Wenn das Gras mit dem Paketdienst kommt: So hat sich ein 19-jähriger Rottweiler Schüler laut Polizei die Droge liefern lassen. Er wurde ebenso erwischt wie eine Heroin-Dealerin, ebenfalls aus Rottweil. Das Marihuana des Schülers hätte für 750 Einzelpersonen gereicht, rechnet die Polizei vor. Die Konsumenten, so erklärt sie weiter, seien teils noch sehr jung. Darunter ein elfjähriges Kind, das offenbar bereits Marihuana raucht.

Nachdem Ende März eine 39 jährige Heroin-Dealerin auf ihrer Beschaffungsfahrt nach Freiburg mit knapp 25 Gramm Heroin festgenommen worden war und anschließend in Untersuchungshaft kam, konnte das Polizeirevier Rottweil nun erneut im Kampf gegen die Drogen einen Erfolg verbuchen. Dies teilte die Polizei am Freitag mit. Diesmal wurden 1,5 Kilogramm Marihuana-Blüten sichergestellt und somit vom „Rottweiler Drogenmarkt“ genommen, heißt es im Polizeibericht.

Ende April wurde ein 19-jähriger Schüler festgenommen, der an seine Wohnanschrift diese sogenannte nichtgeringe Menge durch einen marktüblichen Paketdienst geliefert bekam. Die Ware wurde zuvor mit einem 18-jährigen Komplizen über das Internet bestellt, hat die Polizei ermittelt.

Die heranwachsenden Marihuana-Dealer wurden erkennungsdienstlich behandelt. Auf sie wird eine Strafanzeige wegen unerlaubtem, gewerbsmäßigem Handel mit Betäubungsmitteln zukommen. Die Führerscheinbehörde wird darüber hinaus in Kenntnis gesetzt. Bei nachweislichem Drogenkonsum ordnet die Fahrerlaubnisbehörde nach einem entspechenden Gutachten grundsätzlich den Führerscheinentzug bei den Betroffenen an.

Bei Drogendealern sind außerdem strafprozessuale Maßnahmen, bis zur Beschlagnahme des Führerscheins oder des Fahrzeuges möglich.

Der größte Erfolg für die Rottweiler Polizei ist nach eigenen Angaben das Wissen, dass 750 Einzelportionen Marihuanablüten (Marihuana wird üblicherweise als 2-Gramm-Portion verkauft) und 25 Gramm Heroin vom Rottweiler Markt abgeräumt worden sind.

„Im Umgang mit Marihuana ist eine Verharmlosung absolut nicht angeraten“, heißt es im Polizeibericht. Denn die Verharmlosung habe zur Folge, dass Drogenkonsum schon bei den jüngsten Mitgliedern der Gesellschaft, als „gewöhnlich und normal“ angesehen werde. Den traurigen Rekord halte ein 11-jähriges Kind aus dem Landkreis Rottweil.

Vor diesem Hintergrund weist die Polizei auf eine Informationsveranstaltung zum Thema Drogen hin, zu der der Gesamtelternbeirat der Rottweiler Schulen, gemeinsam mit der Fachstelle Sucht und der Polizei, Eltern und Lehrer einlädt. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 16. Mai, um 19.30 Uhr am Droste-Hülshoff-Gymnasium, Raum 206 statt. Jörg Hügel von der Rottweiler Fachstelle „Sucht“ sowie Kriminalhauptkommissar Josef Bronner vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Tuttlingen werden referieren.