Seit 25 Jahren ist Rottweil Patenstadt des Minentauchereinsatzbootes M 1061. Stadt und Besatzung pflegen enge Kontakte, mit dem beliebten Marinepunschstand werden jedes Jahr soziale Projekte in Rottweil gefördert. Doch vor der „Rottweil” gab es bereits ein Patenschiff, die „Castor”. Ein kleiner Rückblick.

Am 12. März 1992 wurde des Minentauchereinsatzboot M 1061 vom Stapel gelassen und getauft, auf den Namen seiner Patenstadt Rottweil. Ursula Nessler, Gattin des damaligen zweiten Bürgermeisters, überbrachte seinerzeit die Urkunde der Stadt zur Taufe in Rendsburg. Am 7. Juli 1993 wurde Rottweil dann auch ganz offiziell Patenstadt des Bootes. Seitdem gibt es viele gegenseitige Besuche. So war vergangenen Sommer eine Delegation des Gemeinderats und der Narrenzunft in Kiel, die Besatzung des „Rottweil” kommt regelmäßig in die Patenstadt.

Am bekanntesten ist der Stand beim Weihnachtsmarkt, wo die Soldaten ihren berühmten Marinepunsch ausschenken – immer für einen gute Zweck. Doch sind jedes Jahr auch Vertreter des Bootes an der Fasnet in Rottweil, die sie zu lieben scheinen: Läuft die „Rottweil” aus, egal an welchem Hafen der Welt, wird das vom Narrenmarsch begleitet.

Die Patenschaft zu einem Minensuchboot ist allerdings schon älter. 1962 fragte der damalige Kapitän der „Castor”, der gebürtige Rottweiler Helmut Weißer, bei seiner Heimatstadt nach, ob sie Interesse an einer Patenschaft für sein neues Schiff hätte. Die Stadt reagierte schnell, schon eine Woche später hatte Weißer das Ja-Wort. 1965 reiste der damalige OB Dr. Ulrich Regelmann mit drei Gemeinderäten nach Flensburg, um das Patenschiff zu besuchen

. Auch hier entstanden enge Kontakte. So spendete die Castor-Besatzung einst 700 Mark für das Spiel-Piratenschiff auf der Armlederanlage. Die „Castor“ wurde 1990 an einen Privatmann verkauft und zur Privatyacht umgebaut. 2004 wurde sie dann vom neuen Besitzer restauriert und ist nun wieder in Marinegrau unterwegs.

Minensuchboote gibt es seit den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts, denn seit dem 19. Jahrhundert wurden Seeminen in den europäischen Meeren ausgelegt, nach dem 2. Weltkrieg waren es über eine halbe Million. Darum hatten die Minensuchboote auch einen Sonderstatus: Obwohl zum Militär gehörend, konnten sie 1945 unter den Alliierten nahtlos weiterarbeiten.

Erst die Befürchtung der UdSSR, dass Deutschland sich remilitarisieren könnte, sorgte dafür, dass die Suchboote ab 1947 zivil als Minenräumverband unter britischem Kommando weitermachten. Später wurde der Verband dann in die Bundesmarine übernommen.