Das Grinsen könnte breiter nicht sein. Es ist kurz nach halb neun, Samstagabend. Auf der Bühne rückt Axel Prahl sich seinen Hut etwas zurecht, strahlt sein Publikum an, lehnt sich ein Stück vor und greift erst einmal zu einer Flasche statt zum Mikrofon. An diesem Abend hat es ihm das Stümple-Bier angetan, und dabei vergisst der Musiker und Schauspieler nicht, das Team vor und hinter der Theke in sein Lob mit einzuschließen.

Markenzeichen: das spitzbübische Lächeln des Axel Prahl. Foto: Peter Arnegger

Damit spricht Prahl mit Sicherheit so manchem Jazzfestbesucher aus dem Herzen, wissen Rottweiler wie auswärtige Gäste doch längst, was ihnen bei den Konzertabenden auch für das leibliche Wohl geboten wird – das Stümple gehört dazu, und auch die gerauchten Bratwürste haben längst Kultstatus erreicht.

Die Verantwortlichen des Gastro-Teams des Jazzfestvereins (von links): Isolde Jüllig, Bruni Probst, Ksenja Hromek, Anne Probst, Bruni Hugger, Wolfgang Seifriz. Foto: privat

140 ehrenamtliche Helfer, so Gastroteamchef Wolfgang Seifriz, sind auch in diesem Jahr wieder im Einsatz und schmeißen den Laden – in der Halle ebenso wie im Foyer. „An einem Abend wie diesem, wenn die Stallhalle ausverkauft ist, sind die Stoßzeiten kurz vor oder nach dem Konzert und in den Pausen mitunter schon eine Herausforderung“, sagt Anne Probst und betont: „Wir sind alle schließlich keine Profis.“ Doch gemeinsam mit ihrer Schwägerin Bruni Probst lässt sie es sich Jahr für Jahr nicht nehmen, die einzelnen Teams für die Bar in der Halle selbst einzuteilen und dabei auch an jedem Abend kräftig mit anzupacken.

Dass es mitunter dann etwas länger dauern kann, bis Pfandrückgaben und Neubestellungen verrechnet sind, habe noch keinen Gast gestört, ist sich auch Brunhilde Probst sicher.
Und wenn nach einem langen Konzertabend die Beine schon weh tun, die Bar aber noch für den nächsten Konzertabend wieder vorbereitet werden muss, dann sei es schön, wenn man für die Arbeit immer wieder von den Besuchern – oder auch eben Axel Prahl – gelobt werde, erklärt Bruni Hugger, die die Essensausgabe managt.

Insgesamt gehe es dem Helferteam um die Sache selbst, um den Jazzfestverein, aber auch um das Gemeinschaftsgefühl: „Wir stellen hier etwas zusammen auf die Beine und das macht einfach Spaß“, betont Bruni Probst. Und so sei es für die ehrenamtlichen Helfer auch in diesem Jahr bei der Vorbesprechung sofort klar gewesen, dass das Trinkgeld wieder komplett gespendet werden soll.

Wie auch beim Jazzfest 2016 wird Isolde Jüllig die Spende an den Mukoviszidose-Verein übergeben, hier der Selbsthilfegruppe Tübingen-Zollernalb. „Vor allem auch dank vieler Spendengelder ist es in den vergangenen Jahren möglich geworden, die Medikamente und Therapien für die Stoffwechselerkrankung weiterzuentwickeln“, erklärt Isolde Jüllig.

„Jetzt hoffen wir natürlich auf großzügige Trinkgelder an den kommenden Konzerten von China Moses, Klaus Doldingers Passport und Larry Carlton mit der SWR Big Band“, sind sich Anne und Bruni Probst, aber auch Bruni Hugger und Ksenja Hromek, die für das Foyer-Team zuständig ist, einig. Und vielleicht greift ja dann der eine oder andere Jazzfestbesucher mindestens genauso gern zum Stümple wie Axel Prahl.