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Rottweil
Sonntag, 27. September 2020

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Grüne fordern: „Mehr PV-Anlagen auf der künftigen JVA“

Gemeinderat und „Runder Tisch JVA“ machten sich jüngst ein Bild vom Planungsstand der künftigen Justizvollzugsanstalt. Nach Ansicht der örtlichen Grünen ist der architektonische Ehrgeiz ablesbar, den Gebäudekomplex so sensibel wie möglich in Topographie und Landschaft einzubetten. Unter anderem durch Dachbegrünung. Doch ein Punkt machte Rottweils Grüne stutzig: Kann auf der JVA nicht mehr Sonnenenergie als geplant geerntet werden? Etwa durch weitere Photovoltaik-Felder? In einem Prüfantrag möchten die örtlichen Vertreter der Ökopartei dies geklärt wissen.

In der Begründung heißt es: „Wenn es in Rottweil ums Erzeugen erneuerbarer Energien geht, muss sich der Blick auf energetisch ungenutzte Dachflächen richten.“ Sie verweisen auf bürgerschaftliche Anregungen für den Auslobungstext der JVA, in denen das Drängen nach erneuerbaren Energien klar und deutlich sei. Seit 2017 habe sich das Bewusstsein für die existenzielle Bedeutung des Klimawandels drastisch erhöht. Und das solle auch Spuren in die weitere JVA-Planung zeichnen, argumentieren die örtlichen Grünen.

In der Diskussion verschlossen die Planer sich nicht solchen Überlegungen. Es gab aber ästhetische Einwände: Die landschaftliche Einbindung der JVA und der Blick vom Testturm könne leiden. Und es gab energetische Bedenken: Ist es sinnvoll, über den Eigenbedarf hinaus Strom zu erzeugen?

Die grünen Stadträte greifen in ihrem Antrag diese Einwände auf. Zusätzliche Solarmodule sind nur vom Testturm aus einsehbar. Doch stören sie wirklich? Sind sie nicht eher ein augenfälliger Ausweis für zeitgemäßes klimaverantwortliches Bauen, auf den man eher mit Stolz blicken kann? Vor allem aber besteht zwischen Dachbegrünung und Modulen kein Entweder-oder mehr. Dank innovativer Techniken können beide sich sogar harmonisch ergänzen: „Das Grün unter den Modulen kühlt diese und erhöht so deren Leistung. Substrat und Begrünung sichern die Aufständerung der Module,“ schreiben die grünen Stadträte in ihrem Antrag. Und mehr noch: Module fördern die Artenvielfalt der Dachbegrünung, indem sie Schatten und Feuchtigkeit spenden.

Der Sachstandsbericht lasse ahnen, dass die Planung eines nachhaltigen Energiekonzepts mit BHKW, Hackschnitzel und Photovoltaik noch ganz am Anfang steht, meinen die Grünen in ihrer Pressemitteilung. Man solle sich heutzutage bei solchen Planungen aber nicht vom Gedanken der Energieautarkie einschränken lassen. Das gleichzeitige Aus für Atom- und Kohlestrom und der steigende Strombedarf durch Elektromobilität, Digitalisierung und grünen Wasserstoff verlangt einen Kraftakt beim Schaffen von zusätzlicher solarer Stromerzeugung. „Energetisch spricht alles für innovative Energieplus-Gebäude, die mithelfen, sich vom fossilen Zeitalter zu verabschieden, wie es das Pariser Klimaabkommen vorsieht“, meinen die Grünen abschließend in ihrem Antrag.

 

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