200 statt 118 Millionen Euro: Neues Rottweiler Landesgefängnis wird deutlich teurer

So könnte das Großgefängnis auf dem Esch aussehen - eine Kopie der bestehenden Anstalt in Offenburg. Im Bild rechts: der frühere Landes-Justizminister Stickelberger und (Zweiter von links) Oberbürgermeister Broß. Foto: Thomas Decker, Team Ralf Graner Photodesign

Der Bau­grund, die Hang­la­ge und die Abge­schie­den­heit des Stand­orts: Die­se drei Fak­to­ren sol­len das geplan­te Lan­des­ge­fäng­nis bei Rott­weil deut­lich ver­teu­ern. Das berich­ten eini­ge Medi­en über­ein­stim­mend, die bezie­hen sich offen­bar alle auf eine Mel­dung der Süd­west-Pres­se. Der­zeit läuft der Archi­tek­ten­wett­be­werb für den Bau.

Dem­nach soll das geplan­te Gefäng­nis in Rott­weil wesent­lich teu­er wer­den als bis­her bekannt. Der Neu­bau mit 500 Haft­plät­zen war mit 118 Mil­lio­nen Euro geplant wor­den. Jetzt sol­len die  Gesamt­kos­ten auf bis zu 200 Mil­lio­nen Euro stei­gen. Das berich­tet die Süd­west-Pres­se, die sich auf Infor­ma­tio­nen aus dem Finanz­mi­nis­te­ri­um bezieht.

Der Stand­ort „Im Esch”, der in einem Bür­ger­ent­scheid bestä­tigt wor­den war, macht offen­bar bei der Pla­nung Pro­ble­me. Er sei „auf­grund sei­ner Hang­la­ge, dem Bau­grund und gerin­ger Erschlie­ßung eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung“, zitiert die Süd­west-Pres­se einen Minis­te­ri­ums­spre­cher.  

Die CDU hat der­weil einen Schul­di­gen aus­ge­macht: Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne). Er hat­te nach Pro­tes­ten gegen den Stand­ort „Bitz­wäld­le” bei Zepfen­han im Wahl­kampf sei­ner­zeit Zuge­ständ­nis­se gemacht und einen neu­en Stand­ort­such­lauf ver­spro­chen, der dann auch kam. Unklar ist, ob nicht die­sel­ben oder ähn­li­che Grün­de wie nun ange­ge­ben den Neu­bau dort eben­falls gegen­über den Pla­nun­gen ver­teu­ert hät­ten. Auch das „Bitz­wäld­le” ist etwa nicht erschlos­sen.