se­kon­fe­renz abge­hal­ten und auf Face­book live über­tra­gen:

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Die Kri­mi­nal­in­spek­ti­on 1 der Kri­mi­nal­po­li­zei­di­rek­ti­on mit Sitz in Rott­weil führt im Auf­trag der Staats­an­walt­schaf­ten Hechin­gen und Stutt­gart seit Juni 2017 ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen des grenz­über­schrei­ten­den gewerbs- und ban­den­mä­ßi­gen Waf­fen­han­dels gegen eine tür­kisch­stäm­mi­ge Täter­grup­pie­rung, dar­un­ter auch gegen Deut­sche mit tür­ki­schem Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Aus­gangs­la­ge der Ermitt­lun­gen war eine Euro­päi­sche Ermitt­lungs­an­ord­nung des Ermitt­lungs­rich­ters in Bor­deaux vom Juni 2017.

Die Gen­dar­me­rie Tou­lou­se hat­te umfang­rei­che Erkennt­nis­se, wonach Hand­feu­er­waf­fen von Deutsch­land aus nach Tou­lou­se gelie­fert wer­den. Die Ermitt­lun­gen in Tou­lou­se rich­te­ten sich gegen eine Täter­grup­pie­rung um einen tür­ki­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen. Die über­sand­ten Ermitt­lungs­er­geb­nis­se lie­ßen den Schluss zu, dass die Waf­fen­lie­fe­run­gen nach Frank­reich über eine Täter­grup­pie­rung aus dem Zol­lern­alb­kreis, dem Land­kreis Lud­wigs­burg sowie aus dem Groß­raum Iser­lohn orga­ni­siert wer­den.

Umfang­rei­che kri­mi­nal­po­li­zei­li­chen Ermitt­lun­gen gegen zunächst drei in Deutsch­land leben­de Beschul­dig­te erga­ben, dass Schwer­punkt des Waf­fen­han­dels der Groß­raum Lud­wigs­burg war. Das Ermitt­lungs­ver­fah­ren wur­de des­halb an die Staats­an­walt­schaft Stutt­gart abge­ge­ben. Die gewon­ne­nen Erkennt­nis­se erga­ben auch, dass die in Deutsch­land ver­kauf­ten Hand­feu­er­waf­fen (Pis­to­len und Revol­ver) größ­ten­teils aus dem Raum Vor­arl­berg stam­men.

Gegen einen Waf­fen­lie­fe­ran­ten aus Bre­genz wur­den in Abspra­che, vor­ab mit dem Lan­des­kri­mi­nal­amt Vor­arl­berg und zustän­dig­keits­hal­ber dann mit dem Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung in Vor­arl­berg ver­deck­te Ermitt­lun­gen ein­ge­lei­tet und zunächst im Rah­men eines Rechts­hil­fe­er­su­chens von der Kri­mi­nal­po­li­zei­di­rek­ti­on Rott­weil geführt. Die Ermitt­lun­gen in Öster­reich wur­den auf­grund der Dimen­si­on des Waf­fen­han­dels durch das dor­ti­ge Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung zeit­nah über­nom­men.

In enger Abstim­mung mit der Gen­dar­me­rie Tou­lou­se sowie mit dem Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung Vor­arl­berg, wel­che die Ermitt­lungs- und Durch­su­chungs­maß­nah­men in den jewei­li­gen Län­dern koor­di­nier­ten, erfolg­ten am 9. Novem­ber 2017 in Süd­deutsch­land ins­ge­samt acht zeit­glei­che Woh­nungs­durch­su­chun­gen im Raum Lud­wigs­burg, Stutt­gart sowie in Nürn­berg. Im Ermitt­lungs­ver­fah­ren ein­ge­setzt waren Beam­te des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes, des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes Baden-Würt­tem­berg, des Poli­zei­prä­si­di­ums Ein­satz (MEK, SEK) sowie der Poli­zei­prä­si­di­en Nürn­berg, Lud­wigs­burg und Stutt­gart.

Beam­te der Kri­mi­nal­po­li­zei­di­rek­ti­on Rott­weil haben ins­ge­samt elf Hand­feu­er­waf­fen (Pis­to­len und Revol­ver), etwa 1500 Schuss Muni­ti­on diver­ser Kali­ber, rund 100.000 Euro Bar­geld sowie Daten­trä­ger sicher­ge­stellt. Gegen die zwei Haupt­ver­däch­ti­gen – einen 61-Jäh­ri­gen und des­sen 37 Jah­re alten Sohn – bean­trag­te die Staats­an­walt­schaft Stutt­gart beim zustän­di­gen Amts­ge­richt Haft­be­feh­le, die in Voll­zug gesetzt wor­den sind. Bei­de Haft­be­feh­le wur­den spä­ter gegen Mel­de­auf­la­gen außer Voll­zug gesetzt.

Auch in Öster­reich wur­den im Zuge der durch­ge­führ­ten Maß­nah­men sie­ben tat­ver­däch­ti­ge Per­so­nen ermit­telt. Zwei Per­so­nen in Vor­arl­berg und eine in Nie­der­ös­ter­reich wur­den fest­ge­nom­men und in eine Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt ein­ge­lie­fert. Bei den zeit­gleich im Novem­ber in Öster­reich durch­ge­führ­ten Haus­durch­su­chun­gen wur­den 26 Faust­feu­er­waf­fen, 6 Lang­waf­fen und über 200 kg Muni­ti­on in Vor­arl­berg sowie mehr als 120 Lang- und Faust­feu­er­waf­fen, über 100 Stich­waf­fen und etwa tau­sen­de Schuss Muni­ti­on in Nie­der­ös­ter­reich sicher­ge­stellt.

Im Ver­lauf der Ermitt­lun­gen erga­ben sich laut den Ermitt­lungs­be­hör­den kei­ner­lei Hin­wei­se, dass die in Deutsch­land und in Öster­reich sicher­ge­stell­ten Waf­fen zur Bege­hung von Straf­ta­ten ein­ge­setzt wor­den sind. Die umfang­rei­chen Ermitt­lun­gen dau­ern nach wie vor an.

Mit­ent­schei­dend für den Ermitt­lungs­er­folg gegen den ille­ga­len Waf­fen­han­del war die natio­na­le und grenz­über­schrei­ten­de inten­si­ve Zusam­men­ar­beit mit den betei­lig­ten Län­dern Öster­reich, Frank­reich der Schweiz und Deutsch­land, ins­be­son­de­re die der Kri­mi­nal­po­li­zei­di­rek­ti­on Rott­weil mit den Staats­an­walt­schaf­ten Stutt­gart und Hechin­gen zusam­men mit dem Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz und Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung bei der Lan­des­po­li­zei­di­rek­ti­on Vor­arl­berg in Öster­reich.