Bohrungen bei Neufra: Untergrund gibt nach

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Fred Frech zeigt eine der Stellen auf der B 14, an denen nächste Woche gebohrt wird. Foto: Moni Marcel

ROTTWEIL-NEUFRA – Auf der B 14 bei Neufra wird in der kommenden Woche gebohrt. Die Strecke wird daher von Mittwoch bis Freitag nur einseitig befahrbar sein.

Worum es bei den Bohrungen geht, hat Projektleiter Fred Frech vom Straßenbauamt am Freitagmorgen ausführlich erklärt und die beiden Pressedamen sogar in seinem orangefarbenen Caddy mit Blinklicht auf dem Dach mitgenommen. Denen zeigte er dann die Absenkungen an mehreren Stellen, die schon farbig markiert sind – nicht ohne im morgendlichen Berufsverkehr für kleine Staus zu sorgen.

Doch ihm sei es wichtig, dass die Presse über Bauarbeiten berichte, natürlich möglichst positiv. Denn seine Erfahrung ist, dass jede Baustelle die Autofahrer ärgert, dabei bleibe ihm und seinem Team ja nichts anderes übrig, um die Straßen instand zu halten. Und dass das hier nötig ist, wird auch dem Straßen-Laien deutlich: Risse und Absenkungen an Stellen, die erst vor einem Jahr geflickt wurden.

Nun also wird gebohrt, bis zu acht Meter tief. Die Bohrkerne werden dann untersucht, denn je nachdem, wie das Gestein unter dem Straßenaufbau zusammengesetzt ist, wird dann reagiert. Fred Frech hat allerdings schon seine Vermutungen: Gipskeuper, der in der Region ja vorkommt, wird durch Regen ausgewaschen, im Gegensatz zum Anhydrid, der aufquillt wenn er nass wird. Hier bei Neufra dürfte es sich also eher um Gipskeuper handeln.

Aber genau wissen das die Straßenbauer erst nachdem gebohrt wurde. Frech zeigte seinen beiden Mitfahrerinnen aber auch das Gestein im Primtal, die Felsschichten, die hier deutlich zeigen, wie unterschiedlich der Boden hier zusammengesetzt ist. Und die Senken auf der Wiese bei der Abfahrt der kleinen Straße Richtung Aldingen, auch hier wird es Bodenuntersuchungen geben.

Die dann allerdings den Verkehr nicht behindern werden. Das kommt dann erst im Herbst auf die Autofahrer zu. Dann wird die Straße nämlich gründlich gerichtet, natürlich basierend auf dem Ergebnis der Bohrungen. Und dafür voll gesperrt, mit einer Umleitung über Wellendingen und Frittlingen. Auch darüber werden sich die Autofahrer nicht wirklich freuen. Aber was sein muss, muss sein.